Wohin mit den Schätzen?
22.10.2019 MutschellenDas Heimatmuseum für Handwerk und Wohnkultur von Asella und Peter Wild in der früheren «Chäsi» in Berikon hatte am Wochenende seine Türen geöffnet. Viele Leute sahen sich die alten Gerätschaften an. Noch steht nicht fest, wo sie untergebracht werden sollen, ...
Das Heimatmuseum für Handwerk und Wohnkultur von Asella und Peter Wild in der früheren «Chäsi» in Berikon hatte am Wochenende seine Türen geöffnet. Viele Leute sahen sich die alten Gerätschaften an. Noch steht nicht fest, wo sie untergebracht werden sollen, wenn die «Chäsi» abgerissen wird. --eob
Noch keine Lösung in Sicht
Viele Besucher im Heimatmuseum für Handwerk und Wohnkultur
Über Jahrzehnte hinweg haben Asella und Peter Wild Gerätschaften aus Landwirtschaft und Handwerk gesammelt. Um die Sammlung zu retten, soll nun ein Verein gegründet werden.
Erika Obrist
«Wir haben ganz einfach Freude an alten Gerätschaften», erklärt Peter Wild die Sammelleidenschaft von ihm und seiner Frau Asella. Als sie ihren Landwirtschaftsbetrieb an der Reinenstrasse in Berikon aufgegeben haben, nahmen sie viele Gegenstände mit, die an das bäuerliche Leben und Werken im letzten Jahrhundert erinnern. Seit elf Jahren sind sie eingelagert über dem ehemaligen Schweinestall der «Chäsi» an der Unterdorfstrasse. Die Sammlung ist über die Jahre angewachsen. «Wenn ich irgendwo etwas gesehen habe, beispielsweise in einem Brockenhaus, dann habe ich es halt gekauft», fährt Peter Wild fort.
Unterteilt nach Themen
Am letzten Wochenende konnte die Bevölkerung die Gerätschaften im Heimatmuseum für Handwerk und Wohnkultur anschauen. Viele Leute machten von diesem Angebot Gebrauch. Peter und Asella Wild haben ihre Schätze nach Themen geordnet ausgestellt. Hier wähnte man sich in einem Schulzimmer oder im Büro, dort in einer Küche wie vor sechs, sieben Jahrzehnten. Hier waren Gerätschaften, die man auf dem Bauernhof tagtäglich brauchte, dort Werkzeuge zum Torfstechen. Eingerichtet ist unter dem Dach eine gute Stube sowie eine Schlafkammer. Zu sehen ist, wie früher gewaschen, gebügelt und genäht wurde.
Nebenan steht die Einrichtung des früheren Dorflädelis Hüsser-Groth samt Ladentheke mit Inhalt. Ob die Zündhölzer noch brennen? Ebenfalls findet man noch alte Uniformteile der Beriker Feuerwehr sowie Werkzeuge, die Schreiner und Zimmerleute benötigt haben. Die Kinder haben die Utensilien bestaunt, die sie nie zuvor gesehen haben und die längst aus dem Alltag verschwunden sind. Die Erwachsenen schwelgten in Erinnerungen. «Das hatten wir auch bei uns daheim», war immer wieder zu hören. Aber auch: «So etwas habe ich noch nie gesehen.»
Die Hunderte von Gegenständen müssen Asella und Peter Wild nun einpacken und an einen neuen Ort zügeln, weil die ehemalige «Chäsi» einem Neubau weichen muss. Wo dieser neue Ort sein wird, steht noch nicht fest. Das Ehepaar hat sämtliche Gegenstände inventarisiert und die Dokumentation der Gemeinde Berikon anvertraut.
Verein gründen und neue Heimat finden
«Danke fürs Sammeln, Erhalten und Pflegen der alten Gerätschaften», sagte Gemeindeammann Stefan Bossard am Sonntag beim Apéro, den die Gemeinde offeriert hatte. Mit ihm waren auch Vizeamtsfrau Rosmarie Groux erschienen und Gemeinderat Otto Eggimann. Bossard freute sich, dass so viele Leute Interesse gezeigt haben an der Vergangenheit. «Leider weiss noch niemand, wo die Schätze dereinst untergebracht werden können», so Bossard weiter. Ziel sei es, einen Verein zu gründen, der sich dem Erhalt und der Pflege des Kulturguts annehme.
Weiteres Ziel sei es, ein Gebäude zu finden, in dem das Heimatmuseum eine neue Heimat finde. Dieses Gebäude soll dann zu einem Ort werden, an dem man sich treffen und austauschen kann. Bossard rief alle Interessierten dazu auf, sich dem neuen Verein anzuschliessen und sich zu engagieren. Auf dass das umfangreiche Kulturgut, das Asella und Peter Wild zusammengetragen haben, nicht vergessen geht.
Zusammenstehen müsse man auch, wenn ein neuer Raum gefunden sei, so Bossard weiter. «Denn es wird die Allgemeinheit sicher etwas kosten.»
Peter Wild weiss noch nicht, wann genau die Bagger bei der ehemaligen «Chäsi» auffahren werden. Er ist aber überzeugt, dass eine gute Lösung für den Fortbestand seines Schatzes gefunden werden kann. «Es haben sich Leute bei mir gemeldet und zugesagt, dass sie beim Einpacken und Zügeln helfen werden.» Leute, die interessiert sind am Weiterbestehen der Sammlung.



