Chregi Hansen, Redaktor.
«Nach dem Essen sollst Du ruh’n oder 1000 Schritte tun», heisst eine bekannte Weisheit. Wobei die Medizin das in Abrede stellt. Hinlegen nach dem Essen führt zu Sodbrennen. Und Bewegung nachher ist ...
Chregi Hansen, Redaktor.
«Nach dem Essen sollst Du ruh’n oder 1000 Schritte tun», heisst eine bekannte Weisheit. Wobei die Medizin das in Abrede stellt. Hinlegen nach dem Essen führt zu Sodbrennen. Und Bewegung nachher ist nicht zu empfehlen, weil die Verdauung allein schon Energie kostet.
Ich hingegen finde, dass sich beides wunderbar kombinieren lässt. Nach dem Mittagessen kurz hinlegen und etwas lesen, dann zu Fuss zurück zur Arbeit – so starte ich gerne in den Nachmittag. Es sind in meinem Fall gar mehr als 1000 Schritte. 1287, um ganz genau zu sein. Und das im Normalfall viermal pro Tag, somit komme ich auf über 5000 Schritte. So viel kann ich gar nicht essen, um mit der Weisheit in Einklang zu sein.
Natürlich habe ich die Schritte nicht selber gezählt. Ich habe mir dafür extra eine App aufs Handy geladen. Schrittzähler, Fitnessund Gesundheitstracker sind derzeit ja gross in Mode. Inzwischen gibt es Uhren, die messen nicht nur die gelaufene Strecke und die verbrannten Kalorien, sondern auch den Sauerstoffgehalt im Blut, den Stresslevel, die Herzfrequenz, die Schlafqualität und vieles mehr. Sie sind teilweise bis zu 50 Meter Tiefe wasserdicht – schliesslich muss man gerade während dem Tauchen auf seine Schlafqualität achten.
Immer mehr Menschen setzen auf diese Dinger. Mich lassen sie kalt. Wenn ich morgens zerknirscht aufstehe, war die Schlafqualität wohl schlecht. Wenn ich am Tag Kopfweh habe, war der Abend davor wohl feuchtfröhlich. Wenn ich auf dem Weg mit dem Hund zum Wasserreservoir hoch eine Pause einlegen muss, wäre es wohl Zeit für mehr Sport. Und wenn ich beim Blick nach unten die Zehen nicht mehr sehe, dann bin ich definitiv zu dick. Dazu brauche ich keine Uhr. Dafür muss ich nur in mich hineinhorchen. Neulich sah ich eine Uhr, die zeigt mir sogar den Menstruationszyklus an. Spätesten da musste ich passen.
Ich habe die App zu Hause gleich wieder gelöscht. Habe etwas gegessen, mich kurz hingelegt und bin dann 1287 Schritte zur Arbeit zurückgelaufen. Und auch wenn die Medizin was anderes behauptet: Mit gefällt diese alte Weisheit viel mehr als alle diese modernen Uhren. Und sie ist erst noch viel günstiger. Sie gibt es umsonst.