Umbau Zentralgebäude geplant
01.06.2021 BremgartenBauvorhaben der St. Josef Stiftung mit Investitionsvolumen von 38 Millionen Franken
Der Zentralbau der Institution für die Schulung, Betreuung und Pflege von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung ist mittlerweile 46 Jahre alt. Nun ist ein umfassender, ...
Bauvorhaben der St. Josef Stiftung mit Investitionsvolumen von 38 Millionen Franken
Der Zentralbau der Institution für die Schulung, Betreuung und Pflege von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung ist mittlerweile 46 Jahre alt. Nun ist ein umfassender, etwa zwei Jahre dauernder Umbau geplant. Das Baugesuch liegt derzeit auf.
André Widmer
Die St. Josef Stiftung in Bremgarten betreut rund 200 Personen, sei es die in der Stiftung ansässigen Klienten in den Wohngruppen oder von extern stammenden Personen in der heilpädagogischen Schule oder im geschützten Arbeitsbereich. Dazu arbeiten rund 400 Personen für die Stiftung.
Nachdem die Wohngruppen vor sechs Jahren ins neue Haus Fortuna ziehen konnten, will die St. Josef Stiftung nun ins bestehende, mittlerweile 46-jährige Hauptgebäude investieren. «Die Stiftung braucht den Zentralbau», erklärt Leiter Thomas Bopp, der beim vorliegenden Grossprojekt die Baukommission präsidiert. «Wir brennen für das Projekt.» Bei der Stiftung hofft man auf einen Baubeginn im Spätherbst, die Bauzeit soll etwa zwei Jahre dauern.
Ausgewiesener Eigenbedarf
Man habe auf allen Ebenen einen ausgewiesenen Eigenbedarf, erklärte Thomas Bopp anlässlich einer Medienorientierung. Fast auf jedem Gebäudegeschoss sind unterschiedliche Nutzungen vorgesehen: Küche und Wäscherei im Untergeschoss werden ebenso erweitert wie das Restaurant JoJo, das einen gedeckten Terrassenbereich und 25 zusätzliche Plätze nordwärts erhält. Foyer und Empfang werden neu gestaltet. Eine Heimat finden wird die Abteilung der heilpädagogischen Schule für schwerstbeeinträchtigte Kinder, die nicht in der Tagesschule betreut werden können. Auf den oberen Etagen sind Beschäftigungen für erwachsene Klienten, die Physio-Ergotherapie und eine Wohngruppe vorgesehen. Mit 16 Wohnungen auf zwei Etagen peilt die Stiftung eine gute Durchmischung an.
Gar ein «Leuchtturm-Charakter» will man mit den vermietbaren Konferenz- und Seminarräumen in der 7.
Etage bieten. Die architektonische Gestaltung des umgebauten Zentralbaus lehnt sich äusserlich am Haus Fortuna an, ohne «anbiedern» zu wollen, so Architekt Peter Trost von der Batimo AG Architekten SIA.
38 Millionen für Umbau Zentralbau
Bauprojekt der Bremgarter St. Josef-Stiftung liegt derzeit öffentlich auf
1975 wurde der Zentralbau der Institution für die Schulung, Betreuung und Pflege von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung in Betrieb genommen. Nun ist ein umfassender Umbau geplant.
André Widmer
«Wir haben auf allen Ebenen einen ausgewiesenen Eigenbedarf», erklärte Stiftungsleiter und Baukommissionspräsident Thomas Bopp gestern bei einer Medienorientierung. «Die Stiftung braucht den Zentralbau.» Sechs Jahre nachdem die Wohngruppen aus dem Zentralbau ins neu erstellte Haus Fortuna ziehen konnten und das Hauptgebäude teilweise zwischengenutzt wurde, ist nun dessen Umbau vorgesehen. «Wir reden bewusst im Konjunktiv, das Gesuch ist bei der Stadt», so Bopp.
Die Planungszeit gehe nun in die entscheidende Phase. «Es erfüllt uns mit grosser Freude. Wir brennen für das Projekt.» Sechs Jahre Vorarbeit gingen dem auf 38 Millionen Franken veranschlagten Bauprojekt voran. Zuerst erfolgte die Bedarfsplanung und Umfeldanalyse durch eine Arbeitsgruppe, ab 2018 trieb die Baukommission die Eingabe des Vorprojektes beim Kanton voran. Dessen Zusage liegt vor. Im August letzten Jahres kam auch das grüne Licht des Stiftungsrates zur Detailplanung des Bauprojektes. Der Zentralbau wird so nicht nur 46 Jahre nach seiner Inbetriebnahme erneuert, es kann auch der Umsetzung des neuen Betreuungsgesetzes des Kantons Aargau entsprochen werden.
Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen
Fast auf jedem Gebäudegeschoss sind unterschiedliche Nutzungen vorgesehen: Küche und Wäscherei im Untergeschoss werden ebenso erweitert wie das Restaurant JoJo, das über Küche und Wäscherei einen gedeckten Terrassenbereich und 25 zusätzliche Plätze nordwärts erhält. Foyer und Empfang werden neu gestaltet. Eine Heimat im ersten Obergeschoss finden wird die Abteilung der heilpädagogischen Schule für schwerstbeeinträchtigte Kinder, die nicht in der Tagesschule beschult werden können. Gegen Süden sind die Unterrichtsräume, nordseitig die kleinräumigeren Backoffices angesiedelt. Im zweiten Erdgeschoss finden sich Räumlichkeiten für die Beschäftigungen für erwachsene Klientel – so beispielsweise Werkräume und Erlebnisräume. Eine Etage höher dann die wichtige Physio-Ergotherapie. In der vierten Etage können beide Wohngruppen, die bisher im Personalhaus untergebracht waren, in der Wohngruppe «Zentralbau» zusammengefasst werden. 11 Personen dürfen so umziehen. Diese finden sowohl Wohnräume als auch einen gemeinsamen Aufenthaltsbereich vor.
Siebte Etage mit «Leuchtturm-Charakter»
Mit 16 Wohnungen (1½ bis 3½ Zimmer) auf zwei Etagen peilt die St. Josef-Stiftung eine gute Durchmischung im fünften und sechsten Geschoss an. Natürlich werden die Küchen behindertengerecht gestaltet und auch die Badzimmer entsprechend geräumig gehalten. Je nach Bedarf können Dienstleistungen der Stiftung in Anspruch genommen werden, so Reinigung, Wäscherei oder auch der Empfang. Gar einen «Leuchtturm-Charakter» will man mit den Konferenz- und Seminarräumen in der 7. Etage bieten. Der tolle Ausblick in Richtung Bremgarten und Jura soll beispielsweise Firmen für Tagungen anlocken.
Viele weitere bauliche Massnahmen
Die architektonische Gestaltung des Zentralbaus lehnt sich am Haus Fortuna an, ohne «anbiedern» zu wollen, so Architekt Peter Trost von der Batimo AG Architekten SIA. Farblich ist die Fassade in dunklem Anthrazit gehalten, die Verglasung sorgt für grosszügige Transparenz. Die energetische Gebäudehüllensanierung erfolgt nach Minergie-Standard. Eine Photovoltaikanlage soll zumindest einen Teil des Energiebedarfes decken, der Anschluss an den Wärmeverbund Bremgarten West besteht schon. Die Fassadenbegrünung erfolgt aus einer ökologischen Überlegung. Der Eingriff bei den haustechnischen Anlagen wird massiv sein – diese Installationen werden komplett ersetzt. Weil seit Inbetriebnahme 1975 sich viel geändert hat, werden auch viele aktuelle Normen umgesetzt. So nicht nur bezüglich Behindertengerechtigkeit, sondern auch beim Brandschutz oder bei den akustischen Anforderungen.
Temporär umziehen
Das Baugesuch liegt bei der Stadtverwaltung noch bis am 15. Juni auf. Die Verantwortlichen der St. Josef-Stiftung hoffen auf den Baubeginn im Spätherbst, die Umsetzung soll zwei Jahre dauern. Da der Betrieb der Stiftung aufrechterhalten wird, sind temporäre Lösungen unvermeidlich. Bereits von der Stadt bewilligt ist ein Provisorium für die Küche auf dem Parkplatz unterhalb der Turnhalle St. Josef. Das Restaurant wird in der Halle angesiedelt. Der betroffene Bereich der heilpädagogischen Schule wird in Büroräume ziehen. Ein Teil der Wäscherei soll im Kapuzinerhaus, ein Teil der Arbeit extern vergeben werden. Die Tagesstätte für Erwachsene weicht in der Nachbarschaft ennet dem Bahngleis in ein Gebäude, das einst vom portugiesischen Club genutzt wurde, aus. «Ich bin sehr dankbar, dass wir bestehende Gebäude beziehen können», sagt Stiftungsleiter Thomas Bopp hierzu.



