400. Geburtstag
16.11.2021 BremgartenAm 8. November 1621 wurde Bremgarten die Kapuzinerkirche eingeweiht. 400 Jahre später feierte man dieses Gotteshaus eine Woche lang mit verschiedenen Anlässen. Am Sonntag gab es die Festreden, bei der auch Regierungsrat Alex Hürzeler über dieses Baudenkmal sprach, das zu den ...
Am 8. November 1621 wurde Bremgarten die Kapuzinerkirche eingeweiht. 400 Jahre später feierte man dieses Gotteshaus eine Woche lang mit verschiedenen Anlässen. Am Sonntag gab es die Festreden, bei der auch Regierungsrat Alex Hürzeler über dieses Baudenkmal sprach, das zu den bedeutendsten Gebäuden der Franziskaner im Aargau zählt. Auf einer Führung erhielten Interessierte Einblick in die bewegte Geschichte der Kirche. --red
Josef macht Geschichte
Bremgarten feierte 400 Jahre Kapuzinerkirche
Am Sonntag wurde das Jubiläum der Kapuzinerkirche mit vielen Gästen gefeiert. Sogar ein Regierungsrat kam. Sie alle würdigten die bisherigen vier Jahrhunderte des Gotteshauses.
Vincenz Brunner
Nach der Reformation wurde Bremgarten zur katholischen Festung ausgebaut. Somit konnte nicht nur die Landstrasse von Zürich nach Bern, sondern auch die Reuss kontrolliert werden. Auch das kirchliche Leben sollte erneuert werden. Darum richtete der Rat von Bremgarten am 29. August 1617 an das Generalkapitel der Kapuziner das Begehren, eine Kirche in Bremgarten zu bauen. Dies wollten mehrere andere Gemeinden auch, aber Bremgarten machte das Rennen.
Bewegte Geschichte
Bereits ein Jahr später wurde durch Abt Jodok Singisen von Muri der Grundstein gelegt. Johannes Bucher, Spitalherr der Stadt, hatte die Kreuzmatte als Baugrund geschenkt. Für den Bau verantwortlich war Victor Martin aus Beromünster. Er wirkte auch beim Bau der Klöster St. Klara und Hermetschwil mit. Am 8. November 1621 konnte die Kirche geweiht werden.
Die Kapuzinerkirche erlebte auch danach eine bewegte Geschichte. 1798 wurde sie von französischen Truppen beschlagnahmt, um als Lazarett zu dienen. Nachdem 1841 alle Klöster im Kanton aufgehoben worden waren, richtete man in der Kirche eine Schmiede ein. 1889 wurde sie zur Anstaltskirche der Ingenbohler Schwestern und seit 1980 finden in ihr Gottesdienste der Stiftung und der Pfarrei statt sowie verschiedene kulturelle Veranstaltungen.
Geschenk an die Bevölkerung
«Wir sehen das Jubiläum als ein Geschenk der Stiftung an die Klientel, die Mitarbeitenden und die Bevölkerung. Darum haben wir für alle Veranstaltungen keinen Eintritt verlangt», erklärte Stiftungsleiter Thomas Bopp während des Festessens. «Wir wollten das Wirken der Kapuziner angemessen würdigen und auch für die Klienten erlebbar machen», so der Stiftungsleiter. Peter Turnherr, Präsident des Stiftungsrats, sprach in seiner Rede von der bewegten Geschichte der Kapuzinerkirche. «Wir tragen den Stab weiter, den schon die Franziskaner und die Ingenbohler Schwestern trugen.»
Sogar Regierungsrat Alex Hürzeler war erschienen, um eine kurze Note an die Anwesenden zu richten: «Die Kapuzinerkirche ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Franziskaner im Kanton und Zeuge der bewegten Geschichte der Klöster im Kanton», hielt er fest. Stadtpräsident Raymond Tellenbach empfand eine besonders ausgeprägte Freude. «Die Kapuzinerkirche gehört zur Stadt, man hat eine Beziehung zu ihr.» Provinzialoberin Schwester Tobia hat ihr Praktikum in Bremgarten gemacht. «Der Mensch steht im Mittelpunkt. Mutter Theresa würde sich freuen, wenn sie das sehen würde.»
Zum Abschluss redete Bruder Josef Haselbach. Er sprach von einer Stafette, die im Sinne der Kapuziner weitergeführt wird. «Was sind wir anderes als Spielleute Gottes, die an die Herzen der Menschen rühren», stellte er abschliessend fest. Die Festlichkeiten wurden von der Stadtmusik Bremgarten musikalisch begleitet, dies, obgleich sie bereits an diesem Wochenende ihre grossen Auftritte im Casino hat.
Viele Programmpunkte
Genau 400 Jahre nach der Einweihung der Kapuzinerkirche starteten die Festlichkeiten mit einer Ausstellung alter Fotos im Kreuzgang der Kirche. Am Dienstag folgte eine Podiumsdiskussion und am Mittwoch ein freies Singen. Weiter ging es am Freitag mit einer Erzählnacht zum Thema Licht, an der Schwester Elia Marty von den Ingenbohler Schwestern, Stiftungsleiter Thomas Bopp und Mirjam Hegenbarth von der St. Josef-Stiftung zugegen waren. Der Anlass wurde von rund 50 Zuhörern besucht.
Am Samstag fanden verschiedene Konzerte in der Kapuzinerkirche statt. Den Beginn machte Anton Meier an der Orgel mit Werken aus den letzten 400 Jahren. Weiter ging es mit Eliane Koradi an der Harfe, und zum Abschluss spielte Jure Cerkovnik an der klassischen Gitarre. Am Sonntag wurde das Jubiläum mit einem Festgottesdienst unter der Leitung von Bruder Josef Haselbach, Provinzial der Schweizer Kapuziner, und einem Festessen beendet. Die Jubiläumswoche wurde begleitet durch verschiedene Führungen von Historiker Max Stierlin und Schwester Reto sowie eine Ausstellung im Radballsaal, die das Leben von damals erlebbar machte. --vb



