Der Rigimarsch ist ausgebucht
14.01.2020 Region BremgartenAlle 2000 Tickets wurden innert fünf Stunden verkauft
Der Rigimarsch in der Nacht auf Auffahrt wird immer beliebter. Obwohl die Zufi ker Veranstalter auf Werbung verzichten, ist er von Jahr zu Jahr schneller ausverkauft. Anfang Januar geschah dies ...
Alle 2000 Tickets wurden innert fünf Stunden verkauft
Der Rigimarsch in der Nacht auf Auffahrt wird immer beliebter. Obwohl die Zufi ker Veranstalter auf Werbung verzichten, ist er von Jahr zu Jahr schneller ausverkauft. Anfang Januar geschah dies zeitmässig unter einem halben Tag.
Roger Wetli
Der Rigimarsch fi ndet am 20. Mai zum 30. Mal statt. Alterserscheinungen kennt die Veranstaltung nicht. Im Gegenteil: Wer eines der 2000 Tickets ergattern konnte, darf sich glücklich schätzen. 2016 nahmen 2363 Frauen und Männer am traditionellen Nachtmarsch vom Bremgarter Sunnemärt auf die Rigi teil. Der Verein «Rigi91» und seine über 130 Helfer stiessen an ihre Grenzen. «Deshalb haben wir die Teilnehmerzahl ab 2017 auf 2000 limitiert», erklärt OK-Präsident Toni Dubach.
1000 Tickets nach 14 Minuten
Bereits damals konnten sie noch vor dem Start «Ausverkauft» verkünden. Allerdings dauerte es 2017 noch zwei Monate. Diese Zeit verkürzte sich bereits ein Jahr später auf zwei Wochen. 2019 waren es noch etwas mehr als zweieinhalb Tage.
«Was dieses Jahr abging, verschlug uns aber fast die Sprache», ist Dubach begeistert. «Die ersten 1000 Tickets waren nach 14 Minuten weg, weitere 400 nach einer Stunde. Vier Stunden später mussten wir unser Anmeldeformular auf unserer Webseite runter nehmen.» Dubach und sein Verein fühlen sich durch die hohe Beliebtheit ihres Anlasses geschmeichelt. Mehr als einmal pro Jahr möchten sie ihn aber nicht durchführen. «Der Aufwand mit der Streckenmarkierung, den Zwischenposten, dem Rücktransport der Teilnehmenden und den Gepäcktransporten ist jeweils riesig. Er würde bei einer Wiederholung auch nicht kleiner», so Dubach. Lieber möchte sein Verein die Einmaligkeit des Rigimarsches bewahren. Zudem sei die Strecke für jeden das ganze Jahr zum selbstständigen Wandern offen.
In fünf Stunden ausverkauft
Die Rigimarsch-Veranstalter sind überwältigt
Innert Rekordzeit waren alle 2000 Tickets für den diesjährigen Rigimarsch reserviert. Limitiert ist die Teilnehmerzahl seit 2017. Der 30. Marsch findet am 20. Mai statt.
Roger Wetli
«Wir fühlen uns geehrt, dass unsere Veranstaltung derart beliebt ist», freut sich Toni Dubach, OK-Präsident des Rigimarsches und Vizepräsident des Vereins «Rigi91». Innert 14 Minuten waren bereits 1000 Tickets weg, nach einer Stunde waren es 1400. Nach fünf Stunden konnte der Verein «Ausverkauft» vermelden. «Bereits fünf Minuten danach wurden wir per E-Mail, Whatsapp und Telefon angefragt, ob es eine Warteliste gibt. Eine solche führen wir aber nicht», erklärt Dubach. Sie hätten geahnt, dass es dieses Jahr wohl noch schneller als 2019 gehen würde. «Unser Webadministrator war darauf vorbereitet. Es gab zum Teil kurze Wartezeiten. Der Server hat aber standgehalten.»
Mehr Planungssicherheit
Als die Organisatoren die Teilnehmerzahl 2017 zum ersten Mal auf 2000 beschränkten, war der Marsch innert zwei Monaten ausverkauft. «2018 war dies nach zwei Wochen der Fall und 2019 nach 61,5 Stunden», so Dubach. «Ich hoffe jetzt, dass es 2021 nicht im Minutenbereich sein wird.» Sie hätten nie gedacht, dass der Rigimarsch einmal derart populär werden würde. Lange bewegte sich die Teilnehmerzahl jeweils zwischen 400 und 1300. Seit sieben Jahren steigt sie nur noch. «Wir stiessen an die Grenzen und die Teilnehmer beklagten sich über zu viele Läufer. Deshalb deckelten wir die Zahl», erklärt Dubach. «Das hat sich in den letzten drei Jahren bewährt. Es ist wieder alles entspannt, was dem Marsch zugutekommt.»
Der Verein profitiert seither von einer gestiegenen Planungssicherheit. «Als man sich noch beim Start anmelden konnte, war das logistisch eine grosse Herausforderung», erinnert sich Toni Dubach. «Bei schönem Wetter mussten wir innert kurzer Zeit viel mehr Lebensmittel für die Zwischenverpflegungen organisieren. Das ist jetzt viel einfacher.»
Einmaligkeit bewahren
Dubach erklärt sich die Beliebtheit des Rigimarsches mit seiner Einmaligkeit. «Mir ist kein anderer solcher Nachtmarsch bekannt. Es gibt zwar Märsche um Biel und am Hallwilersee, diese finden aber tagsüber statt.» Die Leute würden wohl solche Aktivitäten suchen. Wichtig sei beim Rigimarsch, dass es keine Startnummern und keine Zeitmessung gebe. «Als einzige Vorgabe fährt um 10 Uhr die letzte Bahn mit Car-Anschluss in Goldau nach Bremgarten von der Rigi runter. Ansonsten marschiert man mit und gegen sich.» Die Gesundheit der Teilnehmer steht für die Veranstalter im Vordergrund. Der OK-Präsident gibt zu bedenken: «Gerade das letzte Stück von der Seebodenalp auf die Rigi hat es in sich. Wir erleben auch immer wieder Leute, die über ihre Grenzen gehen.» Grundsätzlich seien die Teilnehmer, die es bis an Ziel schaffen, aber fitter als noch vor einigen Jahren.
Keine Option sieht Toni Dubach, den Rigimarsch aufgrund seiner Beliebtheit mehrmals pro Jahr durchzuführen. «Alle Helfer sind ehrenamtlich dabei. Der Aufwand ist jeweils sehr gross und würde auch nicht kleiner bei mehreren Terminen pro Jahr.» Im Einsatz sind jeweils über 130 Personen, die zum Teil mehrere Aufgaben übernehmen. «Es würden dann wohl viele Teilnehmer auch einfach mehrmals kommen», schätzt der OK-Präsident. Gerne beratend zur Seite stünde der Verein, wenn jemand einen ähnlichen Marsch veranstalten möchte. «Sofern dieser uns zeitlich und örtlich nicht konkurrieren würde, hätten wir damit sicher kein Problem.»
Marsch an anderen Tagen absolvieren
Toni Dubach rät Personen, die kein Ticket ergattern konnten, den Marsch auf eigene Faust zu probieren. «Der Weg ist 365 Tage im Jahr offen. Zudem ist es auch reizvoll, die Strecke tagsüber zu absolvieren. Das gibt ganz andere Eindrücke», weiss er. Ein Paar habe das 2019 so gemacht, auf der Rigi übernachtet und dann beim Eintreffen der Nachtläufer zugeschaut. Wer trotzdem in derselben Nacht mitlaufe, solle die Zahlenden nicht behindern. Bei den Verpfiegungsständen würden die Teilnehmer kontrolliert. Von einem Schwarzmarkt für Tickets hat Toni Dubach bisher keine Kenntnis. «Wir würden dem aber nachgehen», verspricht er, und lässt noch einen Hoffnungsschimmer offen. «Auf der Rigimarsch-Facebook-Seite werden immer wieder Tickets verkauft, wobei die Nachfrage deutlich höher ist als das Angebot.»



