Besucherrekord in Coronazeiten
26.10.2021 BremgartenDer Markt der Vielfalt lockte bis zu 30 000 Menschen ins Städtli
Das traumhafte Herbstwetter und der einzigartige Marktmix sorgten bei der diesjährigen Ausgabe des Marktes der Vielfalt für Superlative.
Vor gut zwei Wochen erhielten die ...
Der Markt der Vielfalt lockte bis zu 30 000 Menschen ins Städtli
Das traumhafte Herbstwetter und der einzigartige Marktmix sorgten bei der diesjährigen Ausgabe des Marktes der Vielfalt für Superlative.
Vor gut zwei Wochen erhielten die Organisatoren des Marktes der Vielfalt eine für sie unerfreuliche Nachricht. Der Kanton hatte den Bremgarter Herbstmarkt kurzerhand als Veranstaltung eingestuft. Das hiess: Maskenpflicht und Verschärfung des Schutzkonzeptes. In Marktchef Walter Friedli löste dies Zweifel aus. Würden sich die Marktfahrer damit abfinden können? Und könnten die Unannehmlichkeiten allenfalls potenzielle Besucher abschrecken?
Befürchtungen vergebens
Die Bedenken erwiesen sich letztlich als unbegründet. «Kein einziger der rund 250 Marktstände hat sich deswegen zurückgezogen», berichtet Friedli. Und die Besucher strömten bei goldenem Herbstwetter in Scharen ins Städtli. «Wir schätzen, dass am Samstag und Sonntag 25 000 bis 30 000 Menschen am Markt waren», sagt der Marktchef. In normalen Prä-Pandemie-Jahren seien es jeweils um die 20 000 gewesen.
Damit hat der Markt der Vielfalt eine Dimension erreicht, die ungefähr derjenigen des Ostermarktes nahekommt. Offensichtlich genossen es die Menschen nach den Zeiten des Verzichtens dieses Jahr besonders, sich in der einzigartigen Umgebung zu treffen, zu flanieren, zu konsumieren und angesichts der vielen einzigartigen Attraktionen staunen und partizipieren zu dürfen. Die Maskenpflicht und das 3G-Konzept in geschlossenen Räumen sorgten kaum für Komplikationen. «95 Prozent hielten sich ohne Aufforderung daran», bilanziert Friedli.
Auch die Marktfahrer waren primär froh, endlich wieder einmal etwas Umsatz generieren zu können. «Die Standbesitzer sind uns sehr dankbar um die Einnahmemöglichkeit in diesen für sie sehr harten Zeiten», sagt Friedli.
Und auch das Feedback der Besucher aus der ganzen Schweiz sei in überwältigender Mehrheit sehr positiv gewesen, sodass die Organisatoren auf ein rundum gelungenes Wochenende und beste Werbung für die Marktstadt Bremgarten zurückblicken dürfen. --huy
Ein fast perfektes Wochenende
Der Markt der Vielfalt lockte Tausende Besucher ins Städtli
Tolle Stimmung, Besucher und Marktfahrer aus der ganzen Schweiz und durchgehend eitel Sonnenschein: Der Markt der Vielfalt war ein voller Erfolg und liess einen trotz Schutzmassnahmen die Coronapandemie fast vergessen.
Walter Friedli hat ein Ritual. Vor einem Marktwochenende spendet er dem Nepomuk auf der Reussbrücke jeweils einen Fünfliber. «Man sagt, dass man dann einen Wunsch frei hat», schmunzelt der Marktchef. Und Friedli wünscht sich stets dasselbe. Schönes Wetter und einen unfallfreien Markt.
Selten war dieses Geld so gut angelegt wie vor dem diesjährigen Markt der Vielfalt. Pünktlich zu den jeweiligen Öffnungszeiten – wie bestellt eben – machte der Nebel sowohl am Samstag als auch am Sonntag Platz für die Sonne und schuf damit die perfekten Rahmenbedingungen für den vielfältigsten Markt der Schweiz.
Jahrmarktliebhaber, Gourmets, Schnäppchenjäger, Museumsbesucher, Nostalgiker und Mittelalterfans – sie alle kamen an diesem Wochenende in Bremgarten voll auf ihre Kosten. Wohin man auch blickte, waren staunende und fröhliche Augen auszumachen, welche die vielen verschiedenen Sinneseindrücke, Attraktionen und Marktfahrerkünste auf sich wirken liessen und ihren Aufenthalt im Städtli sichtlich genossen.
Highlight historisches Handwerk
Eine besondere Faszination für Klein und Gross übten auch dieses Jahr wieder die historischen Handwerker aus, die ihre beeindruckenden Künste aus einer vergangen geglaubten Zeit ausführten. Korbf lechter, Schmid, Gerber, Schneider, Färber, Ritter, Spielleute, Weber, Spinner und viele mehr verwandelten die oberen Gässchen Bremgartens in ein pulsierendes mittelalterliches Städtchen. Aufgrund des diesjährigen Spezialthemas «Druck und Schrift» wurde darüber hinaus eine Marktzeitung feilgeboten, die im Zeughaussaal hergestellt wurde, wie es einst vor Hunderten von Jahren üblich war.
Erfolgreich unters Volk gebracht wurde die am Wochenende insgesamt sechsmal aktualisierte Zeitung von marktschreienden Schulkindern unter lauten «Extrablatt, Extrablatt!»-Rufen. «Die 250 Exemplare der Zeitung wurden allesamt verkauft», berichtet Susanna Vanek vom OK des historischen Handwerkes. «Die Aktion war ein voller Erfolg und kam super an. Wenn wir schneller hätten produzieren können, hätten wir noch viel mehr verkaufen können», berichtet die Journalistin, die für den Inhalt des Extrablattes zuständig war.
Doch um den Erlös, der vollumfänglich der Klassenkasse der kleinen Verkäufer zugute kommt, ging es selbstverständlich nicht. «Wie auch im restlichen historischen Handwerkermarkt ging es darum, die Besucher etwas Mechanisches unmittelbar erleben zu lassen und die schönen und faszinierenden Bräuche und Berufe der Vergangenheit wieder lebendig zu machen.» Dies gelang trotz der coronabedingten Auflagen hervorragend. «Die Stimmung war gelöst, fröhlich und friedlich. Wir hätten es uns nicht schöner wünschen können», bilanziert Vanek. Die Erwartungen seien bei Weitem übertroffen worden.
Fehlendes Dufterlebnis
Die Befürchtungen, dass ein historischer Markt mit Maske nicht authentisch ist und deshalb nicht funktioniert, haben sich nicht bewahrheitet. Zwar war es durchaus schade, dass gerade die vielen speziellen Gerüche von exotischem Essen, Holz, Metall, Farben, Gerbemittel, Feuer usw. nicht vollumfänglich zu den zahlreichen Riechkolben vordrangen. Und auch visuell mag die Maske nicht so ganz zu einer Zeitreise passen. Aber andererseits waren Pandemien im Mittelalter ja keineswegs ein Fremdwort und unsere pestgeplagten Vorfahren wären wohl froh gewesen um solch effiziente Mund- und Nasenbedecker. Wie dem auch sei – die überwältigende Mehrheit hielt sich ans Schutzkonzept und liess sich davon die Laune nicht verderben, sodass der historische Handwerkermarkt auch heuer wieder ein aussergewöhnliches Erlebnis und ein voller Erfolg war.
Keine unliebsamen Zwischenfälle
Selbiges durfte auch ein erschöpfter, aber hochzufriedener Walter Friedli am Sonntagabend auch für den Rest des Marktes konstatieren. Auch Brocante, Neuwarenmarkt, Mittelaltermarkt und Tretauto-Plausch sorgten alle für zufriedene Gesichter unter den Besuchern und Marktfahrern. Reklamationen aufgrund der Schutzauflagen gab es kaum. «Nur zwei von dreitausend autofahrenden Besuchern sind aufgrund der Maskenpflicht wieder umgekehrt. Damit kann ich leben», lacht der Marktchef. Auch sonst gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Der Markt verlief friedlich und unfallfrei. Und dass mit insgesamt bis zu 30 000 Besuchern ausgerechnet dieses Jahr ein neuer Rekord erreicht wurde, hätte sich Friedli im Vorfeld nicht einmal erträumen können.
Alles richtig gemacht
Überhaupt waren die Voraussetzungen zum Träumen kaum gegeben für den Marktchef in den letzten Tagen. «Ich hatte einige Nächte mit wenig oder gar keinem Schlaf», berichtet der 67-Jährige. «Es beschlichen mich immer wieder Zweifel, ob wir alles richtig gemacht und entschieden hatten und ob der Markt der Vielfalt unter diesen Bedingungen durchführbar ist.» Im Nachhinein haben er und die restlichen Veranstalter alles richtig gemacht. Auch wenn sie es ein kleines bisschen auch dem guten Nepomuk zu verdanken haben. --huy
















