Start ins Neuland
20.08.2021 SportAufsteiger Mutschellen mit Heimspiel
Am Sonntag (16 Uhr) startet der FC Mutschellen in die 2. Liga interregional. Historisch: Noch nie spielte ein Team vom FC Mutschellen in einer so hohen Liga. Gegner zum Start ist der FC Rotkreuz. «Für mich ein ...
Aufsteiger Mutschellen mit Heimspiel
Am Sonntag (16 Uhr) startet der FC Mutschellen in die 2. Liga interregional. Historisch: Noch nie spielte ein Team vom FC Mutschellen in einer so hohen Liga. Gegner zum Start ist der FC Rotkreuz. «Für mich ein Aufstiegsanwärter», so FCM-Trainer Sergio Colacino, der in diesem Spiel auf seinen früheren Coach (beim FC Wohlen und FC Baden) trifft. An der Seitenlinie der Rotkreuzer steht René Erlachner, bestens bekannt im Freiamt. Die Mutscheller wollen rasch den Ligaerhalt sichern. --spr
Zum Start ein Wiedersehen
Fussball, 2.Liga interregional: FC Mutschellen – FC Rotkreuz (Sonntag, 16Uhr, Burkertsmatt)
Sergio Colacino und der FC Mutschellen empfangen im Startspiel René Erlachner und den FC Rotkreuz. Die beiden Trainer haben eine prägende Vergangenheit beim FC Wohlen hinter sich. Aufsteiger Mutschellen will im Startspiel gleich markieren, dass er zu Recht in dieser Liga ist.
Stefan Sprenger, Josip Lasic
19. November 2005. Der FC Wohlen putzt im Heimspiel den FC Locarno mit 5:0 von den Niedermatten. Sergio Colacino trifft zum 3:0. In der Jubeltraube umarmt er Trainer René Erlachner. Die beiden gehen in Wohlen vom März 2005 (als Erlachner kam) bis zum Sommer 2006 (als Colacino zu Bellinzona wechselt) gemeinsame Wege. Sie kannten sich schon aus der gemeinsamen Zeit beim FC Baden, als Colacino als blutjunger Spieler vom Trainer extrem gefördert wurde. «Ich erhielt so viel Vertrauen von René Erlachner wie von keinem Trainer, der danach folgte», sagt der heute 43-Jährige Colacino.
Der Wohler Sekundarschullehrer Colacino ist seit 7 Jahren beim FC Mutschellen, seit 5 Jahren Cheftrainer. Er sagt: «Ich durfte damals viel von Erlachner lernen. Im mentalen Bereich und in Sachen Teambildung hatten er und die damalige Zeit Einfluss auf meine Arbeit als Trainer.»
Im mentalen Bereich gibt es wohl mehr zu tun als letzte Saison. Zwar schwächelte das Team gegen Ende der Saison, es realisierte im Krampfspiel gegen Othmarsingen (0:0) am Ende aber doch den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga interregional. Nach der Frage, was das Saisonziel als Aufsteiger ist, muss Colacino lachen. «Der Klassenerhalt. Wir wollen von Anfang an Punkte sammeln und so wenig Lehrgeld wie möglich bezahlen.»
Grosser Respekt
Natürlich will man gleich im Startspiel gegen Rotkreuz loslegen mit dem Punktesammeln. «Eine robuste Truppe und für mich ein Aufstiegsanwärter», meint Colacino zum Gegner. René Erlachner, Trainer des FC Rotkreuz, ist ebenfalls ehrfürchtig vor dem Duell gegen den Liga-Neuling aus dem Freiamt. «Die Mannschaft ist top organisiert, steht eng zusammen und hat quirlige, schnelle Spieler, die jede Defensive in Verlegenheit bringen können. Zudem ist ein Spiel gegen den Aufsteiger immer speziell schwierig. Wir wissen, was uns erwartet. Da ich von den Qualitäten des Trainers völlig überzeugt bin, traue ich dem FC Mutschellen sehr viel zu», meint der 61-Jährige Erlachner. Auch seine Erinnerungen an Colacino und die gemeinsame Zeit in der Vergangenheit beim FC Wohlen ist positiv. «Colacino ist absolut loyal, kollegial und sehr teamfähig. Kurz: ein super Typ, ein guter und erfolgreicher Trainer», so Erlachner. Auch wenn es damals intern kleinere Auseinandersetzungen gab, sind die Wogen längst geglättet. Ansonsten würde Erlachner nicht solche Worte über Colacino sagen: «Wenn du als Trainer einige Spieler seines Kalibers im Kader hast, ist die Arbeit einfach.»
Erlachner: «Freue mich riesig»
Colacino und Erlachner haben sich in den vergangenen 15Jahren nie mehr gesehen. Am Sonntag wird sich das auf der Burkertsmatt ändern. «Ich freue mich riesig, ihn endlich wiederzusehen», sagt Erlachner. Genauso sieht es Colacino. In den 90 Minuten beim Startspiel werden die Freundlichkeiten abgelegt. Der Mutscheller Trainer sagt vor dem Start: «Neue Liga, neue Herausforderung. Unser Team ist bereit und stark. Allerdings sind die Gegner in der 2. Liga interregional jetzt auch einiges stärker. Wir müssen uns strecken – von Anfang an.»
Die Söhne von früheren Topspielern
Der FC Mutschellen geht praktisch mit einem unveränderten Kader in die neue Saison. Einige Zuzüge gibt es allerdings zu vermelden – und die Namen dazu sind allesamt klingende Fussballernamen. Sforza, Iodice und Nascimento.
Sforza, Iodice, Nascimento
Der 24-Jährige Gianluca Sforza spielte bis vor zwei Jahren beim FC Mutschellen und legte dann eine Pause ein. Er wurde nun wieder reaktiviert. «Ich freue mich riesig, wieder Fussball zu spielen», sagt der Sohn von Ciriaco Sforza. Leonardo Nascimento ist der Sohn des früheren FC-Wohlen-Stürmers und heutigen Muri-Trainers Piu Nascimento. Der 20-Jährige ist aktuell in der Rekrutenschule und wechselte vom FC Wohlen II auf den Mutschellen. Ebenfalls neu dabei ist Lian Iodice, der Sohn des früheren Villmerger Profifussballers Luca Iodice. Der erst 16-Jährige, der schon im Nachwuchs der Grasshoppers spielte, wechselt von den B-Junioren des FC Wohlen auf die Burkertsmatt. «Er hat grosses Potenzial. Mit 16 Jahren ist er schon sehr clever», meint der Trainer.
«Klare Verstärkungen oder grosse Perspektive»
Ebenfalls neu dabei sind Nic Keller (reaktiviert) und Goalie Alejandro Scheiffele (vom FC Wohlen II). Der FC Mutschellen bleibt seiner Linie treu. Man will mit Spielern aus der Region bestehen. «Es sind alles Zuzüge, die entweder klare Verstärkungen sind, oder Spieler mit grosser Perspektive», so Trainer Sergio Colacino. --spr



