Entlastung in Sicht
27.07.2021 BremgartenAbwasserverband schliesst grossen Bau ab
Lange wurde an den zwei neuen Regenklärbecken der Abwasserreinigungsanlage des Abwasserverbandes Bremgarten-Mutschellen geplant – jetzt wurden die Bauwerke feierlich eingeweiht. Der 3-Millionen-Bau kann künftig viel ...
Abwasserverband schliesst grossen Bau ab
Lange wurde an den zwei neuen Regenklärbecken der Abwasserreinigungsanlage des Abwasserverbandes Bremgarten-Mutschellen geplant – jetzt wurden die Bauwerke feierlich eingeweiht. Der 3-Millionen-Bau kann künftig viel Regenwasser aufnehmen, das in den beiden Becken zur Ruhe kommt. Dabei setzen sich Feststoffe am Beckenboden, während leichte Elemente obenauf schwimmen. Beides wird entfernt, womit das Wasser gereinigt ist. Der Bau wird die Betriebssicherheit der ARA künftig stark erhöhen und die vorgelagerten Regenbecken entlasten. --rwi
Herausfordernder Bau
Abwasserverband weihte die zwei neuen Regenklärbecken bei der ARA ein
Um 3 Millionen Franken kosten die beiden neuen Regenklärbecken, welche der Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen bei der Abwasserreinigungsanlage im Bremgarter Wald erstellen liess. Kurz vor der Inbetriebnahme wurden die Bauten den Gemeindebehörden vorgestellt.
Roger Wetli
Es sind zwei eindrücklich grosse Becken, welche sich unsichtbar versteckt im Boden hinter einem Betriebsgebäude der ARA befinden. Jedes dieser Bauwerke verfügt über ein Volumen von 500 Kubikmeter. Für den Aushub wurde Erde im Umfang von rund 4000 Kubikmeter ausgebaggert. Davon zu sehen ist nicht mehr viel. Da der Platz bei der ARA beschränkt ist, wurden die Becken so überdacht, dass künftig auch Lastwagen über sie fahren können.
Vorgelagerte Becken entlasten
«Mit den neuen Regenklärbecken können wir nun die in den Gemeinden vorgelagerten Becken und Bäche entlasten», erklärt Pius With, Präsident des Abwasserverbandes Bremgarten-Mutschellen. «Wir möchten sie so oft wie möglich füllen.» Sie dienen aber auch als Havariebecken, um Öl oder Löschwasser aufzufangen. In den Becken kommt das Wasser zur Ruhe. Dadurch sinken Schwebstoffe auf den Boden oder schwimmen obenauf, wo man sie vom Wasser trennt. Werden Amphibien mit in die Becken geschwemmt, gibt es für sie Ausstiegshilfen. «Diese wurden bereits genutzt», weiss With.
Schwieriger Standort
Bis die Regenklärbecken standen, brauchte es viele Vorabklärungen. «Die Standortwahl war eine Herausforderung. Denn der Platz rund um die ARA ist beschränkt und wir wollten uns für die Zukunft nichts verbauen», so der Präsident. «Der jetzige Standort ist der beste Kompromiss, auch wenn er zum Bauen nicht der einfachste und günstigste war.» So sagte zum Beispiel ein geologisches Gutachten voraus, dass beim Erstellen der Baugrube Wasser eindringen werde. Das geschah aber nicht. Verzichten mussten die Arbeiter auf eine Böschung. So wurde in mehreren Etappen in den Boden gegraben und die Wände jeweils gleich gesichert. Eine weitere Herausforderung war, dass die Becken künftig Gefahr laufen, im Grundwasser zu «schwimmen». «Damit das nicht geschieht, liessen wir die Becken möglichst schwer bauen», erklärt Pius With.
Wichtige Gebäude für die Reinigung der Wässer
Der ganze Bau wurde bei laufender Abwasserreinigungsanlage erstellt. «Wir konnten einzelne Rohre nicht dauerhaft, sondern höchstens mal in der Nacht für kurze Zeit abstellen, um sie umzuleiten», gibt der Präsident Einblick. «Kommt hinzu, dass die Leitungen nicht exakt da im Boden zu finden waren, wo sie auf den Plänen dokumentiert sind. Die neuen werden jetzt aber genau eingezeichnet», versprach er.
With rechnet mit einer Kostenüberschreitung der budgetierten 2,9 Millionen Franken. «Die erwarteten Mehrkosten sind aufgrund vieler kleiner Überraschungen zustande gekommen. Wer etwas baut, für das er den Untergrund benötigt, kann noch so genau planen. Was wirklich drin ist, weiss man erst, wenn man hineingräbt.» Zudem seien teilweise aufwendige Absprachen zwischen verschiedenen Handwerksbetrieben notwendig gewesen, was die Sache zusätzlich verkomplizierte.
«Für uns ist der Bau dieser beiden Regenklärbecken eine grosse Kiste. Umso schöner, dass wir sie jetzt in Betrieb nehmen können», strahlte With. Noch sind einige letzte Arbeiten zu erledigen. In zwei bis drei Wochen wird es aber so weit sein. Parallel dazu werden noch Umgebungsarbeiten erledigt. Die Parkplätze bei der ARA, welche von Erholungssuchenden genutzt werden dürfen, werden ab Oktober wieder instand gestellt sein.



