21,9 Millionen für Schulhaus
10.06.2022 MutschellenBehörden informierten über den teuersten Kreditantrag in der Geschichte der Gemeinde
Am Donnerstag, 23. Juni, entscheiden die Wider Stimmberechtigten, ob sie für fast 22 Millionen Franken das Schulhaus 1 ersetzen und eine Doppelturnhalle bauen ...
Behörden informierten über den teuersten Kreditantrag in der Geschichte der Gemeinde
Am Donnerstag, 23. Juni, entscheiden die Wider Stimmberechtigten, ob sie für fast 22 Millionen Franken das Schulhaus 1 ersetzen und eine Doppelturnhalle bauen möchten.
Roger Wetli
Kostete das alte Schulhaus von 1959 900 000 Franken, ist der Betrag für seinen Ersatz über 60 Jahre später deutlich höher. Dafür erhält die Bevölkerung anstelle der Einfach- eine Zweifachturnhalle und Raum für die Tagesstrukturen. Der Wider Gemeinderat und die Architekten Renate Walter und Thomas Frei erklärten an der Infoveranstaltung am Dienstagabend die wichtigsten Eckpunkte zu diesem Millionenbau der Bevölkerung. «Wir bauen hier keinen Luxus, sondern nur das Notwendigste», unterstrich Gemeindeammann Peter Spring. Und auch Architektin Renate Walter betonte: «Wir hätten noch einige nützliche zusätzliche Ideen gehabt. Diese waren aber zu teuer. Trotzdem können wir nach wie vor hinter diesem Projekt stehen.»
Einzug im Sommer 2026
Beide reagierten damit auf Äusserungen und Fragen von Anwesenden, die verschiedene Wünsche äusserten, die im aktuellen Projekt nicht berücksichtigt worden sind. «Wir werden aber bei der Materialisierung noch Spielraum haben», versprach Peter Spring. «Noch ist nicht jedes Detail festgelegt. Die Budgetierung geht aber bereits sehr weit.»
Wird der Kredit am 23. Juni genehmigt, ist mit einem Baustart im Sommer 2024 zu rechnen. Zuerst wird die Turnhalle abgebrochen und anschliessend das Schulhaus und die Doppelturnhalle gebaut. Der Einzug erfolgt zwei Jahre später. Erst dann wird das Gebäude von 1959 zurückgebaut.
Grösster Kredit der Geschichte
«Gmeind» entscheidet über 21,9 Millionen Franken für den Ersatzneubau vom Schulhaus 1
Am Dienstagabend lud der Wider Gemeinderat die Bevölkerung zu einer Infoveranstaltung zum teuersten Kreditantrag in der Geschichte der Gemeinde ein. Mit 21,9 Millionen Franken soll das Schulhaus 1 ersetzt werden und eine Doppelturnhalle entstehen. Entschieden wird an der «Gmeind» am 23. Juni.
Roger Wetli
«Bei der Planung haben wir ständig zwischen dem ‹Must› (Dringenden) und dem ‹Nice to have› (Wünschenswerten) unterschieden», betonte der Wider Gemeindeammann Peter Spring an der Infoveranstaltung zum Ersatzbau des Schulhauses 1 mit Doppelturnhalle. «Es hätte einige Dinge mit Beträgen zwischen je 100 000 und 500 000 Franken gegeben, die schön und nützlich wären. Im Verhältnis zu den jetzt beantragten 21,9 Millionen Franken scheinen solche Beträge zwar klein zu sein. Es ergeben sich aber daraus schnell einige zusätzliche Millionen Franken.» Er reagierte damit auf Voten an der Versammlung, die zum Beispiel modernere Wandtafeln wünschten, diese aber nicht im Budget aufgeführt sahen. Und der Ammann unterstrich: «Wir hatten noch nie ein Traktandum an einer Wider ‹Gmeind›, das unsere Gemeinde so viel kostete. Auch der Bau des Sportzentrums Burkertsmatt nicht.»
Flexibler Bau
Das neue Schulhaus soll das alte Gebäude aus dem Jahr 1959 ersetzen, das damals für 900 000 Franken erstellt wurde. Architektin Renate Walter vom Büro Waldrapp AG stellte die wichtigsten Eckpunkte des Ersatzbaus vor: «Es wird auf zwei Stockwerken unterrichtet. Dazu teilen sich jeweils zwei Klassen einen Gruppenraum. Im unteren finden die Tagesstrukturen genügend Platz.
Das Ganze wird so gebaut, dass nur die Stützen, Decken und Böden tragend sind. Die Wände können bei Bedarf später anders platziert werden.» Leicht verdreht zum Schulhaus wird darunter eine Doppelturnhalle gebaut, welche die bisherige Einfachturnhalle ersetzt. «Sie wird so angeordnet, dass die Vereine einen separaten Eingang finden, ohne dass sie ins Schulhaus hineinmüssen», erklärte sie. «Viel Wert legen wir auch auf eine attraktive Aussengestaltung mit Baumdach, wo sich die Kinder wohlfühlen.» Dazu würden die Autound Veloparkplätze entflochten, indem sie unterschiedliche Zugänge erhalten. «Unter dem Baumdach kann bei Bedarf ebenfalls parkiert werden, aber nicht permanent», gab Renate Walter Einblick. Und auch sie betonte: «Wir führten verschiedene Sparrunden durch und legen grossen Wert auf eine einfache, qualitativ gute und trotzdem günstige Materialisierung.» Auf dem Flachdach sind Photovoltaik-Anlagen vorgesehen.
Wird der Kredit am 23. Juni genehmigt, kann nach weiteren Vorarbeiten wohl im Sommer 2024 der Baustart erfolgen und das Schulhaus zwei Jahre später eingeweiht werden. «Zuerst wird die Turnhalle abgebrochen und dort anschliessend das neue Schulhaus samt Doppelturnhalle gebaut. Das Gebäude aus dem Jahr 1959 bleibt in Betrieb und wird erst nach Bezug des neuen zurückgebaut», erklärte die Architektin. Der Bau findet parallel zum Schulbetrieb statt. «Wir werden die Arbeiten so anordnen, dass sich die Baustelle und die Schüler nicht kreuzen», versprach Thomas Frei, A rchitekt der GMS-Partner AG. «Es gibt zwei Meter hohe Sichtschütze und an einigen Orten Bullaugen, von wo aus die Schüler die Arbeiten verfolgen können.» Für die Doppelturnhalle wird ein 10 Meter tiefes Loch mit einem Aushub von 15 000 Kubikmeter gegraben. Wir rechnen dabei mit sehr viel Fels.»
Aufstockung zu teuer
Bei der anschliessenden Fragerunde wurden verschiedene Wünsche an das Schulhaus geäussert. So wollte jemand wissen, ob das Schulhaus nachträglich bei Bedarf um einen Stock ergänzt werden könnte. «Das wird nicht gehen, da dies bereits beim Grundbau höhere Kosten verursachen würde und da der darunterliegende Stock während der Arbeiten gesperrt werden müsste», erklärte der Ammann. «Langfristig müssen wir ebenfalls das Schulhaus 2 sanieren oder neu bauen. Bei zusätzlichem Schulraumbedarf wird es günstiger, mehr Raum dort einzuplanen.» Ein Mitglied eines Sportvereins bemängelte die Kommunikation des Gemeinderates. «Wir wurden nur einmal nach unserer Meinung gefragt, haben diese abgegeben und hörten dann nichts mehr.» Spring versprach, dass die Vereine, Lehrer und Tagesstrukturen bei der endgültigen Materialisierung wieder einbezogen würden. Und er unterstrich: «Wir haben ein Schulhausprojekt, von dem wir überzeugt sind, dass es nützlich und stimmig ist für die ganze Gemeinde. Der Schule würde zum Beispiel nur eine Einfachturnhalle genügen. Die zweite bauen wir für die Vereine.» Bei allen Wünschen müsse man darauf achten, dass man auch die Zustimmung habe von den Leuten ohne Kinder und welche nicht in Vereinen aktiv sind, und das Budget nicht überlade. «Das wird uns hier hoffentlich gelingen.»
Die Traktanden
An der Wider Einwohnergemeindeversammlung vom Donnerstag, 23. Juni, 19.30 Uhr, werden folgende Traktanden behandelt: 1. Protokoll vom 18. November 2021. – 2. Jahresrechnung 2021. – 3. Rechenschaftsbericht 2021. – 4. Erlass der Anschlussgebühren im Zusammenhang mit dem Ersatzneubau Schulhaus 1 mit Doppelturnhalle und Tagesstrukturen. – 5. 21,9 Millionen Franken für den Ersatzneubau Schulhaus 1 mit Doppelturnhalle und Tagesstrukturen. – 6. 1,39 Millionen Franken für den Ersatz der Asylunterkunft an der Dorngasse. – 7. 100 000 Franken für die Ausarbeitung eines Vorprojekts/Machbarkeitsstudie Hallenbad Mutschellen (Anteil Gemeinde Widen 29 200 Franken). – 8. Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an eine Person. – 9. Verschiedenes und Umfrage. --rwi



