Vermeiden, trennen, verwerten
28.08.2020 MutschellenGemeinderat informierte über Entsorgungsstrategie
Berikon hat keine Abfallgrundgebühr. Das führt dazu, dass zu viel Kehricht dort entsorgt wird, wo es nichts kostet. Das möchte der Gemeinderat ändern.
Die Entsorgung ist ein von Bund ...
Gemeinderat informierte über Entsorgungsstrategie
Berikon hat keine Abfallgrundgebühr. Das führt dazu, dass zu viel Kehricht dort entsorgt wird, wo es nichts kostet. Das möchte der Gemeinderat ändern.
Die Entsorgung ist ein von Bund und Kanton streng reglementiertes Aufgabengebiet der Gemeinden. Sie haben ein Monopol auf Siedlungsabfällen; also auf allen Abfällen, die im Haushalt anfallen. Am Informationsanlass «Ech ha Gmeind…» orientierte Gemeinderat Stephan Haag rund zwei Dutzend Interessierte, wie die Entsorgung in Berikon vonstatten geht, und er stellte die Entsorgungsstrategie des Gemeinderats vor. Diese wurde kürzlich erarbeitet und soll bis 2030 gelten.
Im letzten Jahr entsorgte die Gemeinde 375 kg Abfall pro Einwohner. Die Zahl ist in den letzten Jahren in etwa konstant geblieben. Der Gemeinderat möchte sie jedoch senken. Dazu hat der Gemeinderat drei Ziele definiert: möglichst viel Abfall vermeiden, an der Quelle trennen und möglichst viel davon einer Wiederverwertung zuführen. Langfristig strebt der Gemeinderat eine regionale Lösung an für die Entsorgung.
Es bleibt beim Kompostieren
Die Entsorgung will die Gemeinde möglichst kundenfreundlich anbieten, möglichst ökologisch, aber auch ökonomisch. Es gibt keine Grundgebühr in Berikon, auch nicht beim Grüngut. Wohl auch deshalb sind im Beriker Grüngut sehr viele Fremdstoffe enthalten. «Die Fremdstoffe im Grüngut aus Oberlunkhofen haben in einer Tasse Platz, für Berikon braucht es einen Container», sagte Haag wohl etwas überspitzt.
In der Grüngutdeponie im Gunzenbühl werden im Jahr rund 4500 bis 5000 Tonnen Grüngut aus mehreren Gemeinden verwertet. Es wird Kompost für die Landwirtschaft produziert. Im Frühjahr wird jeweils eine Menge Kompost gesiebt, damit er als Gartenerde verwendet werden kann. Die Gemeinde prüft nun, ob mehr Gartenerde produziert und eventuell verkauft werden kann.
An einer Gemeindeversammlung ging ein Vorstoss ein wegen der Umstellung der Kompostieranlage auf Vergasung. Eine solche Anlage sei laut Auskunft des Kantons wohl nicht bewilligungsfähig, sagte Stephan Haag. Zudem brauchte es die vier- bis fünffache Menge an Grüngut gegenüber heute. Zudem entstünde Gas. «Aber wohin damit?», fragte Haag. Deshalb sei die Vergasung keine Option für den Gemeinderat. Dieser will weiterhin das Trennen des Abfalls stärken. Mit Aufrufen, mit der Positiv-Negativ-Liste beim Grüngut und dem vermehrten Stehenlassen der Container, wenn das Abfuhrteam Fremdstoffe im Grüngut entdeckt.
Weitere Sammelstelle prüfen
Papier und Karton werden in Berikon an sieben Tagen im Jahr gesammelt. Das teilen sich vier Vereine untereinander auf; sie werden dafür von der Gemeinde entschädigt. «Den Preis, den wir für Papier und Karton pro Tonne erhalten, deckt die Unkosten nicht», sagte Haag.
In der Gemeinde gibt es mehrere Sammelcontainer für Glas und Altkleider, aber nur eine Unterflursammelstelle unterhalb des Gemeindehauses, in der man neben Glas auch Dosen einwerfen kann. «Derzeit prüfen wir, ob weitere Sammelstellen in der Gemeinde angelegt werden könnten.» Platz habe es aber nur im Gebiet Welschloh. In anderen Quartieren müsste die Gemeinde bei grösseren Bauvorhaben schauen, ob sie Land erwerben könnte.
Im Raum steht der Gedanke einer regionalen Entsorgungsstelle auf dem Mutschellen. In Widen fehlt der Platz dafür, mit Rudolfstetten sei man im Gespräch, Oberwil-Lieli sei zur Diskussion bereit. --eob

