Gewerbe zu Gast bei Utz
19.08.2022 BremgartenTreffen der lokalen Wirtschaft
Am traditionellen Firmentreffen der Stadt kamen rund 85 Vertreter aus der Bremgarter Wirtschaft zusammen.
«Es ist mir eine Ehre, dass wir heute im Jahr des Utz-Jubiläums hier zu Gast sein dürfen», sagte ...
Treffen der lokalen Wirtschaft
Am traditionellen Firmentreffen der Stadt kamen rund 85 Vertreter aus der Bremgarter Wirtschaft zusammen.
«Es ist mir eine Ehre, dass wir heute im Jahr des Utz-Jubiläums hier zu Gast sein dürfen», sagte Stadtammann Raymond Tellenbach in seiner kurzen Eröffnungsansprache. Beim Firmentreffen ging es auch danach ausgesprochen freundlich zu und her. Neben einer Führung durch die beeindruckenden Produktionshallen des grössten Bremgarter Arbeitgebers stand vor allem das gesellige Beisammensein im Vordergrund. --huy
Networking à la Bremgarten
Georg Utz AG war Gastgeberin des diesjährigen Firmenanlasses
Wie jedes Jahr trafen sich auch heuer wieder die Firmenvertreter Bremgartens Gewerbes zum traditionellen Stelldichein. Anlässlich ihres 75-Jahr-Jubiläums lud die Georg Utz AG zur Besichtigung. Ein lehrreicher, vergnüglicher Anlass, der so manchen Kontakt herstellte oder auffrischte.
Marco Huwyler
Tschösy Meier weiss, wie man Anlässe wie diesen organisiert. Seit 2003 war er gemeinsam mit Frau Bea für den reibungslosen Ablauf des traditionellen Bremgarter Firmentreffens zuständig. Heuer zum letzten Mal. Und die beiden sorgten auch bei ihrer Dernière dafür, dass alles von Beginn an tadellos funktionierte. Punkt 10.30 Uhr trugen alle Anwesenden brav ihr Namensschildchen, die vielen Blumendekos und Arrangements sorgten für das passende Ambiente, Sonnenschirme für Schatten und die Führer der Georg Utz AG waren zur Erkennung mit hübschen Bremgarten-Fähnchen ausgestattet. Und selbstredend gehört zu einem reibungslosen Ablauf eines solchen Events auch ein strikt durchgetakteter Zeitplan. «Sechs Minuten hat mir Tschösy für die Rede zugestanden», sagte ein scherzender Carsten Diekmann zu Beginn seiner Ansprache. «Ich gebe mir grosse Mühe.»
Eindrückliche Zahlen
Falls dem tatsächlich so gewesen sein sollte, weist Diekmanns innere Uhr Verbesserungspotenzial auf. Gut neun Zeigerumdrehungen brauchte der Geschäftsführer der Georg Utz AG nämlich, um die anwesenden Gäste auf den anstehenden Rundgang durch seine Firma einzustimmen und die Erfolgsstory des nunmehr 75-jährigen Bremgarter Familienunternehmens zu skizzieren. Die von Diekmann genannten Zahlen indes sind in der Tat eindrücklich und löblich. 1300 Mitarbeiter beschäftigt der Hersteller von Kunststoffbehältern aller Art an insgesamt 8 Standorten auf drei Kontinenten. Mit 220 Beschäftigten ist man seit Jahren der grösste Arbeitgeber Bremgartens. 350 Millionen Franken Umsatz – 75 Millionen in Bremgarten – hat die Utz letztes Jahr generiert. Sieben Prozent davon wurden reinvestiert. Und dies vor allem in das hehre Ziel, trotz des stromintensiven Geschäfts mit dem Rohstoff Erdöl spätestens 2030 keinen ökologischen Fussabdruck mehr zu hinterlassen.
Gut durch Coronazeit gekommen
Wie dies gelingen soll und vor allem, wie aus jährlich 13 000 Tonnen Kunststoffgranulat unzählige Exemplare 3000 verschiedener Kunststofffabrikate werden, war anschliessend Thema des rund einstündigen Rundgangs durch den Produktionsstandort der Utz in der Unterstadt. 85 Teilnehmer von 80 verschiedenen Bremgarter Betrieben wurden von 12 Utz-Vertretern durch die Fabrikhallen geführt und erfuhren dabei allerlei Lehrreiches und Wissenswertes über die Abläufe und den Betrieb des Bremgarter Vorzeigeunternehmens.
Im Gegensatz zu anderen Branchen hat Corona der Utz nicht geschadet – im Gegenteil. Die Auftragslage ist so hoch wie noch nie (der coronageförderte Boom von E-Commerce führte weltweit zu grosser Nachfrage von Kunststoffbehältern, wie Utz sie herstellt). Allerdings sind auch die Rohstoffpreise so hoch wie nie und Lieferengpässe sowie logistische Schwierigkeiten sorgen für Planungsunsicherheiten. Angesichts der günstigen Marktlage, sind dies jedoch Herausforderungen, denen man sich bei Utz gerne und bisher mit Bravour stellt. Die Produktion läuft rund um die Uhr in drei Schichten 24 Stunden am Tag. Bloss eines macht den Verantwortlichen leicht Bauchschmerzen. «Falls es tatsächlich zu Stromknappheit und allfälligen Ausfällen kommen würde, dann hätten wir ein gröberes Problem», sagt Andreas Schlegel, «Head of Operations» bei der Utz AG. Die Maschinen seien dafür nicht konzipiert und würden bei einem abrupten Ausfall in wenigen Minuten grossen Schaden nehmen. «Auch das ‹Wiederhochfahren› wäre eine Herausforderung», erzählt Schlegel. «Wenn man dies gleichzeitig tun würde, würden angesichts des dann unmittelbar anfallenden plötzlichen Strombedarfs wohl in ganz Bremgarten die Lichter ausgehen.» Weil die Wahrscheinlichkeit glücklicherweise klein ist, dass sich derlei düstere Gedankenspielereien dereinst bewahrheiten, blieben sie Randbemerkungen einer Führung, die neben interessanten Fakten auch immer wieder Raum zum Staunen, Lachen oder Fachsimpeln liess, sodass man sich am Ende bestens gelaunt zur gemeinsamen Mahlzeit in der neuen Logistikhalle der Utz niederlassen konnte. Stadtammann Raymond Tellenbach und City-Manager Ralph Nikolaiski, der damit zum ersten Mal in seiner neuen Funktion vor versammeltem Bremgarter Gewerbe stand, richteten einige warme, launige Sätze an die versammelten Speisenden, betonten den Wert des «sich Vernetzens» im und für das Städtli und lobten dessen Innovationskraft. «Ich empfinde Bremgarten als immer einen Tick voraus», sagte Nikolaiski.
Geschenke zum Abschluss
Zum Ende erhielten sämtliche Anwesenden als Geschenk ein Exemplar der neuen Bremgarter Schokolade. Und Tschösy und Bea Meier einen Gutschein des Utz-Geschäftsführers. «Auf dass sich die beiden demnächst auch selbst einmal bedienen und bewirten lassen dürfen.» Dass der Zeitplan des Firmenanlasses schlussendlich bei Weitem überschritten wurde, störte in Anbetracht solch harmonischer Umstände keinen mehr – nicht einmal den abtretenden Organisator.






