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07.05.2021 BoswilDer «Sternen» in Boswil ist verkauft – an Dasuri Kista aus Cham
Im November letzten Jahres gab Danny Bakker seinen Traum auf. Seither ist das Gasthaus Sternen in Boswil geschlossen. Nun hat Bakker in der Person von Dasuri Kista und seiner Kista Immobilien AG ...
Der «Sternen» in Boswil ist verkauft – an Dasuri Kista aus Cham
Im November letzten Jahres gab Danny Bakker seinen Traum auf. Seither ist das Gasthaus Sternen in Boswil geschlossen. Nun hat Bakker in der Person von Dasuri Kista und seiner Kista Immobilien AG einen Käufer gefunden. Der Chamer Unternehmer sucht nun ein passendes Wirtepaar, damit der «Sternen» bald wieder offen ist.
Annemarie Keusch
Für Danny Bakker ist es das letzte Kapitel seiner «Sternen»-Geschichte. Für Dasuri Kista das erste. Sie sitzen am Tisch in der altehrwürdigen Gaststube. Auch Thomas Räber ist dabei. Mit seiner Firma Räber Immo GmbH hat er die beiden zusammengebracht, dafür gesorgt, dass Verkäufer und Käufer sich finden.
«Viele Interessenten gab es nicht. Es ist auch nicht der ideale Zeitpunkt, um ein Restaurant zu verkaufen», spricht Räber Klartext. Einige witterten ein Schnäppchen, meinten, den «Sternen» zu einem Spottpreis kaufen zu können. «Das hat dieses Restaurant nicht verdient.» Gesucht war vielmehr jemand, der den Wert des Gebäudes, des Restaurants erkennt, der den guten Namen weiterführen will. Und das hat nun geklappt, auch dank der langjährigen beruflichen Verbindung von Räber und dem Käufer Dasuri Kista mit seiner Kista Immobilien AG.
Suchen die passenden Wirtsleute
Räber war es, der Kista mit dem zum Verkauf stehenden Objekt bekannt machte. «Nein, wirklich gekannt habe ich den ‹Sternen› vorher nicht. Natürlich, das imposante Gebäude ist mir beim Vorbeifahren immer wieder ins Auge gestochen. Aber im Restaurant war ich zuvor leider nie», sagt Kista, der vor allem auch unter dem Spitznamen «Dashi» bekannt ist. Interessant sei das Objekt für ihn trotzdem auf den ersten Blick gewesen.
Es war sein langjähriger Traum, ein Restaurant zu besitzen, auch, weil Kochen sein Hobby ist. Wirten, das wollen Dasuri Kista und seine Frau Fide nicht selber. «Das können wir nicht», sagt er und lacht. Und die Zeit würde fehlen. In Cham führen sie zwei Familienbetriebe, davon ein Unternehmen für Hauswartungen und das Unternehmen Kista AG für Umbauten, Sanierungen und Renovationen.
Ein Abschied, der dem langjährigen Wirt wehtut
Gross überlegt hat Dasuri Kista darum nicht. Und viel Zeit zum Entscheiden brauchte auch Verkäufer Danny Bakker nicht, als das Angebot von Kista da war. Zwei Wochen nach dem Handschlag war alles besiegelt. Per 1.Mai gehört das Restaurant Sternen dem neuen Eigentümer. «Ein komisches Gefühl», sagt Danny Bakker dazu. Gut zwölf Jahre wirtete er im «Sternen». «Es ist ein Abschluss, der wehtut», sagt er. Aber er sei froh, einen guten Käufer gefunden zu haben. «Ich habe ein gutes Gefühl.»
Gleich geht es Dasuri Kista. «Wir wollen die Art des ‹Sternen› beibehalten», sagt er. Und auch Immobilienmakler Thomas Räber betont: «Es wird sicher keine Pizzeria oder kein Döner- und Kebap-Lokal werden.» Der Standard soll erhalten, allenfalls mit Spezialitäten angereichert werden. Erste Ideen dazu hat Kista schon. Wichtig ist ihm aber, dass der künftige Wirt, die künftige Wirtin oder das künftige Wirtepaar freie Hand haben. Die Idealbesetzung zu finden, liegt ihm am Herzen. «Dann lasse ich das Restaurant lieber einen Monat länger zu, dafür warte ich auf die Richtigen.»
Ganzes Inventar gehört zur Pacht
Kista weiss, dass es nicht einfach ist, in den aktuell schwierigen Zeiten Wirtsleute zu finden. Zuversichtlich ist er trotzdem. «Langsam kehren wir nach der Coronazeit zurück zur Normalität. Es ist ein guter Zeitpunkt, um etwas zu starten», sagt er. Kommt hinzu: Der «Sternen» ist prominent gelegen und hat eine Tradition, wie sie wenig andere Restaurants in der Region haben. Alleine die Hauptstrasse neben dem Restaurant passieren täglich rund 13 000 Fahrzeuge, «alles mögliche Gäste». Und die Voraussetzungen im «Sternen» seien ideal. Das ganze Inventar ist vorhanden. «Eigentlich könnte man morgen anfangen», meint er schmunzelnd. Vom Teller bis zum Stuhl, alles sei im Pachtpreis inbegriffen. Und es bestehe auch die Möglichkeit, den Partyservice zu übernehmen. «Wir wollen potenziellen Pächtern alle Optionen offenlassen», sagt der Schweizer mit albanischen Wurzeln.
Zusammen mit Thomas Räber probiert er nun auf verschiedensten Schienen, die idealen Personen zu finden. Ob sie im Gastro-Umfeld, in ihrem eigenen Netzwerk oder auf dem Inseratweg fündig werden, ist den beiden egal. Wichtig sei, dass die Pächter Erfahrung in der Gastrobranche mitbringen, Freude am Beruf haben, gastfreundlich und bereit sind, die traditionsreiche Geschichte des «Sternen» weiterzuschreiben. Dasuri Kista rechnet damit, dass sein Restaurant im Sommer wieder geöffnet sein wird, samt Sälen und Gästezimmern. «So, wie der ‹Sternen› war, soll es ihn möglichst bald wieder geben», betont er und nimmt damit allen Gerüchten, die im Dorf die Runde machten, den Wind aus den Segeln. Der «Sternen» bleibt ein Restaurant.
Wer Interesse hat, im «Sternen» zu wirten, kann sich bei Thomas Räber melden unter: t.raeber@raeber-immo.ch.

