Da treffen zwei Hobbys auf Leidenschaft
23.08.2022 BremgartenPerle der hiesigen Ladenwelt aufgetaucht: Buonaroma
Seit 2014 schafft Monika Nussbaumer-Gmür mit aus dem Vierwaldstättersee und der Reuss gefischtem Schwemmholz Kunstwerke. Anfang 2021 gründeten die beiden ihre Buonaroma AG, in der sie ausgewählte ...
Perle der hiesigen Ladenwelt aufgetaucht: Buonaroma
Seit 2014 schafft Monika Nussbaumer-Gmür mit aus dem Vierwaldstättersee und der Reuss gefischtem Schwemmholz Kunstwerke. Anfang 2021 gründeten die beiden ihre Buonaroma AG, in der sie ausgewählte Spezialitäten aus Italien und der Provence anbieten.
Monika Nussbaumer ist in Bremgarten aufgewachsen und hat in der Papeterie Schenker als Detailhandelsfachfrau gearbeitet. Thomas Nussbaumer ist in Berikon auch als «Tschutter» aufgefallen. Nach seiner KV-Lehre war er 35 Jahre lang CEO der Firma Selecta. 2013 zogen die beiden von Jonen nach Bremgarten (alte Zürcherstrasse 9) und nutzen ihr grosszügiges Anwesen als Produktions- und Geschäftsstandort. Die vier Kinder und deren Partner arbeiten unterstützend mit.
Monikas «Holzläbe»
Monika Nussbaumer verarbeitet ihre Schwemm- und alten Hölzer, die ihr auch mal aus stillgelegten Scheunen zugetragen werden, in vielfältige Objekte: Wind- und Teelichter auf ausgewaschenen Brettern, oft mit Muscheln und Steinen veredelt, berühmt und beliebt sind ihre Engelfiguren. Kunden melden sich mit eigenen Ideen für gewünschte Spezialanfertigungen. Monika arbeitet immer draussen – sommers und winters, bei Regenund gutem Wetter – unter ihrem Unterstand. Sie habe viel handwerkliches Können von ihrem Vater gelernt, sagt sie. Die Hölzer werden im Backofen bei 60 Grad Temperatur ausgebacken, so sind sie sauber und steril, Ungeziefer ist abgetötet. Seit vielen Jahren verkauft sie ihre Kreationen erfolgreich auch im Blumenladen Blumento in Berikon.
Buonaroma – der Laden ausgewählter Spezialitäten
Die Schnittstelle zwischen «Holzläbe» und «Buonaroma» besteht aus unikaten Geschenkchistli aus aufgewertetem Schwemmholz, die Monika herstellt und je nach Kundenwunsch mit den Spezialitäten der anderen Kompetenz auffüllt – der Kunde kann es an Ort und Stelle sogar selber zusammenstellen.
«Buonaroma» ist die pure Leidenschaft der Nussbaumers, erst 2021 zur Aktiengesellschaft gewachsen. Sie holen die besten Produkte aus der italienischen Marche bei ausschliesslich ihnen sehr gut bekannten lokalen Produzenten – kleine Familienbetriebe – ab und verzollen selber, was die sympathisch moderaten Verkaufspreise rechtfertigt. Die Marche übergeht in die Abruzzen, dort durchmischen sich Getreidefelder mit Weinbergen und Olivenhainen, Weizen und Wein. Nussbaumers Refugium ist mittendrin.
Sie lieben und verkaufen die Spezialitäten ihrer Lieblingsregion. Olivenöle in allen Varianten und Geschmacksrichtungen. Pasta aus Hartweizen ist speziell. Die grossen Hersteller haben die Produzentenpreise so kaputtgemacht, dass viele Bauern den Anbau aufgaben. Nicht die Kleinbetriebe, die Nussbaumer besucht. Innovative Kleinbauern verarbeiten nun ihren Hartweizen selber zu bester Pasta und erzielen damit dreifachen Ertrag bei allerbester Qualität – alles handgemacht.
Selbstverständlich sind da Weine. Zum Beispiel der «Testamozza», in der klassischen Amphore drei bis sechs Monate gereift und nochmals drei Monate im Eichenfass ausgebaut, nur 2300 Flaschen pro Jahr. Die seit etwa 25 Jahren kultivierte wilde «Pecorino»-Traube, ein selten guter Weisswein, von dem die Schafhirten sagten: «Was den Schafen als Futterfrüchte schmeckt, wird wohl auch einen guten Wein ergeben.» Oder das Unikat «Il Vicolo», ein Sangiovese mit langer Reife aus dem Kleinstädtchen Ripatransone. «Il Vicolo» ist das engste Gässli in ganz Italien, der spezielle Rosato ist kräftig, trocken, ein eher rauer Wein.
Eine seltene Rarität ist übrigens ein weisser Balsamico, und braune gibts in den Aromen Granatapfel, Feige, Apfel. «Biscotti» (Guetsli) aus San Benedetto. In Buonaromas Angebot sind ausserdem ausgewählte Salze und Pfeffer aus der Provence von «Popol», der Vereinigung der allerbesten Spitzenköche. –rts
Buonaroma lebt zu einem Drittel vom Onlineverkauf, ein Drittel sind Kundenbesuche in Bremgarten, ein Drittel sind Firmenkunden, die Mitarbeitergeschenke etwa zu Weihnachten suchen. Man macht sich im Internet kundig und telefoniert dann für eine persönliche Beratung. Nächstes Ziel: Am 1. Dezember 2022 wird das eigene Hauslädeli eröffnet.

