Der Bischof kann kommen
23.03.2021 Region BremgartenEinweihung der renovierten Kirche am 16. Mai
Seit zehn Monaten wird die Kirche Maria Himmelfahrt in Fischbach-Göslikon innen und aussen renoviert. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.
Erika Obrist
«Das ...
Einweihung der renovierten Kirche am 16. Mai
Seit zehn Monaten wird die Kirche Maria Himmelfahrt in Fischbach-Göslikon innen und aussen renoviert. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.
Erika Obrist
«Das Gemeindeleben ruht weitgehend», sagt der 54-jährige Daniel Schambron, Präsident der Kirchenpf lege Fischbach-Göslikon. Kein Wunder, ist die prachtvolle und wegen ihrer üppigen Innenausstattung einmalige Kirche Maria Himmelfahrt doch seit Ende Mai letzten Jahres geschlossen. Das Gotteshaus wird innen und aussen umfassend renoviert. 1,93 Millionen Franken kostet das. Ein Kraftakt für die Kirchgemeinde.
Spendenziel erreicht
Ein Kraftakt, den die Kirchgemeinde allein kaum bewältigen kann. Deshalb hat die Kirchenpflege das Ziel ausgegeben, dass 250 000 Franken an Spenden zusammenkommen sollen. Dieses Ziel wurde inzwischen erreicht. Die Einwohnergemeinde Fischbach-Göslikon hat 50 000 Franken gesprochen, der Bund hat einen Beitrag für die Denkmalpflege von 30 000 Franken beigesteuert, die Kulturstiftung der UBS 15 000 Franken und die Ernst-Göhner-Stiftung gleich 150 000 Franken. Dazu kommen ganz viele kleinere Spenden von Privatpersonen und Firmen.
«Eine Fachfrau der Ernst-Göhner-Stiftung war hier vor Ort und hat sich über eine Stunde lang ein Bild gemacht von der Kirche und der Renovation», weiss Daniel Schambron. Und er weiss auch, dass ohne den Beitrag dieser Stiftung das Spendenziel wohl kaum erreicht worden wäre.
Eine weitere Stiftung hat der Kirchgemeinde ein zinsloses Darlehen gewährt, abzahlbar in zehn Jahren. Die erste Rate wird erst im sechsten Jahr fällig. Auch dies eine grosse Erleichterung für die Finanzen der Kirchgemeinde.
Die Renovationsarbeiten sind laut Schambron planmässig verlaufen; es gab keine unliebsamen Überraschungen. Alles ist fertig, ausser den elektrischen Installationen innen sowie der behindertengerechte Zugang und die Sickerleitung aussen.
Somit steht der Einweihung am 16. Mai mit Bischof Felix Gmür nichts mehr im Weg. Dann soll das Gemeindeleben wieder aus dem Dornröschenschlaf erwachen.
Das Bijou funkelt wieder
Renovation der Kirche Maria Himmelfahrt vor dem Abschluss
Die Kirche Maria Himmelfahrt ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Während zehn Monaten wurde das Gotteshaus innen und aussen umfassend renoviert. Dank der guten Planung traten bei den Arbeiten keine Überraschungen zutage.
Erika Obrist
Kirchen prägen die Landschaft und sie sind mit ihren Türmen oftmals das Wahrzeichen eines Orts. Und sie sind das Haus Gottes, in dem sich die Gläubigen versammeln, um die Feste des Glaubens zu feiern.
Die Kirche in Fischbach-Göslikon ragt unter den Ortskirchen der Region heraus. Vor 345 Jahren erbaut, erfolgte beim Umbau von 1757 bis 1760 das, was sie einzigartig macht im Aargau: Sie wurde mit einem zauberhaften Rokoko-Interieur von hoher Qualität ausgestattet. Farbiger Gipsstuck, Stuckmarmor und Freskenausmalungen machen die Kirche zum Bijou. Ein Schmuckstück, dessen Glanz seit der letzten Renovation vor bald sechzig Jahren matt geworden ist.
Kostbare Reliquien im Banksafe
Jetzt strahlt das einzigartige Bijou wieder. In den letzten zehn Monaten wurden im Innern Gipsstuck, Stuckmarmor und Freskenbemalung gereinigt und, wo nötig, erneuert. Die Farben leuchten wieder kräftig, auf allen Bildern ist wieder deutlich erkennbar, was auf ihnen dargestellt ist. «Es ist wieder richtig hell in der Kirche», freut sich Daniel Schambron, Präsident der Kirchenpflege.
Die Renovation war lange und umsichtig geplant worden. Über zwei Jahre hinweg wurde beispielsweise gemessen, ob sich das Gebäude bewegt. Tut es nicht. Altar und Statuen wurden aus dem Haus Gottes entfernt und sicher in einem Container untergebracht. Die Reliquien, wegen ihres Alters und ihrer Unersetzbarkeit sehr wertvoll, wurden in einem Banksafe fremdplatziert. Wo, verrät Daniel Schambron nicht.
Bei der Ausführung der Arbeiten seien keine Überraschungen zutage getreten, freut sich Schambron. Diese führen nämlich meist zu Verzögerungen im Ablauf und zu Mehrkosten.
Vom Glockenstuhl bis zur Sickerleitung
Für 1,93 Millionen Franken wurde die Kirche seit Ende Mai 2020 renoviert. Die Risse in der Fassade innen und aussen saniert. Das Schindelkleid am Turm wurde ersetzt sowie die verwitterten Zifferblätter und die Schalljalousien instand gestellt, neue Glockenjoche samt Dämmung sorgen für eine Reduktion der dynamischen Kräfte; so wird beim Läuten der Glocken die statische Belastung auf die Aussenwände reduziert. Es sollen also keine Risse mehr entstehen im Mauerwerk.
Innen wurden die Wand- und Deckenflächen gereinigt, ebenso die Ausstattung wie Altäre, Kanzel und Orgel. Die Kirchenbänke wurden demontiert, abgelaugt, ausgebessert, neu gebeizt und lackiert. An der Decke wurde neu gedämmt und die vorhandene Isolation verstärkt. «Das zahlt sich jetzt schon aus», sagt Schambron. So habe man den Kirchenraum den Winter hindurch mit nur einem Heizstrahler auf 15 bis 16 Grad erwärmen können. Die Handwerksleute dürfen ja keine klammen Finger haben bei ihrer Arbeit.
Die Sitzbankheizung wurde erneuert. Nun wird noch die Beleuchtung erneuert. «Die Elektriker sind die letzten Handwerker, die im Innern am Werk sind», weiss Schambron. Aussen wurde neu eine Sickerleitung verlegt; dieser Graben muss noch fertig aufgefüllt werden. Auch der rollstuhlgängige Eingang auf der Seite ist noch nicht ganz fertig. «Ende April wollten wir fertig sein mit der Renovation; diese Vorgabe können wir einhalten.»
Mit Musik und Festzelt
Am 16. Mai wird die Kirche wieder gesegnet von Bischof Felix Gmür. Die Band «Lobpreis» aus St. Gallen wird für die musikalische Umrahmung sorgen. Es wird zusätzlich ein Festzelt aufgestellt, in das der Gottesdienst übertragen wird. «Der Rest des Festprogramms hängt von der Entwicklung der Pandemie ab», sagt Schambron.
Zum Rest gehören ein Apéro, die Versteigerung von Fundgegenständen, die bei der Renovation aufgetaucht sind, und eine Erinnerung an die Einweihung, welche die Besucherinnen und Besucher mit nach Hause nehmen können.
Eine Chance für das Gemeindeleben
Die Einweihung sieht Schambron auch als Chance, das Gemeindeleben wieder zu aktivieren. Während der Renovation ist dieses nämlich etwas eingeschlafen; die kirchlichen Feiern fanden und finden bis zur Einsegnung allesamt in Niederwil statt.
Etwas freut Schambron besonders: Das Spendenziel von 250 000 Franken wurde erreicht. Obwohl nicht alle geplanten Anlässe durchgeführt werden konnten. Vor allem Stiftungen, Bund und Kanton, Einwohnergemeinde und Private sorgen mit ihren Beiträgen dafür, dass die Renovationskosten von der Kirchgemeinde gestemmt werden können.



