Im Trockenen
03.08.2021 BremgartenBundesfeier mässig besucht
Das Wetter machte erst beim offiziellen Teil der 1.-August-Feier mit beim Casino Bremgarten.
Wohl aufgrund des mässig sommerlichen Wetters haben heuer lediglich etwa 150 Personen an der Bundesfeier der Stadt Bremgarten ...
Bundesfeier mässig besucht
Das Wetter machte erst beim offiziellen Teil der 1.-August-Feier mit beim Casino Bremgarten.
Wohl aufgrund des mässig sommerlichen Wetters haben heuer lediglich etwa 150 Personen an der Bundesfeier der Stadt Bremgarten teilgenommen. Erst während der Ansprache von Festredner Patrik Müller (Journalist) schien so richtig die Sonne. «Das Impfen ist in einem Land, das die Freiheit hochhält, so etwas wie patriotische Pflicht», sagte er. --aw
Der Weg in die Freiheit
Bremgarter Bundesfeier mit Festrede des Journalisten Patrik Müller
Rechtzeitig zur Ansprache schien vor dem Casino dann doch noch die Sonne. Lediglich 150 Besucherinnen und Besucher kamen. Der Festredner erklärte überzeugend, was Freiheit mit Impfen zu tun hat.
André Widmer
Das Wetter spielte erst im Laufe der auf den Abend angelegten Bundesfeier in Bremgarten mit. Nur vor ein paar Unentwegten im Regen spielte die Band «Musik Project 21» zunächst ihren musikalischen Auftakt, während sich viele Besucherinnen und Besucher im Casinosaal verpflegten oder mit Tischspielen die Zeit vertrieben. Rechtzeitig vor den offiziellen Programmpunkten besserte sich das Wetter aber stetig und der Pontonierverein, der für die Festwirtschaft verantwortlich zeichnete, trocknete die Festbänke ab. Die Gäste kamen ins Freie. Stadtammann Raymond Tellenbach und Bremgarten-Tourismus-Präsident Stephan Troxler konnten ihre Willkommensworte an lediglich 150 Besucherinnen und Besucher richten. «So was habe ich noch nie erlebt», sagte Troxler wegen des Wetters, das durchgehend unbeständig sei.
Zentraler Wert
A ls Festredner konnten die Bremgarter Verantwortlichen den Journalisten Patrik Müller begrüssen. Der Chefredaktor der Zentralredaktion von CH Media wies in seinen Einführungsworten darauf hin, dass er beim Studium der Geschichte Bremgartens bemerkt habe, dass für Stadt und Bevölkerung Freiheit einen zentralen Wert darstellte. Die Freiheit auch jedes Einzelnen war es denn auch, die ein zentraler Schwerpunkt von Müllers Ausführungen ausmachte. «Was Freiheit wert ist, merkt man meistens erst, wenn sie weg ist.»
Ein Lob den Organisatoren
Früher seien es fremde Herren gewesen, die gesagt hätten, was man dürfe und was nicht. Heute seien es nicht Besatzungsmächte und Obrigkeit, sondern das Virus, das die Welt seit anderthalb Jahren beherrsche. Dass die Bundesfeier nach den 3G-Regeln (genesen, geimpft, getestet) stattfinden muss, sei zwar unschön, aber die Alternative wäre eine Kapazitätsbeschränkung oder Absage gewesen. Müller wand den Bremgarter Organisatoren der Bundesfeier deshalb ein Kränzchen: «Darum hat die Stadt im Kleinen so gehandelt, wie die Schweiz während Corona oft gehandelt hat: Sie hat sich für den Weg entschieden, der der Freiheit am nächsten kommt. Darum ein Kompliment an Ihre Verantwortlichen, dass sie diesen Weg gewählt haben und nicht wie andere Gemeinden den Weg des geringsten Widerstandes.» Patrik Müller wies darauf hin, dass in der Bundesverfassung der Begriff Freiheit nicht weniger als 11 Mal vorkomme. Die ganz grossen Einschränkungen während der Pandemie seien zwar vorbei, aber man stehe aufgrund der steigenden Fallzahlen wieder an einem Scheideweg. «Anders als in der 1., 2. und 3. Welle ist der Weg in die Freiheit dieses Mal aber relativ einfach: Er führt übers Impfen.»
Der Lackmustest
Für Müller hat das Impfen sehr viel mit der Schweiz zu tun. «Für mich ist die Impffrage der Lackmustest dafür, ob in der Schweiz die Eigenverantwortung noch funktioniert. Ob wir mit dem Schweizer Weg – also indem die Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernehmen und nicht durch staatlichen Zwang – die hoffentlich letzte Phase der Pandemie bewältigen können.» Wer die Einschränkungen endlich loswerden wolle, der habe alles Interesse daran, dass man in der Schweiz eine möglichst hohe Impfquote erreiche. «Ohne Zwang, wie das andere Länder zum Teil machen. Mit Überzeugung, mit Information, mit Aufklärung, mit gesundem Menschenverstand.»
Impfen als patriotische Piicht
Impfen sei zwar eine sehr persönliche, individuelle Entscheidung, die jede und jeder für sich zu treffen habe. «Aber eine Privatsache ist es nicht. Denn: Ob ich mich impfen lasse oder nicht, hat nicht nur Folgen für mich selber, sondern für die Gesellschaft als Ganzes.» Die Schweiz sei mit dem Prinzip von Freiheit und Eigenverantwortung in der Vergangenheit gut gefahren. Er erlaube sich etwas Pathos, so Festredner Patrik Müller: «Das Impfen ist in einem Land, das die Freiheit hochhält, so etwas wie patriotische Pflicht.» Er sage damit nicht, dass Leute, die anders handeln würden, unschweizerisch handeln würden. Zu einer Gesellschaft gehöre auch Toleranz. Schweizerisch sei hingegen, sich mit Andersdenkenden an den gleichen Tisch zu setzen, wie an dieser Feier. «Die eigene Bubble zu verlassen und miteinander zu reden», so Müller.



