Die «grosse Liebe» gepachtet
11.01.2022 MutschellenDas Restaurant «Testarossa» wird durch Adriano Balla wiedereröffnet
Ab Mitte Januar kann im Restaurant «Testarossa» in Widen wieder geschlemmt und gefeiert werden. Neuer Wirt ist der Abruzzen Adriano Balla. Er hatte bereits hier als Pizzaiolo ...
Das Restaurant «Testarossa» wird durch Adriano Balla wiedereröffnet
Ab Mitte Januar kann im Restaurant «Testarossa» in Widen wieder geschlemmt und gefeiert werden. Neuer Wirt ist der Abruzzen Adriano Balla. Er hatte bereits hier als Pizzaiolo gearbeitet und sich damals ins Lokal verliebt.
Viele wilde Gerüchte wurden erzählt, als Ende Herbst der langjährige Restaurant-«Testarossa»-Wirt Avdyl Isufaj den Stecker zog. Von einem Neubau des Gebäudes war zum Beispiel die Rede und dass darin kein Restaurant mehr Platz haben würde. Jetzt ist klar: Das «Testarossa» hat eine Zukunft und wird wiedereröffnet. Und das schon bald. «Wir sind mit vollem Elan am Einrichten und möchten Mitte Januar loslegen», erklärt der neue Pächter Adriano Balla, den man auf dem Mutschellen praktisch nur unter seinem Vornamen kennt.
Traum geht in Erfüllung
«Als ich vor fünf Jahren hier gearbeitet hatte, habe ich mich sofort in das «Testarossa» verliebt. Es wurde mein Traum, dieses Restaurant einmal selbst zu führen – meine grosse Liebe neben meiner Frau Silvia», lacht Balla. Auf dieses Ziel habe er in den letzten Jahren hingearbeitet. «Und dieser Traum geht jetzt in Erfüllung», lacht er.
Adriano Balla wuchs in Italien in den Abruzzen auf. Dort, in der Strandstadt Giulianova, führte er zehn Jahre lang ein Restaurant. Da er weitere Arbeitserfahrung sammeln wollte, kam er 2016 auf den Mutschellen, wo er ein Jahr lang im «Testarossa» als Pizzaiolo arbeitete. «Ich habe mich hier sofort wohlgefühlt», blickt er zurück. «Die Menschen vom Mutschellen sind sehr freundlich und schätzen gute Arbeit und leckeres Essen sehr. Ich fühle mich gut aufgehoben.» Deshalb blieb Adriano Balla in der Schweiz. Nach seiner Zeit im «Testarossa» führte er einen Pizza-Take-away in Rudolfstetten und in den letzten drei Jahren eine eigene Pizzeria in Bergdietikon.
Bar wieder beleben
Die Familie des neuen «Testarossa»-Pächters blieb bisher in Italien. Dies ändert sich nun. Seine Frau Silvia und die beiden 11- und 6-jährigen Töchter leben nun ebenfalls in Berikon. «Bis zum «Testarossa» sind es nur etwa 800 Meter. Das passt sehr gut ins Familienleben», schaut er voraus. Zudem werde sein Restaurant zwar sieben Tage pro Woche geöffnet, er aber nicht ständig anwesend sein. «Ich erlaube mir, auch einmal freizumachen», lacht der Abruzzer.
Neben den klassischen Pizzas möchte Adriano Balla im «Testarossa» auch Spezialitäten aus seiner Heimat anbieten. Dazu gehören Lammspiesse nach Abruzzer-Art, typischer Käse, aber auch viel Fisch. Die Pasta wird er selber herstellen. Und noch etwas ist ihm wichtig: «In der Bar biete ich typisch italienischen Apéro an. Man wird also zum Wein oder Bier nicht einfach gesalzene Nüsse oder Pommes-Chips erhalten, sondern auch kleine Pizzas und Antipasti», erklärt er.
Gleichzeitig möchte er die Bar wieder beleben. Angestrebt sind dazu tägliche Öffnungszeiten zwischen 17 und 24 Uhr. In einem direkt daneben liegenden grossen Raum wurde früher Billard gespielt. «Meine Verpächter haben den Raum renoviert. Dort könnte man künftig Tagungen, regelmässige Tanzabende oder weitere Anlässe durchführen. Zudem möchte ich Weindegustationen mit guten Tropfen aus Italien und der Schweiz anbieten», so der künftige Gastgeber. Grundsätzlich soll das «Testarossa» ein Ort bleiben, wo sich jede und jeder willkommen fühlt. «Und natürlich bin ich gerne bereit, für die Gäste ihr ‹Lieblings-Italiener› zu werden», schmunzelt der Abruzzer.

