Lösungen in Aussicht
22.07.2022 Region BremgartenReusssteg steht vor Meilenstein
Frühestens in drei Jahren könnte über die Reuss zwischen Fischbach-Göslikon und Künten ein Fussgängersteg gebaut werden. Kürzlich wurden die Einspracheverhandlungen gegen das Projekt durchgeführt. Die ...
Reusssteg steht vor Meilenstein
Frühestens in drei Jahren könnte über die Reuss zwischen Fischbach-Göslikon und Künten ein Fussgängersteg gebaut werden. Kürzlich wurden die Einspracheverhandlungen gegen das Projekt durchgeführt. Die Umweltverbände forderten dabei einen ökologischen Ausgleich zu dieser neuen Brücke. «Die Verbände und Gemeinderäte von Fi-Gö und Künten werden sich jetzt dazu Möglichkeiten überlegen und im Herbst wieder zusammenkommen», so der Künter Gemeindeammann Daniel Schüepp. «Werden wir uns einig, können wir den Stimmberechtigten einen Kredit vor- und danach ein Baugesuch auflegen. Das alles braucht Zeit. Es sieht aber gut aus für diesen Steg über die Reuss.» --rwi
Nächste Schritte in Aussicht
Reusssteg wird bald weitere Hürden nehmen
Seit vielen Jahren wird an einem Reusssteg zwischen Fischbach-Göslikon und Künten geplant. Nach den Einspracheverhandlungen zum Projekt ist der Künter Gemeindeammann Daniel Schüepp zuversichtlich, dass im Herbst die letzten Ungereimtheiten aus dem Weg geräumt werden können.
Roger Wetli
«Es waren sehr faire und konstruktive Gespräche mit den Verbänden», erinnert sich der Künter Gemeindeammann Daniel Schüepp an die Einspracheverhandlungen, die kürzlich mit den Organisationen WWF Aargau, Pro Natura Aargau, Birdlife Aargau und Pro Velo stattgefunden haben. Mit dabei waren ebenfalls je ein privater Einsprecher aus Fischbach-Göslikon und aus Künten. «Diese zwei Stunden empfand ich als sehr lohnenswert», erklärt der Ammann.
Zusammen Lösungen finden
Seit vielen Jahren laufen die Vorabklärungen und Planungen für einen Reusssteg zwischen Fischbach-Göslikon und Künten. Letzten Sommer fand ein öffentliches Mitwirkungsverfahren für dieses Projekt statt. «Da der Steg in eine stark geschützte Landschaft von nationaler Bedeutung kommt, möchten die Umweltverbände zur Kompensation einen guten ökologischen Ausgleich», weiss Daniel Schüepp. «Sie sind in diesem Gebiet die Experten. Deshalb schlugen wir vor, dass sie uns Vorschläge machen, wie diese Ausgleiche aussehen und wo sie gebaut werden könnten. Sie werden uns jetzt welche einreichen.» Gleichzeitig werden auch Fischbach-Göslikon und Künten den Umweltverbänden Ideen unterbreiten.
Potenzial dazu gibt es im Bereich des künftigen Reussstegs beim Campingplatz Sulz einige. «Pro Natura etwa besitzt hier auf beiden Seiten der Reuss eigene Parzellen. Diese könnte man ökologisch aufwerten. Aber auch unsere Gemeinde verfügt über eine Parzelle direkt in Fliessrichtung nach der ARA, wo Massnahmen vielleicht möglich wären», so der Ammann. Daniel Schüepp hofft, dass in diesem Herbst die zweite Verhandlung mit den Umweltverbänden stattfinden kann und man sich dort einig wird. «Das würde den Reusssteg einen wichtigen Schritt weiter bringen», unterstreicht er die Bedeutung dieses Treffens. Weniger kooperativ als die Umweltverbände seien die beiden Privatpersonen gewesen. «Die Künter Person ist allgemein gegen einen Reusssteg. Die Person aus Fischbach-Göslikon pachtet zurzeit das Land, auf dem der Pfeiler des Stegs gebaut wird. Diese befürchtet, dass nach dem Bau die Bewirtschaftung der Parzelle schwieriger wird», erklärt der Ammann.
Fahrräder schieben
Bei den Verhandlungen ging es noch nicht um ein konkretes Projekt «Rüsssteg», sondern um die Grundsatzfrage, unter welchen Rahmenbedingungen ein solcher gebaut werden könnte. Dazu wurde der künftige Standort bestimmt und es gab erste grobe Vorschläge, wie der Steg aussehen und wie die Bauart den geologischen Gegebenheiten entsprechend umgesetzt werden könnte. «Nach wie vor ist geplant, dass die Brücke über keinen Pfeiler verfügt, der in der Reuss steht», gibt der Ammann Einblick. «Im Vergleich zur ersten Variante, wo die Pfeiler sehr nahe am Wasser standen, werden diese jetzt zurückversetzt, um das Ufer zu schonen.» Damit erhöht sich die Spannweite der leicht hängenden Brücke von 85,2 auf 103,2 Meter. Um die Pfeiler zu stabilisieren, sind anstatt 21 neu 30 Anker und 25 statt 21 Mikropfähle nötig. Auch die Breite des Stegs muss vergrössert werden. «Sie beträgt neu 2,50 statt 2,20 Meter. Wobei die nutzbare Breite 2,26 statt 1,96 Meter sein wird», so Daniel Schüepp. «Die Umweltverbände sind grundsätzlich mit einer Brücke dieses Typs einverstanden.» Beibehalten wird, dass der Reusssteg primär für Fussgänger vorgesehen ist und Fahrräder gestossen werden müssen. «Das ist nur schon so, weil auch auf den Zufahrten zum Reusssteg allgemeine Fahrverbote gelten», gibt der Ammann Einblick.
Baustart nicht vor 2025
Einen Schritt weiter sind Fischbach-Göslikon und Künten bei diesem Projekt auch, weil beim Kanton jetzt sämtliche Antworten der Aargauer Reussgemeinden bezüglich Absichten zum Bau eines Stegs eingegangen sind. «Alle beteuern, dass es zurzeit diesbezüglich keine Wünsche gibt. Deshalb ist auch diese Hürde genommen», erklärt Daniel Schüepp erfreut. «Wenn wir uns jetzt mit den Umweltverbänden einig werden, ist der Reusssteg auf der sicheren Seite.»
Danach würde alles beim Kanton eingereicht und in Fischbach-Göslikon und Künten ein Kreditantrag an deren Einwohnergemeindeversammlungen traktandiert. Noch ist nicht klar, wie hoch der benötigte Betrag sein wird. «Zudem möchten wir einen Teil der Kosten mittels Crowdfunding finanzieren», erklärt der Ammann. «Wenn der Gesamtkredit genehmigt wird, können wir das Baugesuch mit den definitiven Plänen stellen und den Steg anschliessend umsetzen. Dies wird aber wohl nicht vor 2025 geschehen.» Nichts ändern wird sich dabei am Standort, der sich zwischen Campingplatz Sulz und Schützenhaus Fischbach-Göslikon befindet. «Dieser scheint uns nach wie vor am besten geeignet zu sein.»



