Städtisch bis ländlich
17.05.2022 Region BremgartenGrenzwanderung liess viele Teilnehmer staunen
Am letzten Samstag führte die Gemeinde Zufikon eine Grenzwanderung durch. Rund 230 Einwohner erlebten einen abwechslungsreichen Tag.
Roger Wetli
Die Gemeindegrenze von Zufikon ...
Grenzwanderung liess viele Teilnehmer staunen
Am letzten Samstag führte die Gemeinde Zufikon eine Grenzwanderung durch. Rund 230 Einwohner erlebten einen abwechslungsreichen Tag.
Roger Wetli
Die Gemeindegrenze von Zufikon ist rund zwölf Kilometer lang. Am Samstag folgten ihr über 200 Personen vom Emaus aus über Bremgarten, Eggenwil, Widen, Berikon, Oberwil-Lieli und Unterlunkhofen.
Ausweichen, wenn nötig
Nicht immer war es dabei möglich, exakt auf der Grenze zu marschieren. Dies verhinderten Privatgärten, Schluchten und die Reuss. Trotzdem erlebten die Teilnehmenden eine äusserst abwechslungsreiche Wanderung durch städtisch anmutende Quartiere, offene Felder, Wälder und an historischen und modernen Gebäuden vorbei. Immer wieder musste auch auf Parzellen der Nachbardörfer gewandelt werden. Diese schickten auch gleich kleine bis grössere Delegationen ihrer Gemeinderatsgremien mit.
Die Teilnehmer wurden in sechs Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einem Gemeinderatsmitglied angeführt wurde. Gemeinderätin Gabriela Bereuter hatte in ihrer Funktion bereits die erste Grenzbegehung mitgestaltet, die exakt vor elf Jahren stattfand. «Es war auch diesmal wieder ein grandioses Erlebnis. Wir sind heuer zwar weniger stur der Grenze gefolgt, trotzdem war es ein schönes Erlebnis für junge und ältere Zufikerinnen und Zufiker.»
Dorf in ganzer Vielfalt
Grenzwanderung der Gemeinde war ein grosser Erfolg
Rund 230 Personen nahmen am letzten Samstag an der Begehung der Zufiker Gemeindegrenze teil. Sie erlebten eine abwechslungsreiche Wanderung bei schönstem Wetter.
Roger Wetli
«An der Betondecke dieser Fussgängerunterführung der Bahn hatten Handwerker ein Holzkreuz auf der Grenze zwischen Zufikon und Bremgarten eingebracht. Leider haben wir es noch nicht gefunden», erklärte Gemeinderätin Gabriela Bereuter ihrer Wandergruppe. Sie führte die erste von sechs Wandergemeinschaften an, welche die Zufiker Grenze am Samstag im 30-Minuten-Abstand abliefen. Wer sie exakt begehen will, benötigt dazu gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und keine Skrupel, teilweise über Privatland zu gehen. So weit ging der Zufiker Gemeinderat bei dieser 12-Kilometer-Wanderung nicht. «Wir hatten uns entschieden, unwegsame Gebiete wie zum Beispiel die Schlucht des Pflanzerbachs zwischen Eggenwil und Zufikon zu umgehen», gab Bereuter zu Protokoll. «An anderen Orten schnitt für uns das Bauamt aber extra das Gras.»
Grenze verschieben
Obwohl die Grenzwanderung nicht immer exakt der Grenze entlang führte, erlebten die 230 Teilnehmer einen abwechslungsreichen Marsch, der das ganze Potenzial des Dorfes zeigt. Angefangen bei der historischen Emaus-Kapelle über das städtisch geprägte Bremgarter Grenzgebiet mit Einkaufszentren und Schnell-Imbiss-Buden, Wald, Flur, weidende Kühe und Ziegen bis zur Reuss. Nicht zu vergessen, die Höhenunterschiede zwischen Talgrund und Bahnhaltestelle Belvédère.
Immer wieder führte der Weg auch über die Grenze in die umliegenden Gemeinden. Für die grandiose Aussicht beim «Alpenzeiger» in Oberwil-Lieli wurde gar extra ein kleiner Umweg gemacht. «Wir haben uns überlegt, unsere Grenze hier ein bisschen nach oben zu verschieben, so schön ist es», scherzte Gabriela Bereuter. Sie wies immer wieder darauf hin, wie die Gemeindegrenze genau verläuft und wenn exakt auf ihr gewandert wurde. Zwischen Bremgarten und Zufikon gibt es etwa Quartiere, in denen die rechts stehenden Häuser nicht zur selben Gemeinde gehören wie die links stehenden.
Rund sechs Stunden waren für die zwölf Kilometer vorgesehen – dies inklusive Verpf legungspausen. Und Verpflegung gab es an dieser Grenzwanderung viel. Auf dem Sädelhof in Berikon wurde gar ein Mittagessen aufgetischt.
Mehr Anmeldungen als erwartet
Die Zufiker Grenzbegehung fand zum zweiten Mal statt. «2011 war sie am exakt selben Datum», schmunzelte Bereuter. Auch damals nahmen mit 223 Einwohnerinnen und Einwohnern ähnlich viele Personen wie heute teil.» Weil es heuer mehr Anmeldungen als erwartet gab, wurde eine sechste Gruppe gebildet, die nicht durch einen Vertreter des Gemeinderates, sondern durch Ortsbürger Othmar Stettler angeführt wurde. Zwischen den Erklärungen der Wanderführer gab es viel Gelegenheit, sich gegenseitig auszutauschen. Dies wurde rege genutzt. Und wer nach der Wanderung noch mit den vorangehenden oder nachfolgenden Gruppen in Kontakt kommen wollte, konnte den Nachmittag im extra aufgebauten Festzelt auf dem Emaus-Parkplatz ausklingen lassen.



