Parkplätze neu regeln
17.04.2020 KüntenDer Künter Gemeinderat arbeitet zurzeit an einem Parkplatzreglement. Im November sollen die Stimmberechtigten an der «Gmeind» darüber entscheiden können. Ziel der Behörde ist, die Nutzung der öffentlichen Parkplätze so zu regeln, dass sie ihrem Zweck ...
Der Künter Gemeinderat arbeitet zurzeit an einem Parkplatzreglement. Im November sollen die Stimmberechtigten an der «Gmeind» darüber entscheiden können. Ziel der Behörde ist, die Nutzung der öffentlichen Parkplätze so zu regeln, dass sie ihrem Zweck entsprechend genutzt werden. Mit den Gratisparkplätzen auf öffentlichem Grund soll es danach vorbei sein. --rwi
Parkieren gerechter machen
Gemeinde arbeitet an einem Parkplatzreglement
In Künten ist es zurzeit noch möglich, die Fahrzeuge dauerhaft und unentgeltlich auf gewissen öffentlichen Parkplätzen abzustellen. Das soll sich bald ändern.
Roger Wetli
«Es gibt in unserem Quartier Anwohner, die ständig die öffentlichen Parkplätze der Gemeinde nutzen», beklagt sich ein Bewohner der Griedstrasse, der anonym bleiben möchte. Gemeindeammann Werner Fischer kennt das Problem: «Es flammt immer wieder in der Bevölkerung auf. Tägliche Anrufe gibt es aber nicht», erklärt er und kündigt an: «Zurzeit arbeiten wir an einem Parkplatzreglement, das wir an der Gemeindeversammlung im kommenden November zur Genehmigung vorlegen möchten.»
Erhöhter Motorisierungsgrad
Die Massnahmen seien in der langfristigen Projektplanung schon seit vielen Jahren ein Thema. «Zuerst kümmerten wir uns aber um Projekte wie die ARA-Sanierung oder den Neubau des Gemeindehauses. Das ist jetzt alles durch. Deshalb ist jetzt die Werterhaltungsplanung Strassen dran.» Er spricht dabei auch das neue Einbahnregime in Sulz und die 30er-Zonen in der ganzen Gemeinde an.
«Ein Parkplatzreglement entspricht den Bedürfnissen der Bevölkerung», weiss er. «Die öffentlichen, weiss markierten Parkplätze waren ursprünglich für die Besucher gedacht – wie zum Beispiel an der Griedstrasse», so Werner Fischer. Es handle sich dort um 40- bis 50-jährige Liegenschaften. Als diese gebaut wurden, sei der Motorisierungsgrad der Einwohner noch viel tiefer gewesen. Entsprechend seien auch weniger Parkplätze gebaut worden. «Heute besitzen viel mehr Leute ein motorisiertes Fahrzeug. Entsprechend werden jetzt die Abstellplätze öfter von Anwohnern genutzt», so der Gemeindeammann. In neueren Quartieren muss jeder privat seinen Abstellplatz organisieren und finanzieren. «Dies führt zur heutigen Ungerechtigkeit und deshalb zu nachvollziehbaren Unstimmigkeiten.»
Drei bis vier Kategorien
Der Gemeinde fehlt zurzeit die rechtliche Grundlage, um gegen Dauerparkierer auf öffentlichem Grund vorzugehen. Dies soll sich bald ändern. «Unser neues Reglement wird die ganze Gemeinde umfassen und verschiedene Kategorien ausweisen. Damit sollen die Plätze wieder für das genutzt werden, für das sie ursprünglich gebaut wurden. Das führt zu mehr Gerechtigkeit», ist Werner Fischer überzeugt.
Er spricht von drei bis vier Kategorien. Auf dem neuen Parkplatz an der Reuss wird es möglich sein, das Fahrzeug abzustellen, um spazieren zu gehen. Dies vorerst kostenlos, bis ein gemeinsames Bewirtschaftungsreglement in den Reussgemeinden umgesetzt wird. Das Regime beim Gemeindehaus und auf dem Kiesparkplatz beim Schulhaus wird so ausgelegt, dass der Besuch von Veranstaltungen und der Verwaltung und der Schule möglich sind. In den Quartieren wird es voraussichtlich kostenpflichtige Dauerparkkarten geben. Daneben, wird es möglich sein, die Fahrzeuge für kürzere Zeit gratis abzustellen. «Es geht uns dabei nicht um die zusätzlichen Einnahmen für die Gemeinde», versichert er. «Die genauen Details werden jetzt noch ausgearbeitet. Wir erfinden das Rad nicht neu, sondern bauen auf Musterbeispielen auf.»
Direkt die Polizei informieren
Werner Fischer erwartet eine gewisse Opposition gegen das Parkplatzreglement von Einwohnern, die durch die jetzige Situation profitieren. «Diese nutzen den öffentlichen Raum auf Kosten der Allgemeinheit, was nicht fair ist», betont er. Immer wieder würden auch Fahrzeuge gemeldet, die ausserhalb von Parkfeldern stehen. «Wer sich daran stört, darf sich direkt bei der Regionalpolizei melden. Diese klärt dann ab, ob es sich um einen Gesetzesverstoss handelt. Melden sich die Leute bei uns, informieren wir ebenfalls die Polizei. Diesen Umweg kann man sich gerne sparen.»
Er kündigt an, dass bei einer Annahme des neuen Reglementes dessen Einhaltung auch überprüft würde. «Damit können wir dauerhaft die Abstellplätze ihrem heutigen Zweck zuführen.»



