Islisberger an Drohnenrennen
18.10.2019 IslisbergHeute Freitag und morgen Samstag nimmt der 19-jährige Islisberger Pascal Luginbühl an einem internationalen Drohnenrennen im liechtensteinischen Vaduz teil. Er hat sich online für das «McDonalds Drone Team» qualifiziert. Seine Drohne fliegt mit über 150 km/h an ...
Heute Freitag und morgen Samstag nimmt der 19-jährige Islisberger Pascal Luginbühl an einem internationalen Drohnenrennen im liechtensteinischen Vaduz teil. Er hat sich online für das «McDonalds Drone Team» qualifiziert. Seine Drohne fliegt mit über 150 km/h an Hindernissen vorbei ins Ziel.
Wie im Cockpit
Pascal Luginbühl nimmt am Drohnenrennen in Vaduz teil
Der 19-jährige Pascal Luginbühl aus Islisberg hat sich für den internationalen Wettbewerb «Drone Prix Liechtenstein» qualifiziert. Dieser findet heute Freitag und morgen Samstag statt.
Roger Wetli
«Ich bin überglücklich, mein Können an diesem Rennen zu beweisen», strahlt Pascal Luginbühl. Er ist Teil des «McDonald’s Drone Teams», das mit acht Piloten nach Vaduz reisen wird. Ob er gegen die Teams aus Schweden, Russland oder Korea antreten werden kann, wird sich erst heute zeigen. «Jedes Team stellt jeweils vier Personen. Zuerst muss ich mich bei Vorrennen gegen die Hälfte des Teams durchsetzen und mindestens den vierten Platz erreichen.»
Rennen in der Nacht
Beim Wettbewerb gilt es, mit Renndrohnen einen Parcours gegen einen oder sieben Piloten zu fliegen und dabei als Erster ins Ziel zu kommen. Gesteuert werden sie mit einer Virtual-Reality-Brille und zwei Joysticks. «Es fühlt sich an wie in einem richtigen Cockpit. Ich habe ein Gesichtsfeld von etwa 150 Grad.» Anders als normale Drohnen verfügen Renndrohnen über keine Stabilisatoren und über kein GPS. Die Flugobjekte erreichen Geschwindigkeiten von 150 bis 200 km/h, weshalb die Rennen nur etwa 50 Sekunden dauern. Schafft es Pascal Luginbühl endgültig ins «McDonald’s Drone Team», wird er gegen sieben weitere Gruppen antreten. «Es gilt das Ausschlussprinzip. Daher gibt es zuerst vier Rennen mit je zwei Piloten. Anschliessend treten alle acht Personen der beiden Teams an, wobei die ersten vier im Ziel zählen. Ist danach Gleichstand, kommt das Team weiter, dessen Pilot im Massenrennen als Erster das Ziel erreicht.»
Die Rennen werden auf dem Hauptplatz in der Nähe des Schlosses durchgeführt. Sie finden bei jeder Witterung statt. «Bei Regen muss man beim Fliegen stark aufpassen», weiss Luginbühl. Dazu kommt, dass die Drohne eher gross und dadurch windanfällig ist. «Die Grösse und die Beleuchtung der Drohnen dienen dazu, dass sie für die Zuschauer besser sichtbar sind. Bei den hohen Geschwindigkeiten hätte sonst das Publikum nicht viel davon», weiss der 19-Jährige. Die Rennen finden deshalb auch mehrheitlich im Dunkeln statt. Das freie Training beginnt um 17 Uhr, die Qualifikation um 18.55 Uhr. Danach gilt es richtig ernst.
Vertiefte Erkenntnisse
Pascal Luginbühl fliegt mit Drohnen, seit er elf Jahre alt ist. «Die erste habe ich noch mit einem iPhone gesteuert. Später kam eine Fotodrohne dazu. Diese war mir aber bald zu langweilig, weil sie langsam ist.» Er habe deshalb im Internet recherchiert und die Renndrohnen entdeckt. Seit zweieinhalb Jahren fliegt er nun solche und trainiert regelmässig in einem Verein in Zug. Dort stellen sie auf einem Feld Hindernisse auf, die sie umfliegen. «Die Rennen benötigen sehr viel Konzentration. Schlecht wird mir dabei aber nie.»
Luginbühl hat dieses Jahr seine Ausbildung zum Informatiker abgeschlossen. Seine Vertiefungsarbeit widmete er den Drohnenrennen. «Das Hobby gibt mir vertiefte Einblicke in die Informatik. Weil wir hier die Drohnen auch löten und die Mikrokontroller programmieren.»
Bei den Rennen schätzt er die kameradschaftliche Stimmung zwischen den Piloten. «Man unterstützt sich gegenseitig, tauscht Ersatzteile aus und gibt Tipps. Konkurrenzdenken steht nicht im Vordergrund, sondern die Freude an den Rennen.»
Schnelle Reaktion erforderlich
Für das «McDonald’s Drone Team» hat er sich nicht über den Verein qualifiziert. «Die Firma hat in ihren Restaurants und online ein Drohnenrennen-Simulationsspiel gestellt. Ich habe online eine der besten Zeiten absolviert.» Fest im Team wird Luginbühl aber nicht sein. «McDonald’s sucht für die Rennen immer wieder nach neuen Piloten.»
Von den Rennen zu leben, würde schwer werden. Zudem lasse mit dem Alter die Reaktion nach. «Die besten Piloten sind zwischen elf und 30 Jahre alt.» Nach Vaduz fährt der Islisberger zusammen mit einem Kollegen, der ihn als Mechaniker begleitet. Die Vereinsmitglieder und Kollegen können das Rennen per Live-Stream über das Internet verfolgen. Luginbühl möchte in Vaduz möglichst gut abschliessen.
Weitere Informationen sind auf der Website www.dcl.aero zu finden.



