«Lah gah lah» am Lamalagahla
28.06.2022 Oberwil-LieliDie Premiere des Musikfestivals in Oberwil-Lieli begeistert Jung und Alt
Am Wochenende fand das erste Mal das Lamalagahla, ein zweitätiges Musikfestival des Vereins Alpackada, auf dem Bauernhof Litzibuch in Oberwil-Lieli statt: Das Fazit ist positiv: Ein voller Erfolg ...
Die Premiere des Musikfestivals in Oberwil-Lieli begeistert Jung und Alt
Am Wochenende fand das erste Mal das Lamalagahla, ein zweitätiges Musikfestival des Vereins Alpackada, auf dem Bauernhof Litzibuch in Oberwil-Lieli statt: Das Fazit ist positiv: Ein voller Erfolg dank lückenloser Planung.
«Es ist alles mit so viel Liebe gemacht: Sorgfältig, nachhaltig, bedacht, selbst gemacht … da fühlt man sich wie zu Hause.» Der Sänger und Songrapper Benji Bonus hatte das Festivalgelände eigentlich als begeisterter Besucher mit seinen Kindern betreten. Doch es kommt anders als geplant: Die spontane Absage der Band «Malaka Hostel» aus Deutschland lässt eine Lücke im Bühnenprogramm zurück.
Benji Bonus übernahm den Slot gerne und sprang kurzfristig ein. Kurzerhand adaptierte er ein paar seiner Songs und improvisierte sogar auf Oberwil-Lieli zugeschnittene Texte. «Lamas werden unterschätzt», lacht Benji Bonus als Fazit des spontanen Auftritts. Auch sein Publikum überzeugte ihn, das mit so viel Energie mitmachte, als läge nicht bereits ein heisser Sommertag hinter ihm. Trotz des Sonnenuntergangs draussen tanzten die Leute im Festzelt vor der Bühne, während Benji Bonus von der «Oberwil-Lillifee» sang. So wurde durch schnelle, einwandfreie organisatorische Handhabung aus einer Panne ein Highlight des Samstagabends.
Planung und Improvisation
«Es ist trotz all der Planung immer wieder Improvisation», meint Joshua Bissegger aus dem OK zum geretteten Auftritt. Hinter dem zweitägigen Festival steht das Organisationskomitee von Alpackada. Ein Verein, dem nicht nur die lokale Kunst und Musik am Herzen liegt, sondern der an seinem Festival auch auf Nachhaltigkeit und Awareness achtete. Die Baumaterialien waren deshalb nachhaltig, die Verpflegung vegetarisch und vegan.
Getränke nachliefern, die WC-Ecken kontrollieren, immer Augen offen halten: Das Organisationsteam war gross und engagiert, dennoch gab es für die Mitglieder an den Festivaltagen immer etwas, wofür es umherzueilen galt. Zu einer Verschnaufpause im Backstagebereich traf man da nur auf die Bandmitglieder. Dass die Organisation eines Musikfestivals für alle im Team Neuland war, würde man dem durchgeplanten Festivalgelände gar nicht abnehmen. «Niemand wusste so recht, was uns erwartet», so Bissegger. Doch durch die grosse Gruppe und eine gute Aufgabenteilung konnte alles abgedeckt und überwacht werden. «Es zahlt sich aus, dass wir an so viel gedacht haben. In allen Ecken ist viel Hirnschmalz drin.»
Gute Musik und besonderes Flair
Das breite Angebot auf dem Festival bot tatsächlich für jeden etwas. Für die Kinder gab es ein Schminkangebot, das auch von Erwachsenen nicht ausgelassen wurde. Viele schlugen ihre Zelte auf dem Campinggelände auf und blieben zur Freude der Alpackadas über Nacht. Bereits am Freitag waren nach Schätzung 400 Leute anwesend.
Das OK hatte an alles gedacht. Der grosse Besucherandrang verteilte sich über Kickerkasten, Pingpongtisch, Poetry- und Improtheater-Angebote. Weniger erfahrene Künstler und Künstlerinnen erhielten die Möglichkeit, sich auf der Zehnminutenbühne zu beweisen. Auch dafür waren alle Slots belegt. Ab dem Sonnenuntergang machten Hunderte kunterbunte Lichtquellen Stimmung. Der Hingucker sind die riesigen Lampionhände, die sich an den Bäumen des Geländes hielten. Aber auch kleinere Elemente wie Sofaecken, Sonnensegel, Discokugeln und Lampenschirme trugen zum Festivalflair bei und schufen einen einladenden Raum, um in Gruppen zusammensitzend oder vor der Bühne tobend der Musik zu lauschen. Eine breite Palette an DJs und Bands war am Festival zu hören. Neben Technomusik war auf den zwei Bühnen Elektro, Ska, Reggea, Rap, Experimental Jazz und vieles mehr vertreten. Darunter «Weibello», ein Zuger Rapper, und «Tom Paul», eine Electro Band, deren Shows es Joshua Bissegger besonders angetan haben.Auch Bissegger selbst hat aufgelegt; einen rassigen Techno, der zur Nachmittagsstimmung gut ankam. Da auch dies eine erste Erfahrung für ihn war, war er sehr nervös. Das Organisationsteam machte in der Planung und Umsetzung des Festivals immer wieder Erfahrungsgewinn unterschiedlichster Art. «Man sieht dabei in Branchen hinein und hinter die Kulissen von Dingen, die man so noch nicht kennt», so Bissegger, welcher daraus viel für sich mitnimmt.
Weiterführung der Freiämter Kultur
Immer mehr der alten Festivals verschwinden aus dem Freiamt. Das Openeye und das Zamba Loca gehörten zu den ehemaligen Open Airs, von denen das Lamalagahla einen Teil der Leute übernommen hat. Sowohl Besuchende wie Künstler und Künstlerinnen freuten sich über das neue Festival, mit dem ein Teil Kultur weitergeführt wird. Das OK erfuhr viel positive Rückmeldung dazu. «Man sieht es ihnen schon an, das kollektive Strahlen braucht manchmal nicht einmal zwingend in Worte gefasst zu werden», strahlt Bissegger seinerseits. Die Bestätigung der «Generation vor uns», dass das Alpackada bei der Fortführung einer Festivaltradition einen guten Job macht, bedeutet ihm viel.
Der grosse Aufwand und die sorgfältige Planung bis ins letzte Detail verlangen nach einer Fortführung. Joshua Bissegger ist zuversichtlich, dass es ein weiteres Lamalagahla geben wird: «Wir werden das Konzept und unsere Ideen sicher beibehalten.» Denn viel besser kann man es gar nicht mehr machen. --gps





