Neuer Schulpavillon nötig
08.10.2021 MutschellenKreisschule Mutschellen braucht mehr Räume
Vor drei Jahren verkaufte die Kreisschule Mutschellen einen lange leer stehenden Schulpavillon weiter – jetzt benötigt sie selber wieder einen, und zwar bereits ab kommendem Schuljahr. Schnell muss es gehen, weil sich die ...
Kreisschule Mutschellen braucht mehr Räume
Vor drei Jahren verkaufte die Kreisschule Mutschellen einen lange leer stehenden Schulpavillon weiter – jetzt benötigt sie selber wieder einen, und zwar bereits ab kommendem Schuljahr. Schnell muss es gehen, weil sich die Schulpflege auf Schülerprognosen verlassen hatte, die sich heute als fehlerhaft herausstellten. An den Einwohnergemeindeversammlungen von Berikon, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen wird deshalb über einen Kredit von 960 000 Franken abgestimmt. --rwi
Dringender Handlungsbedarf
Die Kreisschule Mutschellen beantragt den Bau eines Schulraumprovisoriums
Der Platz in der Kreisschule Mutschellen ist eng – zu eng. Deshalb wird an den Gemeindeversammlungen von Berikon, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten und Widen über einen Kredit von 960 000 Franken abgestimmt, mit dem bis kommenden Sommer ein zweigeschossiger Schulpavillon gebaut werden könnte.
Roger Wetli
«In weniger als zwei Jahren werden wir rund 600 Schüler in 28 bis 29 Klassen an der Kreisschule Mutschellen haben. Handeln wir jetzt nicht, wird der Platz für sie nicht mehr reichen», erklärt Gabriela Bader, Gemeinderätin von Oberwil-Lieli und Mitglied des Ausschusses der Kreisschule. Dessen Präsident und Rudolfstetter Vizeammann Daniel Wieser ergänzt: «Wir sind jetzt mit 26 Klassen und 500 Schülerinnen und Schülern bereits am Limit und mussten die Räume auf diesen Sommer neu verteilen. In einem Jahr werden wir 2 bis 3 Klassen mehr haben.»
Fehlerhafte Zahlen
Dass in den kommenden Jahren der Platz an der Kreisschule Mutschellen nicht mehr reichen wird, stellten die Verantwortlichen im Juni 2020 fest. «Zuvor hatten wir uns auf Zahlen und Listen verlassen, die sich im Nachhinein als fehlerhaft herausstellten. Wir haben da offensichtlich zu wenig genau hingeschaut», gesteht Wieser. «Den Ablauf zur Evaluierung der Schülerzahlen haben wir korrigiert.» ergänzt Bader. «Als wir den Fehler feststellten, gründeten wir sofort eine Fachkommission, bestehend aus Lehrpersonen, Schulleiter, Ausschuss-Mitgliedern, Schulpflege und einem Baufachmann. Diese nahm die Raumplanung sofort in Angriff, klärte den künftigen Bedarf und die optimale Raumaufteilung ab.» Die Anpassungen erfolgten auf Mitte August. «Weiteres Zusammenrücken ist jetzt leider nicht mehr möglich», beteuert Gabriela Bader.
Gründe für die steigenden Schülerzahlen sind die rege Bautätigkeit auf dem Mutschellen und die Verschiebung des Stichdatums bei der Einschulung. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass ab Sommer 2022 für die kommenden drei Jahre zusätzliche Räume benötigt werden. «Es braucht dafür kein weiteres Schulhaus. Dieses könnte erst in den kommenden 10 bis 15 Jahren ein Thema und direkt an das Bestehende angebaut werden», schaut Daniel Wieser voraus. «Das Provisorium hält bis zehn Jahre. Wird es in dieser Zeit nicht mehr dringend benötigt, könnte es weiterhin für Gruppenunterricht und Spezialfächer genutzt werden.» Es wird rund 960 000 Franken kosten. Diese Berechnung basiert auf einer aktuellen Richtofferte, welche dem Raumangebot des im Jahr 2004 erstellten Provisoriums entspricht.
Weitere Optionen geprüft
Der Ausschuss prüfte als Lösung für den zusätzlichen Raumbedarf nicht nur den jetzt vorgeschlagenen Bau eines zweistöckigen Schulpavillons. «Wir haben auch geschaut, ob wir Klassen in den Primarschulhäusern oder einzelne Stunden in anderen Gemeindeliegenschaften unterrichten könnten. Dazu fehlt aber dort der Platz. Zudem würde es aufgrund der Transferzeiten sehr schwierig, die Stundenpläne zu erstellen», gibt Gabriela Bader Einblick.
Ebenfalls angefragt wurde die Stadt Bremgarten, ob diese Klassen für drei Jahre von der Kreisschule aufnehmen könnte. «Aber auch sie hat dafür keine Kapazitäten frei», so Wieser.
Verkauf war richtig
Der Bau des Schulpavillons hätte den Vorteil, dass er bis Ende der Sommerferien 2022 stehen könnte. Dass dieser Antrag an die Stimmbürger knapp drei Jahre nach dem Verkauf des bisherigen Pavillons an Klingnau auf den Tisch kommt, sei ein Zufall. «Dieses Provisorium stand seit 2014 leer. Bis wir einen Käufer fanden, vergingen rund zwei Jahre», erinnert sich Wieser. «Und selbst wenn wir ihn behalten hätten, wären jetzt hohe Kosten für dessen Sanierung entstanden. Klingnau selber investierte zusätzlich zum Verkaufspreis ein Mehrfaches.»
Bader und Wieser hoffen, dass ihr Antrag von den vier Gemeinden angenommen wird. «Der Zeitplan ist ehrgeizig. Die Zeit drängt», so der Präsident. «Wir möchten mit dem Schulraumprovisorium unseren Lehrpersonen und Schülern ein angenehmes Arbeits- Unterrichtsklima ermöglichen. Dies ist umso wichtiger, als wir zunehmend erhebliche Mühe haben, Lehrpersonen zu finden, und der nahe Kanton Zürich mit deutlich höheren Löhnen lockt.» Und Gabriela Bader ergänzt: «Ein Ja trägt dazu bei, die von den Eltern und der Gesamtgesellschaft verlangte hohe Unterrichtsqualität aufrechtzuerhalten. Es wäre toll, wenn wir für das Vorhaben Verständnis und Vertrauen erhalten würden.»



