Superhelden im Casino
14.01.2020 BremgartenCosplay-Anlass am 5./6. September
Mit dem Excelsior Argovia erhält der Aargau seine erste Messe der Superhelden-Fanszene.
Das Excelsior Argovia soll am 5. und 6. September im Casino steigen. «Bremgarten hat eine Kulisse, die nicht viele bieten ...
Cosplay-Anlass am 5./6. September
Mit dem Excelsior Argovia erhält der Aargau seine erste Messe der Superhelden-Fanszene.
Das Excelsior Argovia soll am 5. und 6. September im Casino steigen. «Bremgarten hat eine Kulisse, die nicht viele bieten können», sagt OKund Vereinspräsident Nicolai Graf,
welcher in Hermetschwil-Staffeln wohnt. Das Treffen soll zum Festival, zur Messe werden. Während die «Fantasy Basel» jährlich Zehntausende Besucher anzieht, ist das Ziel der Organisatoren in Bremgarten ein eher kleinerer Anlass mit 500 bis 1000 Besuchern. --aw
Stelldichein der Superhelden
Im Casino findet am 5./6. September erstmals die Excelsior Argovia statt
Cosplay: Das hobbymässige Verkleiden und Vorleben als Figuren aus Film, Manga, Anime oder der Mythenwelt wird immer bekannter. Im Spätsommer findet in Bremgarten die erste Messe der Szene statt.
André Widmer
Wer kennt sie nicht: Thor, Captain America, Sailor Moon, Spiderman, Wolverine. Alles Superhelden, die im Paralleluniversum der Fantasywelt starke Charaktere darstellen. Und dargestellt, ja geradezu vorgelebt werden diese Figuren von ihren Fans in der Cosplayszene. Die Enthusiasten verkleiden sich nicht nur wie diese Heroen oder Bösewichte, sondern verhalten sich – wenn sie in den Kostümen stecken – auch wie diese, bewegen sich derart. Die Schweizer Cosplayszene wächst. Seit 2017 gibt es auch im Freiamt einen Verein, das Cosplay-Atelier mit Lokalität in Wohlen. Jetzt planen die Cosplayer rund um Präsident Nicolai Graf ein erstes Treffen in Bremgarten, das Excelsior Argovia 2020.
Besucher sind willkommen
Das Excelsior Argovia soll am Samstag und Sonntag, 5. und 6. September, im Casino steigen. «Bremgarten hat eine Kulisse, die nicht viele bieten können», sagt OK- und Vereinspräsident Nicolai Graf, welcher in Hermetschwil-Staffeln wohnhaft ist. Das Treffen der Superhelden soll zum Festival, zur Messe werden. Während der grösste Anlass hierzulande, die «Fantasy Basel», jährlich Zehntausende Besucher anzieht, ist das Ziel der Organisatoren in Bremgarten ein eher kleinerer Anlass mit 500 bis 1000 Besuchern.
Foto-Erlöse an wohltätigen Zweck
«Es gibt grosse Messen, die zu kommerziell sind. Wir möchten, dass es auf der familiären Ebene bleibt», erklärt Kristina Reich, die ebenfalls dem OK angehört. Dennoch wird die Excelsior Argovia für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich sein. Neben der Präsenz der Cosplayer in ihren tollen Kostümen sollen Fantasyautoren, Comic-, Requisiten- und Merchandiseanbieter, aber auch Foodstände zugegen sein. Vielleicht sogar Tätowierer. Da die Cosplaybewegung ursprünglich in Japan ihren Anfang nahm, ist insbesondere asiatisches Essen auf der gastronomischen Seite denkbar, aber nicht nur. Interessant dürfte es auch sein, Cosplayern beim Erstellen ihrer Kostüme zuschauen zu können.
Die Besucher können Fotos mit ihren Lieblingscharakteren machen – zum Beispiel vor der mittelalterlich anmutenden «Schoggiseite» Bremgartens und dafür einen Batzen spenden. Der Erlös geht an einen wohltätigen Zweck. Unterstützt wird der Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten (www.kmsk.ch). Letztes Jahr wurde bereits mit einer Aktion für diesen Verein gesammelt und man war relativ erfolgreich dabei. Derzeit ist das OK daran, das konkrete Programm und die Aussteller- und Teilnehmerliste zusammenzustellen. Vorstellen kann man sich auch einen Marsch durch die Altstadt hinüber zum Austragungsort ennet der Reuss.
Die beiden OK-Mitglieder Nicolai Graf (38) und Kristina Reich (27) sind selber eingefleischte Cosplayer. Graf ist Spiderman-Fan, sein grosser Wunsch war es, die weltgrösste Messe Comic Con in San Diego zu besuchen, wozu es aber nie kam. Dafür fand 2015 am Rheinknie erstmals die «Fantasy Basel» statt, die er besuchte. Dort fing Nicolai Graf endgültig Feuer, als er Gleichgesinnte traf. «Dort nahm es mich rein», so Graf. 2017 dann die Gründung des Vereins Cosplay-Atelier, dessen Lokalität sich in Wohlen befindet. Von anfänglich sechs Mitgliedern nahm die Zahl stetig zu und wird im Jahr 2020 wohl die 50er-Marke erreichen. In dieser Region hatten die Freiämter Cosplayer bereits Auftritte, so im Sunnemärt oder letztes Jahr am Reussfoodfestival in Bremgarten.
Interesse an Animes und Games
Die Begeisterung von Grafs Kollegin Kristina Reich für Cosplay wiederum nahm den Anfang mit ihrem Interesse an Animes (japanische Zeichentrickfilme) und Games. Sie hatte sich einst auch als Pokémon verkleidet. «Da habe ich Blut geleckt», erklärt sie. Meist suche man sich Charaktere aus, die zum entsprechenden Cosplayer auch passen, so Graf und Reich. So wird die Identifikation natürlich grösser. «Wenn die Charakter ähnlich sind, macht es das einfacher.» Einige Cosplayer nähen auch ihre Kostüme selber. Die einen bleiben ihren Charakteren treu, andere nehmen nach einer gewissen Zeit eine andere Figur ein. Viele Angehörige der Szene sind altersmässig zwischen 20 und 25 Jahre alt, doch die Bandbreite reicht von Minderjährigen bis Leuten aus der Grosselterngeneration.



