Den Ball ins Rollen bringen
13.04.2021 MutschellenDie IG Hallenbad Mutschellen lanciert eine Petition
Einen Mehrwert schaffen für die ganze Bevölkerung und für das Sportzentrum: Das möchte die IG Hallenbad Mutschellen.
Erika Obrist
Regionales Sport-, ...
Die IG Hallenbad Mutschellen lanciert eine Petition
Einen Mehrwert schaffen für die ganze Bevölkerung und für das Sportzentrum: Das möchte die IG Hallenbad Mutschellen.
Erika Obrist
Regionales Sport-, Freizeit- und Begegnungszentrum nennt sich die Burkertsmatt, die seit bald zehn Jahren in Betrieb ist. «Doch wer nicht in einem Verein ist, der hat auf der Anlage nichts verloren», sagt Fritz Luchsinger. Mit Ausnahme vom Eisfeld in den Wintermonaten. «Von einem Hallenbad können alle profitieren: die Region, die Vereine und die Burkertsmatt selber», fährt der ehemalige Direktor der damaligen BDWM Transport AG fort. Und alle Generationen, hängt Urs Schweizer an. Von kleinen Kindern bis zu den Seniorinnen und Senioren. «Zudem ist Schwimmen ein Freizeitvergnügen, das man im Hallenbad auch bei schlechtem Wetter ausüben kann», so das ehemalige Vorstandsmitglied des Burkertsmattverbands und OK-Präsident der dreitägigen Einweihungsfeier.
Betrieb soll kostendeckend sein
«Ein Hallenbad ist kein Fass ohne Boden», wissen die Mitglieder der IG. Sie haben die Zahlen der umliegenden Hallenbäder studiert und sind zum Schluss gekommen, dass ein solches Bad kostendeckend betrieben werden kann, sofern mit Nebenräumen wie Sauna, Kraftraum, Fitness und Bistro Einnahmen generiert werden können. Die IG Hallenbad Mutschellen hat ihre Vision den Gemeinderäten Rudolfstetten und Widen vorgestellt, Berikon folgt. Damit der Ball richtig ins Rollen kommt, lanciert die IG Ende April – je nach Covid-19-Situation etwas später – eine Petition. Sie bringt ihr Anliegen mit Bannern, Flyern und Standaktionen unter die Leute. «Der Druck muss von unten kommen», wissen die Initianten.
Wunschliste ist lang
Burkertsmatt: E-Tankstelle und Pumptrackanlage sind in Planung
Der Gemeindeverband Burkertsmatt soll selber eine Tankstelle für Elektroautos realisieren, verlangten die Abgeordneten und überwiesen einen entsprechenden Antrag. Die Minigolfanlage steht in der Warteschlaufe, dafür könnte es eine Pumptrackanlage geben.
Erika Obrist
Wer nicht Sport treibt in einem Verein, dem bietet das regionale Sport-, Freizeit- und Begegnungszentrum Burkertsmatt wenig. Man kann Pétanque spielen, im Winter eislaufen, auf der Laufbahn joggen und Kinder können den Spielplatz benutzen. Mehr ist da nicht. Auch nicht für ein geselliges Beisammensein, denn das Bistro ist tagsüber selten offen.
Seit einiger Zeit versucht der Gemeindeverband Angebote zu schaffen, von denen die Allgemeinheit profitieren kann. Wie an der Abgeordnetenversammlung im letzten Herbst zu vernehmen war, sucht der Betreiber der Minigolfanlage in Dietikon einen neuen Standort. Er möchte seine Anlage gern auf der Burkertsmatt eigenverantwortlich weiterbetreiben, Restaurant inklusive. Das Land möchte er vom Verband im Baurecht auf 30 Jahre.
Kreditantrag bereits im nächsten Herbst?
«Diese Pläne sind im Moment blockiert», informierte Präsident Roland Keller am letzten Freitag an der Abgeordnetenversammlung. Die Stadt Dietikon möchte die Minigolfanlage behalten. Wie sich der Betreiber entscheiden wird, stehe noch nicht fest. Eine solche Anlage selber betreiben möchte der Verband nicht.
Für eine Pumptrackanlage stehen die Chancen besser. 1500 bis 2500 Quadratmeter Land braucht es für diese Wellenbahn, auf der mit Fahrrädern, Trottinetts und Rollbrettern aller Art herumgekurvt werden kann. Land hat es auf der Burkertsmatt noch reichlich. Die Strategiegruppe wird das Vorhaben an die Hand nehmen und an der nächsten Abgeordnetenversammlung informieren. «Vielleicht wird bereits im nächsten Herbst ein Kreditantrag vorliegen», so Roland Keller. Gerechnet wird mit Kosten von rund 200 000 Franken. Abzüglich eines noch nicht bekannten Betrags aus dem Swisslosfonds.
Antrag überwiesen
Ebenfalls seit Längerem wird über das Anlegen einer E-Tankstelle auf der Burkertsmatt diskutiert. Wie Vorstandspräsident Marcel Signer informierte, habe er mit mehreren Anbietern gesprochen. Auch mit der Elektra Widen, welche die Burkertsmatt mit Strom versorgt und welche auch den Strom der Photovoltaikanlage kauft. Die Gespräche mit den Anbietern seien enttäuschend verlaufen, keiner wolle investieren, da solche Tankstellen nicht rentierten. Worauf Roland Stoller den Antrag stellte, die E-Tankstelle selber zu realisieren. Dieser Antrag wurde einstimmig überwiesen. An der nächsten Versammlung muss der Vorstand somit eine fundierte Offerte vorlegen. Dann wird darüber befunden, ob der Verband selber eine E-Tankstelle errichten soll.
Vision Hallenbad vorgestellt
Urs Schweizer, Hansueli Eberle und Fritz Luchsinger von der Interessengemeinschaft (IG) Hallenbad Mutschellen stellten ihre Vision eines Hallenbads auf dem Burkertsmattareal vor. Schweizer war OK-Präsident bei der Eröffnungsfeier im Jahr 2012. Schon damals wurde über ein Hallenbad diskutiert. «In zehn Jahren dann», habe es damals geheissen. Von einem Hallenbad profitiere die ganze Bevölkerung. «Auch die Vereine.» Erst recht von den geplanten Nebenräumen wie Sauna, Kraftraum, Physio und eventuell Sitzungszimmer.
«Ich war sofort begeistert von der Idee», sagte Fritz Luchsinger, der in der IG zuständig ist fürs Marketing. «Es soll etwas Feines entstehen, das auf den Mutschellen passt.» Dafür wurden bereits Flyer gedruckt, Baseballmützen und Kugelschreiber bedruckt, Aufkleber gestaltet und Petitionsbögen vorbereitet. Denn Ende April will die IG mit dem Sammeln von Unterschriften beginnen, sofern es die Pandemie erlaubt. Sonst beginnen der Versand der Flyer in 8500 Haushalte (inklusive Bellikon) und die Standaktionen an hoch frequentierten Orten etwas später.
Mit dem Hallenbad soll die Burkertsmatt tatsächlich zu einem Ort der Begegnung werden. Und ein solches Bad sei kostendeckend zu betreiben, so Hansueli Eberle. Die IG hat sich umliegende Hallenbäder angeschaut und sich die Zahlen zeigen lassen. «Die Nebenräume werfen Gewinn ab, mit dem der Betrieb des Bads – neben dem Eintritt – finanziert werden kann.» Auch liessen sich Synergien nutzen mit der bestehenden Anlage, beispielsweise bei der Reinigung.
«Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Bevölkerung», sagte Roland Keller. Die Abgeordneten applaudierten verhalten nach der Präsentation. Eine Diskussion nach der Präsentation war nicht erlaubt.
Jubiläumsfest im September
Im September 2011 wurde die Burkertsmatt in Betrieb genommen. Seither ist auch die Jugendarbeit Mutschellen hier daheim und Leichtathletik Mutschellen wurde ins Leben gerufen. Zudem sind der Handballclub und der Fussballclub Mutschellen 50 Jahre alt (die Fussballer wurden es letztes Jahr). Grund genug also für ein mehrtägiges Fest, das vom 16. bis 19. September gefeiert werden soll. Christian Meier vom OK informierte über den Stand der Arbeiten. Geplant sind Leichtathletik-Events für jedermann, Meisterschaftsspiele von Fussball und Handball, Konzerte sowie ein Streetfoodund Barfestival. «Es wird das erste Mutschälle-Fest, dem hoffentlich noch einige folgen werden», so Christian Meier. Die grosse Unsicherheit dabei sei das Coronavirus. «Sollte es nicht möglich sein, im September zu feiern, dann geht es halt nicht», so Meier. Vielleicht aber im Jahr darauf.
Rechnung genehmigt
An der Versammlung am letzten Donnerstag in der Sporthalle Burkertsmatt nahmen 22 von 24 Abgeordneten teil. Sie genehmigten das Protokoll und nahmen den Jahresbericht zur Kenntnis. Das Jahr war durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet: die Schliessung der Burkertsmatt vom 16. März bis 11. Mai wegen Covid-19 und das Nein zum Kredit für ein zweites Kunstrasenfeld in Berikon und Rudolfstetten.
Ebenfalls zur Kenntnis genommen wurde der Bericht der Betriebskommission. Die Überwachungskameras sind installiert und bis Ende April funktionstüchtig. Die Reinigung wurde an eine andere Firma vergeben. In Angriff genommen werden die Beleuchtung des Parkplatzes sowie die Anpassung des Veloständers, das Zehn-Jahr-Jubiläum sowie erste Events unter dem Motto «Begegnung».
Die Rechnung schliesst gegenüber dem Budget mit einem Mehraufwand von gegen 22 000 Franken ab. Die PV-Anlage hat 302 000 kWh Strom geliefert, davon wurden 235 000 kWh an die Elektra Widen verkauft, der Rest selber verbraucht. Verzichtet hat der Verband auf Einnahmen aus der Bandenwerbung. Es resultierte ein Nettoaufwand von 707 037 Franken. Dieser wird von den Verbandsgemeinden getragen. Berikon übernimmt 245 891 Franken, Rudolfstetten 250 177 Franken und Widen 210 968 Franken. --eob



