Ein Lied wie eine Predigt
21.01.2020 Bremgarten«Bärner Abe» des Berner Trachtenchors
Vreni Suter leitet seit zwanzig Jahren den Trachtenchor. Wie es mit ihr als Dirigentin weitergeht, steht in den Sternen.
Vincenz Brunner
Der Beginn des Liedvortrags des ...
«Bärner Abe» des Berner Trachtenchors
Vreni Suter leitet seit zwanzig Jahren den Trachtenchor. Wie es mit ihr als Dirigentin weitergeht, steht in den Sternen.
Vincenz Brunner
Der Beginn des Liedvortrags des Berner Trachtenchors stand ganz im Zeichen der Dirigentin Vreni Suter. Zu Ehren ihres zwanzigjährigen Wirkens als Dirigentin wurde ihr Lieblingslied gesungen und Präsident Robert Füglistaller hielt eine warmherzige Rede. «Ich bin jetzt ganz platt, ich weiss gar nicht, was sagen», reagierte die Dirigentin auf den thronartigen Sessel, der ihr von ihren Chorkollegen bereitgestellt wurde. «Vielen Dank für die schönen Worte. Ich bin so nervös wie vor zwanzig Jahren, als ich den Chor übernommen habe», so Vreni Suter.
Danach leitete sie ihren Chor durch das Liederprogramm, das mit Paul Müller-Eggers «Fröhlichs Läbe» begann und mit «Chüejerläbe» von Adolf Stähli weitergeführt wurde. Nach Alfons Guglers «Es treichelet heizue» gab es eine kurze Verschnaufpause für den Chor in Form eines Bandintermezzos. Vreni Suter am Keyboard, Franz Bachmann an der Handorgel und Hans Dahinden an der Mundharmonika und den Löffeln spielten ein Medley aus verschiedenen bekannten Melodien.
Aargauer Klassiker
Besonders eindrücklich war, wie der Saal bei «Im Aargau sind zwei Liebi» ganz sanft mitzusingen begann. Nach dem Intermezzo wurde «Chostbari Wärte» von Matthias Wüthrich gesungen. «Dieses Lied ist wie eine Predigt», erklärte Dirigentin Vreni Suter. Hans Dahinden und Hans Pfenninger durften dabei als Solisten auftreten. «Mi Boum» von Theres Aeberhard-Häusler war das letzte Lied vor der Zugabe. Diese hiess «Sommerpsalm». «Das Lied gab viel Arbeit, aber es ist wunderschön», so Vreni Suter. Nach dem Konzert erklärte sie: «Ich bin deshalb so lange beim Chor geblieben, weil es mir guttut, der Chor nett zu mir ist und es mir sehr gefällt. Ich geniesse den Moment und möchte nichts über meine Zukunft im Chor sagen.» Präsident Robert Füglistaller rechnet sehr damit, dass die Dirigentin dem Verein erhalten bleibt: «Wir wählen die Dirigentin jedes Jahr neu. Vreni Suter ist schon bald 80, aber sie wird weitermachen.» Den Präsidenten quälen Sorgen um den Nachwuchs. «Leider haben wir nur wenige junge Mitglieder. Ich denke, es gibt zu viele andere Angebote für junge Menschen. Viele haben wohl Angst vor einem Engagement», erklärt Robert Füglistaller.
Einst den Bernern vorenthalten
Der Bernerverein ist 1932 gegründet worden, damals durften nur Berner mitmachen. Heute sind noch drei waschechte Berner dabei. Nach der dreiviertelstündigen Pause ging es mit dem Lustspiel «E Magd mit Sehnsücht» weiter, einem munteren Zweiakter, gegeben von der Laienspielgruppe Gretzenbach. Das Stück handelt von einer jungen Magd – ein zünftiges «Räff» – die einen Mann sucht, dabei aber wählerisch und nicht sehr diplomatisch vorgeht. Ihre ersten Versuche, auf hohen Absätzen zu gehen, sorgten beim Publikum für grosse Erheiterung. Am Ende verliebt sie sich in den stotternden Knecht, der mit seinem Sprechproblem ebenfalls für einige Lacher sorgte. Am Samstag spielte in der Pause und im Anschluss an das Theater das Schwyzerörgeli-Quartett Nachtgiele aus Büttikon.



