TRIBÜNEN GEFLÜSTER
28.08.2020 SportCiriaco Sforza wird neuer Trainer beim FC Basel. Und in den Kommentarspalten überschlagen sich die Befürworter und die Kritiker mit ihren Worten, noch bevor er überhaupt ein erstes Training geleitet hat. Krass, was da alles auf einen einprasselt. Von ...
Ciriaco Sforza wird neuer Trainer beim FC Basel. Und in den Kommentarspalten überschlagen sich die Befürworter und die Kritiker mit ihren Worten, noch bevor er überhaupt ein erstes Training geleitet hat. Krass, was da alles auf einen einprasselt. Von «genau der richtige Mann» bis zu «Stinkstiefel, der unbrauchbar ist» liegen die Wortmeldungen. Ein Journalist schreibt, dass «sein ausgeprägtes Selbstvertrauen vielen ein Dorn im Auge ist». Wer solch eine Aussage macht, kennt Sforza kein bisschen. Wir, mit der stolzen Freiämter Brille, wünschen «Ciri» jedenfalls viel Erfolg beim FC Basel. Die Resultate werden zeigen, ob er der Richtige ist oder eben nicht.
Für Sforza gilt der Fokus nun voll und ganz auf den FC Basel. Er will bei einer der besten Fussballadressen des Landes starke Arbeit abliefern. Beim Treffen im «Marco Polo» erinnert er sich aber auch – etwas wehmütig – an seine Zeit beim FC Wohlen zurück. Damals, 2014/15, war der FCW lange an der Tabellenspitze, schnupperte am Aufstieg in die Super League. «Spieler mit Top-Qualität, eine starke Infrastruktur und viele Menschen, die an dieses Team geglaubt haben», waren die Erfolgsgaranten, wie Sforza erzählt. Sechs Spieltage vor Schluss kommunizierte der FC Wohlen, dass man nicht in die Super League aufsteigen könne – oder wolle. Etwas, das Sforza heute noch wurmt. «Schade, dass man es nicht durchgezogen hat. Ich bin überzeugt, wir hätten die nötigen Sponsoren und Ausnahmebewilligungen erhalten. Mit Stolz, Herz und Leidenschaft wäre dieser Aufstieg möglich gewesen.» Auch heute noch verfolgt er «seinen» FC Wohlen. Dazu meint Sforza: «Der FC Wohlen spielt in der 1. Liga classic, bildet junge Spieler aus und bleibt eine starke Adresse im Schweizer Fussball. Es braucht Herz und Qualität – egal auf welcher Stufe. Und der FCW hat das.»
Beim Treffen erzählt Sforza ein spannendes Detail zu seinen TV-Gewohnheiten. Rückblick: An der Weltmeisterschaft 1994 siegte die Schweizer Nationalmannschaft gegen Rumänien mit 4:1. Ein historischer Erfolg in vielerlei Hinsicht. Sforza war Spielmacher und zeigte eine beeindruckende Leistung. Man sagt heute noch, dass es das beste Spiel seiner gesamten Karriere war. «Es war sensationell. Ich schaue mir jedes Jahr diese Partie nochmals im TV an.»
Wenn übermorgen Sonntag, 16 Uhr, der TV Muri in der ersten Runde im Schweizer Cup auswärts auf Frick trifft, ist es rund ein halbes Jahr her, dass die Klosterdörfler ihr letztes Pflichtspiel bestritten haben. Es hat nicht viel gefehlt und es wäre auf den Tag genau ein halbes Jahr her gewesen. Das wäre in dem Fall eingetroffen, wenn Muri am Samstag gespielt hätte. Denn mit dem Duell am Sonntag werden es genau genommen sechs Monate und ein Tag sein, seit Muri in der Meisterschaft eine 21:24-Niederlage zu Hause gegen Muotathal einstecken musste. Besonders bitter: Die Murianer hatten bis zu diesem Spiel eine weisse Weste in der Abstiegsrunde. Sie konnten alle vier vorherigen Duelle gewinnen. Und ausgerechnet mit der ersten Niederlage, mit der diese Serie gerissen ist, musste sich Muri in die Corona-bedingt seeeeehr lange Sommerpause verabschieden.
--spr/jl
