Hallenbad auf dem Mutschellen
25.09.2020 MutschellenUrs Schweizer lanciert die Diskussion um eine Erweiterung des Sportzentrums Burkertsmatt
Auf dem Mutschellen soll bald in einer Halle geschwommen werden können – das möchte Urs Schweizer aus Rudolfstetten. Er ist daran, dazu eine Interessengemeinschaft zu ...
Urs Schweizer lanciert die Diskussion um eine Erweiterung des Sportzentrums Burkertsmatt
Auf dem Mutschellen soll bald in einer Halle geschwommen werden können – das möchte Urs Schweizer aus Rudolfstetten. Er ist daran, dazu eine Interessengemeinschaft zu gründen.
Roger Wetli
«Ein Hallenbad hier oben würde eine Lücke schliessen», ist Urs Schweizer überzeugt. «Denn obwohl auf dem Mutschellen sehr viele Leute wohnen, gibt es hier keine Möglichkeiten, um zu schwimmen.» Der Initiant bezeichnet sich selber als Macher. Er begleitete als Vorstandsmitglied des Gemeindeverbandes Burkertsmatt den Bau des Sportzentrums und war OK-Chef des Eröffnungsfestes.
«Mit einem Hallenbad würde die Burkertsmatt noch attraktiver und es könnten Wassersportarten angeboten werden. Auch die Schulen profitieren», ist Urs Schweizer überzeugt. Er sieht das Potenzial, mit dem Bau zusätzliche Räume für die Burkertsmatt zu erstellen, die damals aus Kostengründen weggefallen sind. «Es fehlen zum Beispiel Zimmer für Sitzungen und Zusammenkünfte.»
Können es sich leisten
Das Hallenbad könnte direkt an die Burkertsmatthalle angebaut werden. Urs Schweizer möchte kein Alpamare, sondern ein zweckmässiges öffentliches Bad. «Es kostet zwar etwas. Aber alle drei Gemeinden zusammen können es sich leisten, wenn sie wollen. Die Steuerfüsse sind tief», erklärt er.
Neun Jahre nach der Eröffnung der Burkertsmatt sei die Zeit reif, eine Diskussion über eine Erweiterung mit einem Hallenbad zu führen, so Schweizer. Er sucht darum Leute aus allen Mutscheller Gemeinden, die mit ihm eine Interessengemeinschaft gründen.
Schwimmen auf der Burkertsmatt
Urs Schweizer will eine Interessengemeinschaft Hallenbad gründen
Auf dem Mutschellen gibt es kein öffentliches Hallenbad. Der Rudolfstetter Urs Schweizer will das ändern und dazu eine Interessengemeinschaft gründen. Er ist überzeugt, dass die Idee Früchte tragen kann.
Roger Wetli
«Das Bedürfnis nach einem Hallenbad ist zu einhundert Prozent gegeben», erklärt Urs Schweizer mit voller Überzeugung. «Auf dem Mutschellen leben über 13 000 Personen. Diese wollen schwimmen.» Schweizer sieht grosses Potenzial, ein Hallenbad direkt an das Sportzentrum Burkertsmatt in Widen anzugliedern. «In den ursprünglichen Plänen vor 30 Jahren sprach man noch von einer Eishalle und einem Hallenbad. Das Projekt wurde anschliessend abgespeckt, sodass beides bereits nach einer ersten groben Kostenschätzung rausgefallen ist», weiss er.
Schwimmen nicht vernachlässigen
Der Zeitpunkt sei jetzt neun Jahre nach der Eröffnung der Burkertsmatt günstig, eine erneute Diskussion zu lancieren. «Zudem plant man jetzt an einem weiteren Fussballfeld. Ich habe nichts gegen diesen Sport. Das Schwimmen sollte aber ebenfalls nicht vernachlässigt werden.» Urs Schweizer sieht sich selber als Macher. Und er kennt die Burkertsmatt sehr gut. Zwei Jahre vor deren Realisierung trat er als Abgeordneter von Rudolfstetten dem Gemeindeverband Burkertsmatt bei und wirkte im Vorstand. «Ich tat das mit der Motivation, dass meine Enkel hier mal baden können». Schweizer war OK-Chef der Eröffnungsfeier und trat nach acht Jahren aus dem Vorstand. «Ich bin jemand, der jeweils was Neues tun will. Als ich ging, kam eine Phase der Verwaltung.»
Für alle Generationen
Der Rudolfstetter hat einen engen Bezug zum Wassersport. Der gebürtige Neuenhofer ist Mitglied im Schwimmklub Baden, wo er jahrzehntelang Wasserball spielte. «Auch mein Vater hat das bereits getan», erinnert er sich. Er kennt viele Hallenbäder sehr gut, und kennt auch die minimalen Anforderungen an ein öffentliches Hallenbad. «Es müsste zwingend sechs 25-Meter-Bahnen für Wettkämpfe und ein Lernbecken haben und attraktiv für Familien sein. Dinge wie Sprungtürme, Kinderbecken oder Sauna und Fitnessräume sind optional.» Schweizer möchte damit die Burkertsmatt unter der Woche tagsüber attraktiver machen. «Die Infrastruktur ist heute eher auf Vereine ausgelegt. Ein Hallenbad würde ermöglichen, die Anlage noch besser individuell zu benutzen. Aber auch die Mutscheller Schulen könnten hier ihren Lehrauftrag erfüllen. «Pensionierte profitieren von Angeboten wie Aquafit, welches für die Beweglichkeit einen wichtigen Beitrag leistet. Die Bevölkerung wird immer älter, wodurch solche Möglichkeiten laufend mehr Zuspruch erhalten.»
Anstoss geben
Das Hallenbad könnte direkt an die Burkertsmatthalle angebaut und mit ihr verbunden werden. «Das Beachvolleyballfeld müsste dadurch verschoben werden. Der Gemeindeverband besitzt hier Landreserven, weshalb das kein Problem sein sollte.» Diskussionen dagegen wird es um die Erstellungs- und Betriebskosten geben. «Die Hallenbadeintritte decken in der Regel 30 bis 40 Prozent der laufenden Ausgaben. Bei einem guten Bauprojekt sollte ein solches Vorhaben bei der Bevölkerung auf offene Ohren stossen. Der Preis wird es ihr wert sein», ist Urs Schweizer überzeugt. Mit der Gründung einer Interessengemeinschaft möchte er in Berikon, Rudolfstetten und Widen eine Diskussion auslösen. «Ich hoffe, aus allen drei Gemeinden Interessierte für ein Hallenbad zu gewinnen. Die IG soll es nicht selber bauen, sondern den Zündschlüssel für eine Projektierung und den Bau drehen. Wir könnten zum Beispiel dafür Unterschriften sammeln.» Er habe bereits einiges an Zuspruch erfahren. Und er mutmasst: «Vielleicht könnte man auch Oberwil-Lieli zum Mitmachen gewinnen.» Urs Schweizer möchte die IG in einer losen Vereinsform führen. «Ich will nicht unbedingt deren Präsident sein. Wichtig ist, dass was in diese Richtung läuft. Denn wo kein Wille, da auch kein Weg.» Sein Traum wäre, hier mal Wasserball zu spielen.
Urs Schweizer ist sich bewusst, dass es bis zum Bau eines Hallenbades lange dauern wird. «Toll wäre, wenn es 2025 eingeweiht würde. Ich stelle mich heute schon gerne als OK-Chef des Eröffnungsfestes zur Verfügung», lacht er.
Wer die «IG Hallenbad» unterstützen möchte, kann dies Urs Schweizer per E-Mail an schweizer.rudolfstetten@ bluewin.ch oder per Telefon 079 292 60 10 mitteilen.
Durch Schule begrüsst
«Ja, ich würde ein Hallenbad auf dem Mutschellen begrüssen», erklärt Louis Isenmann, organisatorischer Schulleiter der Kreisschule Mutschellen. Im Aargauer Lehrplan ist vorgeschrieben, dass die Schüler zum Beispiel sicher schwimmen lernen. Zudem müssen sie Gefahren im Zusammenhang im, auf und am Wasser richtig einschätzen und verantwortungsbewusst handeln können. «Diesen Bereich des Lehrplans können wir heute nur teilweise erfüllen», weiss Isenmann. Zwar würde ab und zu mal das Freiund Hallenbad in Bremgarten besucht. Das koste aber jeweils fast einen halben Tag. «Das ist zu viel für einen regelmässigen Schwimmunterricht. Ein Hallenbad hier oben würde es uns sehr erleichtern, den Lehrplan zu erfüllen.» --rwi