Facettenreicher Wissensschatz
05.07.2022 BremgartenStephan Gottet lud zur Vernissage von drei Büchern
Im Garten des Hauses, wo der Autor früher seine Zahnarztpraxis hatte, lauschten bei Speis und Trank und bester Stimmung rund 100 Gäste den Reden zu den drei Neuerscheinungen «Der Fischteller-Code», ...
Stephan Gottet lud zur Vernissage von drei Büchern
Im Garten des Hauses, wo der Autor früher seine Zahnarztpraxis hatte, lauschten bei Speis und Trank und bester Stimmung rund 100 Gäste den Reden zu den drei Neuerscheinungen «Der Fischteller-Code», «Molo Audace» und «Nach-t-Zug nach Wien».
Bernadette Oswald
«Ihr bringt das Geistige und ich das Essen», spasste Stephan Gottet bei seiner Begrüssung. Der Autor gab Einblick in die drei Bücher, von denen er bei «Molo Audace» und «Nach-t-Zug nach Wien» der Autor ist. Ersteres beinhaltet auf 432 Seiten mit über dreihundert Abbildungen 101 Fragmente zur Entwicklungszusammenarbeit. Die Reise nach Wien ist eine etwas andere Liebesgeschichte mit realen Lebewesen, wie es im Buch heisst. Die dritte Neuerscheinung «Der Fischteller-Code» ist eine Aufzeichnung über die Fischteller-Sammlung von Stephan Gottet und geschrieben von Eva Hofstetter.
Durchtränkt von Reiseerlebnissen
«In dieser wunderbaren Umgebung überbringe ich ein Grusswort vom Schwabe Verlag», sagte Arlette Neumann, Programmleiterin Altertumswissenschaften und Herausgeberin von «Der Fischteller-Code». Das Ziel dieses in drei Teile gegliederten Buchs sei es, eine Brücke zu bauen zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Hanspeter Ernst korrigierte «Molo Audace» und sagte in seiner Ansprache: «Das Wesentliche an diesem Buch sind die Perspektivenwechsel, die der Autor darstellt.» Willy Baumgartner schrieb in «Molo Audace» einen mehrseitigen Kommentar. In seiner Rede sagte er: «Stephan Gottet beeindruckt mich mit seinem Wissensschatz und wie er mit all seinen Themen spielerisch umgeht – mit grosser Offenheit für alle Widersprüche.» Und der langjährige Weggefährte von Stephan Gottet Ueli Dubs kommentierte die Neuerscheinungen: «Enorm facettenreich von einem Autor, der umfassend gebildet ist im humanistischen Sein und durchtränkt ist von intensiven Reiseerlebnissen.»
Zur Anregung der Gedanken
Drei Bücher standen im Zentrum bei der Vernissage von Stephan Gottet
«In meinen Büchern geht es viel um Wasser», sagte Autor Stephan Gottet neben dem plätschernden Brunnen in seinem Garten. Seine Werke «Molo Audace» und «Nach-t-Zug nach Wien» und «Der Fischteller-Code» über seine Sammlung fanden bei der Gästeschar grosses Interesse.
Bernadette Oswald
«Der wichtigste Satz von ‹Molo Audace› steht am Anfang», sagte Stephan Gottet. «Alle haben recht – niemand hat die Gerechtigkeit.» Für ihn gebe es nie eine definitive Aussage, alles sei im Konjunktiv. Er erklärte, dass «Molo Audace» einen roten Faden hat. «Wir verteidigen immer die Menschen, die auf der Schattenseite stehen.»
Zu schreiben begonnen habe er für dieses Buch vor sieben Jahren und er schreibe immer nachts. «‹Molo Audace› will eigentlich die Gedanken der Lesenden anregen», ergänzte der Autor.
Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit
«Du zündest mit ‹Molo Audace› ein Feuerwerk von überraschenden Ideen und ungewöhnlichen Einfällen. Dein breiter Bildungs- und Wissenshorizont erlaubt dir das Aufspüren von Hintergründen und das Schaffen von Querverbindungen», sagte Hanspeter Ernst in seiner Rede. Das Buch «Molo Audace» ist ein Beitrag zum Thema Entwicklungszusammenarbeit. In 95 Thesen und sechs Lösungsansätzen sowie 306 sachbezogenen Abbildungen betrachtet der Autor kritisch seine Erfahrungen aus verschiedenen Perspektiven. 2003 stellte Stephan Gottet das «Projekt Synesius» auf die Beine. Das Hilfswerk leistet seither Basisarbeit an zwei Orten in Kenia. «Der Vordenker dieses Projekts ist Heinz Koch», betonte Stephan Gottet. Der Erlös von «Molo Audace» geht vollumfänglich an das «Projekt Synesius».
Ein orchestriertes Sammelsurium
Willy Baumgartner schrieb im Buch «Molo Audace» einen mehrseitigen Kommentar. «Dieses Buch hat mich verändert, mit jeder Seite, mit jedem Bild», stellte er in seiner Ansprache fest. «Molo Audace» sei ein gewaltiges Epos der abendländischen Kultur, der Menschheit und der Natur und vor allem der Seele des Autors, und zwar in Satire, Poesie, Prosa und Bildern.
Ein orchestriertes Sammelsurium mit vielen Tönen nannte Hanspeter Ernst das Buch «Nach-t-Zug nach Wien». «Dieses Werk handelt von einer Reise, die nach Wien gehen soll und in Linz aufhört, und darüber, was zwischendurch passiert, weil eines der Kinder die Notbremse zieht», erklärte er. Und der Autor formuliere in diesem Buch mit grösstem Vergnügen Wortspiele. Stephan Gottet las aus «Nach-t-Zug nach Wien» das Kapitel «Der magische Weiher von Cucuron» vor, wo es etwa heisst: «Geheimnisvoll? Er (der Weiher) birgt Verschwundenes und Zukünftiges.»
Antike Rezepte zum Nachkochen
Aus der Antike sind die 62Fischteller der Sammlung von Stephan Gottet, die im Buch «Der Fischteller-Code» von Eva Hofstetter vorgestellt sind. Arlette Neumann gab Einblick, wie das Buch gegliedert ist. «Im ersten Teil geht es um die Geschichte und die Herstellung der Teller und im zweiten Teil um die Meeresbewohner, die darauf abgebildet sind. Der dritte Teil hat die Form eines Katalogs, in dem die Fischteller sowie weitere Gefässe mit Fischdarstellung aufgelistet sind.» In diesem Teil gebe es auch antike Fischrezepte, die man nachkochen könne, und Zeichnungen der Fischteller für Kinder zum Ausmalen. Im Garten von Stephan Gottet stand ein grosses Paillettenbild, das einen Fischteller aus der Sammlung darstellt. Kreiert wurde dieses Bild für eine Fischteller-Ausstellung in Basel.



