«Plötzlich doch nicht mehr gefragt», Artikel in der Ausgabe vom 14. Januar.
Wenn das die Arbeitsweise des Gemeinderates in der neuen Amtsperiode ist, dann sollten sich alle Freiwilligen, die in und für die Gemeinde tätig sind, in Acht nehmen, denn ...
«Plötzlich doch nicht mehr gefragt», Artikel in der Ausgabe vom 14. Januar.
Wenn das die Arbeitsweise des Gemeinderates in der neuen Amtsperiode ist, dann sollten sich alle Freiwilligen, die in und für die Gemeinde tätig sind, in Acht nehmen, denn plötzlich haben sie auch ausgedient und werden ohne Begründung kaltgestellt und durch einen guten Freund des Gemeinderates ersetzt.
Ob ein (künftiges) Engagement zugunsten der Gemeinde und der Exekutive mit einer solchen Wertschätzung und Loyalität lohnenswert ist? Wohl kaum, wenn man auf die Abspeisung der beiden engagierten, gewissenhaften und fachkompetenten Vorstandsmitglieder René Widmer und Hans Thalmann blickt. Der Artikel widerspiegelt das alte Verhaltensmuster im Gemeinderat Boswil, das sich trotz mehrmaligen Bruchlandungen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung nicht verändert hat. Da werden zwei langjährige Vorstandsmitglieder mit über 20 Jahren Erfahrung aufgrund reiner Befürchtungen und Vermutungen nicht wiedergewählt respektive abgesetzt und abserviert.
Solche Entscheidungen werden im Normalfall begründet und mit dem Vorstand und den Betroffenen im Vorfeld besprochen. Dass dies nicht geschehen ist, zeugt von wenig Klasse, Professionalität, Glaubhaftigkeit und eher von Willkür. Im Nachhinein bedauert der Gemeinderat, dass sich die nicht wiedergewählten Vorstandsmitglieder vor den Kopf gestossen fühlen, gleichzeitig zollt er ihnen Respekt und dank für die geleistete Arbeit, zynischer kann man es fast nicht mehr anstellen.
Vor einer solchen Behörde ist äusserste Vorsicht geboten – Augen auf bei der Gemeinderatswahl. Der Gemeinderat sollte die Interessen der Einwohnerinnen und Einwohner vertreten, offen und transparent kommunizieren. Vetternwirtschaft, wenn immer möglich, vermeiden. Es ist auch dem Gemeinderat nicht verboten, aus der Vergangenheit zu lernen, denn Dorfkönige werden auch in Boswil ein kurzes Leben haben.
Marco Berger, Boswil