Ein Hoch auf Umfahrung und Bahn
10.09.2019 Bremgartenfeierte das «Fescht im Wescht»
Mit offenen Türen, einem Festzelt und Nostalgiefahrten mit Oldtimer, Bahn und Bus feierten Aargau Verkehr und die Stadt den regionalen Verkehr.
25 Jahre Stadtumfahrung, der neue Bahnhof Bremgarten West und der ...
feierte das «Fescht im Wescht»
Mit offenen Türen, einem Festzelt und Nostalgiefahrten mit Oldtimer, Bahn und Bus feierten Aargau Verkehr und die Stadt den regionalen Verkehr.
25 Jahre Stadtumfahrung, der neue Bahnhof Bremgarten West und der Abschluss der Bahnstreckensanierung zwischen Wohlen und Bremgarten waren der Stadt Bremgarten und dem Transportunternehmen Aargau Verkehr Gründe genug, zum «Fescht im Wescht» zu laden.
Rund 3000 Besucher
Schätzungsweise rund 3000 Besucherinnen und Besucher liessen es sich nicht nehmen, die Aktivitäten in Bremgarten West, aber auch vereinzelt im Rest der Stadt zu besuchen. Am Samstag beispielsweise rollte ein Oldtimer-Corso durch die sonst fast gänzlich vom Verkehr befreiten Strassen, nämlich über die Holzbrücke via Bogen durch die Marktgasse. Das Festzentrum im Stadtteil West war gut besucht, das Festzelt an den ersten beiden Abenden ziemlich voll. Kein Wunder: Unter anderem wurde frühzeitig Oktoberfest gefeiert. Beliebt waren zudem die Nostalgiefahrten mit alten Zugskompositionen. Seine Aufwartung machte Regierungsrat Markus Dieth. --aw
Im Zeichen des Verkehrs
Mit dem «Fescht im Wescht» feierten Stadt und Aargau Verkehr Umfahrung, Bahnhof West und Streckensanierung
Oktoberfest, Rundgänge, Oldtimer-Corso: Viele Aktivitäten prägten das Fest. Sogar Regierungsrat Markus Dieth machte seine Aufwartung.
André Widmer
Der Startschuss für das «Fescht im Wescht» erfolgte quasi mit dem Holzhammer: Severin Rangosch, CEO von Aargau Verkehr, zapfte das Bierfass im Zelt beim Bahnhof Bremgarten West an. Das «Fescht im Wescht» wartete an den drei Tagen mit allerlei Unterhaltung, Erlebnisreichem und Informativem auf. Oktoberfest, Rockund Countrymusik im Festzelt, Werkstattrundgang, Oldtimer-Corso, kleine Gewerbeschau und insbesondere die Nostalgiefahrten sorgten für viel Kurzweil.
Für das «Fescht im Wescht» gab es gleich drei Gründe: 25 Jahre Stadtumfahrung, der neue Bahnhof Bremgarten West und die Streckensanierung Wohlen–Bremgarten. So kamen am ersten Abend als Dankeschön die beteiligten Handwerker, Planer und Bähnler in den Genuss von Flüssigem und Nachtessen. Der Bähnler Walter Oettli amtete als Fest-OK-Präsident.
Wissenswertes zur Bahn
Mit einem «VIP-Zug» erreichten am Samstag zahlreiche Ehrengäste aus Wohlen her kommend den Bremgarter «Hauptbahnhof». Unter ihnen auch Regierungsrat Markus Dieth, der den terminlich verhinderten Aargauer «Verkehrsminister» Stephan Attiger vertrat. Auf dem Rundgang durch die Werkstatt erfuhr die Politprominenz allerlei Wissenswertes zum Unterhalt der Bahn. So durften die Besucher einen Blick unter den in Revision stehenden Triebwagen werfen, der auf dem Mutschellen vor einigen Monaten verunfallt ist. Auch dass alle 80 000 bis 100 000 Kilometer und somit etwa einmal im Jahr die Räder neu profiliert werden müssen, konnte man erfahren. Zudem hatten die Gäste die Gelegenheit, die Leitstelle im neuen Dienstgebäude in Bremgarten zu besuchen. Danach erfolgte der Transfer der Ehrengäste mit alten Postautobussen aufs Festgelände in Bremgarten West.
«Müssen heute handeln»
«Die Stadtumfahrung gilt seit ihrer Einweihung 1994 als Meilenstein der regionalen Verkehrsplanung», lobte Regierungsrat und Landstatthalter Markus Dieth in seinen Grussworten. 20, 25 Jahre seien in der Verkehrsplanung nicht so viel, heute plane man bereits für 2040. «Wir müssen heute handeln, um die Mobilitätsbedürfnisse von morgen zu befriedigen.» Das Mittelland sei ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort und der Kanton wachse im Vergleich zu anderen überdurchschnittlich. Um 1,1 Prozent – in Zahlen 7000 Personen – pro Jahr. Und mit der Bevölkerung wachse der Verkehr sogar überdurchschnittlich. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sei oft dringlich und der Aargau stelle sich dieser Herausforderung mit der Mobilitätsstrategie mobilitätAARGAU. Ziel sei es, die künftigen Mobilitätsbedürfnisse «in Kernstädten, ländlichen Zentren und urbanen Entwicklungsräumen vermehrt mit dem Velo, mit Bus und Bahn oder zu Fus abzuwickeln».
Appell in Richtung Aarau
Dass der Verkehr in Bremgarten nach wie vor ein Thema ist, machten die Worte von Stadtammann Raymond Tellenbach klar. Er lobte zwar zunächst den Entscheid zur Umfahrungsstrasse um Bremgarten als «weitsichtige Denkweise». Und: «Die Alternative zur Umfahrung ist keine – es gibt keine.» Tellenbach liess die Chance jedoch nicht ungenutzt, um dem anwesenden Regierungsrat Dieth eine verkehrspolitische Mitteilung mit auf den Weg nach Aarau zu geben. Die Regierung solle diese wichtige Verkehrsachse vom Raum Lenzburg, dem Bünztal und weiten Teilen des Freiamtes ins Limmattal hinüber nicht vernachlässigen. «Ich bin mir im Klaren, dass es weitere wichtige Achsen gibt im Kanton, möchte aber deutlich daran erinnern, dass wir als Randregion in dieser Beziehung eine wichtige Rolle tragen.»
Dass bei der Bibenloskreuzung bis 2040 laut neustem Modell des Kantons ein Verkehrswachstum von bis zu 50 Prozent zu erwarten ist, liess der Stadtammann nicht unerwähnt. Raymond Tellenbach wies zudem darauf hin, dass man an der Neugestaltung der Zürcherstrasse mit Busbahnhof und dem neuen Bahnhof Bremgarten sei. «Es sind intensive Gespräche, die hier stattfinden.» Für den Verwaltungsratspräsidenten von Aargau Verkehr Roland Abt waren natürlich die Investitionen in die Bahn ein wichtiger Aspekt in der Rede, so in den neuen Bahnhof Bremgarten West. «Nicht nur Züri West ist trendy, auch in Bremgarten soll sich das West in Zukunft stark ent wickeln.» Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei für eine nachhaltige Entwicklung die Anbindung an einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr, meinte Abt. «Mit diesem Bau sind wir für die Zukunft bestens gerüstet.» Und auch mit den Arbeiten für die Fertigerstellung der Streckensanierung habe man enorm viel erreicht.
Mit Oldtimer und Schienenvelo
«Fescht im Wescht»: Corso durch die Altstadt und viel Unterhaltung
Schätzungsweise rund 3000 Besucherinnen und Besucher kamen zu den Festivitäten. Rege benutzt wurde die Gelegenheit für Nostalgiefahrten.
Der Höhepunkt für die Bevölkerung dürfte der Oldtimer-Corso durch die Reussstadt gewesen sein. Insgesamt wurden 67 ältere Fahrzeuge präsentiert. Oldtimer sind eine irrationale Leidenschaft: Die Fahrzeuge bieten wenig Komfort und verbrauchen Unmengen Benzin. Für die einen war der Benzingeruch, der selbst noch in den Nebengassen wahrnehmbar war, ein Highlight. Etliche Passanten zückten ihre Smartphones, um ein schönes Foto zu machen. Speaker Alessandro Mangolini wusste zu jedem Fahrzeug Interessantes zu erzählen. Auch der Stadtammann Raymond Tellenbach sowie Stadträtin Monika Briner fuhren im Corso mit. Monika Briner hatte sogar einen Ehrengast neben sich sitzen: Michel Birri, die aufgestellte Stimme der SRF3-Hitparade, den man auch schon beim Jugendsender Zambo auf der Mattscheibe sehen konnte.
Baggern und Kranfahren
Nach dem Corso konnte die Gelegenheit genutzt werden, um selber mal in einem der alten Fahrzeuge Platz zu nehmen. Ansonsten wurden im Stadtteil Bremgarten West Attraktionen angeboten, vom Rasenmäherfahren über Baggern, Kranfahren, ein Schienenvelo und Spielen mit Biergläsern. Es wurden auch verschiedene Führungen angeboten (auch beim Hauptbahnhof in der Stadt), unter anderem im neuen Stellwerk und in Firmen in der Nähe des Bahnhofs West. Während am ersten Abend ein überaus gut besuchtes Oktoberfest stieg – Bahndirektor Severin Rangosch zapfte ordnungsgemäss das Fass an –, war am Samstag Rock angesagt. Obwohl am Sonntag das Wetter nicht mehr mitspielte, nutzten auch dann viele Leute die Gelegenheit für die Nostalgiefahrten. Unter anderem war das «Appenzeller Krokodil» zugegen. Bei jüngeren Besuchern beliebt war das Schienenvelo.
Stadtführungen und die Fotoausstellung «Bremgarten – einst und heute» rundeten das Festwochenende auf informative Weise ab. --vb/aw















