Berikon ist «Käfer»-frei
08.11.2019 MutschellenVor vier Jahren entdeckte ein Gartenbaulehrling in Berikon den asiatischen Laubholzbockkäfer. Dieser befällt Laubbäume und Sträucher und kann sie zum Absterben bringen.
Sofort wurden Massnahmen ergriffen, damit sich der Käfer nicht ausbreiten kann. An die 200 ...
Vor vier Jahren entdeckte ein Gartenbaulehrling in Berikon den asiatischen Laubholzbockkäfer. Dieser befällt Laubbäume und Sträucher und kann sie zum Absterben bringen.
Sofort wurden Massnahmen ergriffen, damit sich der Käfer nicht ausbreiten kann. An die 200 Bäume rund um die Fundstelle wurden gefällt, das Material wurde zerhackt und verbrannt. Die Bäume, die stehen blieben, wurden vier Jahre lang auf den Käfer abgesucht. Es wurde keiner mehr entdeckt. --eob
Der Eindringling ist weg
Bekämpfung des asiatischen Laubholzbockkäfers war erfolgreich
Vor vier Jahren entdeckte ein Gärtnerlehrling den asiatischen Laubholzbockkäfer in Berikon. Seither unternahmen Kanton und Gemeinde alles, damit sich der Käfer nicht ansiedelt. Der Aufwand hat sich ausbezahlt.
Erika Obrist
«Heute ist ein froher Tag», sagte Therese Plüss. «Berikon war der vierte Ort in der Schweiz, an dem der asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) festgestellt wurde», so Leiterin der Sektion Waldschutz und Waldgesundheit beim Bundesamt für Umwelt. Sie hat alle vier Orte bei der Bekämpfung des Schädlings begleitet. Dank der guten Zusammenarbeit von Kanton und Gemeinde sei Berikon nun «Käfer-frei». Trotzdem gelte es, weiterhin aufmerksam zu bleiben.
Entdeckt hat den asiatischen Laubholzbockkäfer ein Gärtnerlehrling vor vier Jahren. Das Bild des Käfers schickte er dem Kanton. Ruedi Bättig, Projektleiter in der Abteilung Wald, reagierte umgehend. Die Umgebung der Fundstelle wurde abgesucht. «Zuerst haben wir keine weiteren Käfer gefunden, dann aber einen stark befallenen Baum», blickte Ruedi Bättig vier Jahre zurück. Daraufhin wurde fast die ganze Gemeinde Berikon zum Sperrgebiet erklärt.
Mit Hunden und Baumkletterern
Der asiatische Laubholzbockkäfer befällt – wie es der Name sagt – Laubbäume und Sträucher. Besonders gern hat er Ahorne, Weiden und Platanen. Er kann auch gesunde Bäume zum Absterben bringen. Wenn man die Ausbreitung des Käfers nicht bekämpft, kann er auch Obstbäume befallen. Zum Glück war in Berikon nur ein Baum betroffen.
Damit sich der Käfer nicht ausbreiten kann, wurden rund 200 Laubbäume und Sträucher im Siedlungsgebiet gefällt. Das Material wurde abgeführt, gehäckselt und verbrannt. Bäume, welche die Eigentümer behalten wollten, wurden in den letzten vier Jahren regelmässig kontrolliert. Zum einen von Hans Döbeli mit seinen speziell ausgebildeten Hunden Bean, Xina und Rose. Zudem kamen Baumkletterer zum Einsatz. Zudem unternahm Förster Christoph Schmid monatlich von April bis Oktober eine Kontrolle zu Fuss.
Die Gemeinde Berikon selber informierte die Bevölkerung regelmässig mit Flugblättern, um sie zu sensibilisieren, wie Vizeamtsfrau Rosmarie Groux aufzeigte. Weiter mussten die Liegenschaftsbesitzer das Baumschnittmaterial ab einer bestimmten Dicke an einen Sammelplatz beim Berikerhus bringen. Dieses Schnittmaterial wurde ebenfalls gehackt und in einer Holzschnitzelheizung verbrannt.
Lob von allen Seiten
«Die Gemeinde selber musste ebenfalls Bäume fällen entlang des Rummelbachs», so Rosmarie Groux. Das habe wehgetan, haben doch Bäume im Siedlungsgebiet eine wichtige Funktion, unter anderem als Schattenspender. Sie zeigte auch Verständnis für diejenigen Eigentümer, die ihre Bäume behalten wollten. Wie die anderen Beteiligten, die an der Medienorientierung am letzten Mittwoch im Gemeindehaus teilnahmen, lobte Rosmarie Groux vor allem Förster Christoph Schmid, der einen enormen Einsatz geleistet hat. Schmid hat auch mit den Leuten gesprochen, deren Baum gefällt werden musste. Zudem war er selber als Baumkletterer im Einsatz.
Lobend äusserte sich auch Doris Hölling von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WLS) in Birmensdorf. «Ich gratuliere allen Beteiligten zur entschlossenen gemeinsamen Bekämpfung», sagte sie. Und zur erfolgreichen, denn bei der letzten Begehung Ende Oktober wurden keine verdächtigen Spuren mehr festgestellt. Der Eindringling ist weg, das Sperrgebiet aufgehoben.
Kosten von 220 000 Franken
Gekostet haben die Massnahmen, die sich über vier Jahre hingezogen haben, rund 220 000 Franken. Bezahlt haben das Bund und Kanton. Nicht entschädigt wurden Private, deren Bäume gefällt werden mussten. Sie erhalten auch nichts für die Neubepflanzung.
Kein allzu froher Tag war es für Hundeführer Hans Döbeli. Er hat drei Hunde ausgebildet zum Aufspüren des asiatischen Laubholzbockkäfers. «Für die Hunde wäre es gut, hätten sie noch etwas Arbeit», sagte er. In der Schweiz gibt es diese nun nicht mehr. Immerhin werden er und seine Hunde auch im benachbarten Ausland geschätzt.



