Neue Facetten kennengelernt
03.08.2019 BremgartenBundesfeier Bremgarten: Die 21-jährige Studentin Yasmine Frizlen hielt die Festrede
Die schweizerisch-kanadische Doppelbürgerin sprach über ihre Erfahrungen als «CEO für einen Monat» bei Adecco und ihre Sicht auf die Schweiz. ...
Bundesfeier Bremgarten: Die 21-jährige Studentin Yasmine Frizlen hielt die Festrede
Die schweizerisch-kanadische Doppelbürgerin sprach über ihre Erfahrungen als «CEO für einen Monat» bei Adecco und ihre Sicht auf die Schweiz.
Bernadette Oswald
Sie fühle sich sehr geehrt, dass sie heute hier sprechen dürfe, begann Yasmine Frizlen ihre Rede. «Hier bin ich seit 21 Jahren zu Hause.» Die Studentin für Internationale Beziehungen an der Universität Genf schilderte das anspruchsvolle Selektionsverfahren, bei dem sie gegen 2800 Anwärter das Praktikum bei Adecco gewonnen hatte. Ab Mitte Juni begleitete Frizlen einen Monat lang die Adecco-Schweiz-Chefin Nicole Burth bei all ihren Aktivitäten und Reisen.
Ins kalte Wasser geworfen
«In der ersten Woche bekam ich sehr viele Einführungen, sei es in Abteilungen oder an Events.» Bereits am dritten Tag stand ein Mittagessen mit dem globalen Adecco-CEO Alain Dehaze sowie zwölf Botschaftern aus aller Welt auf dem Programm. «Die Adecco als Personalvermittlungsdienst hat die Diplomaten eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft von Arbeit und mögliche Änderungen zu diskutieren. Ich freute mich, dabei zu sein.»
Als sie aber kurz darauf vom Chef aufgefordert wurde, ihre eigene Meinung zum Thema zu sagen, habe es ihr zuerst die Sprache verschlagen. Das sei ein perfektes Beispiel für diesen Monat, in dem sie immer wieder ins kalte Wasser geworfen worden sei. Und dabei aus Fehlern viel gelernt habe.
«Heute, am 728. Geburtstag der Schweiz, ist die Bevölkerung unseres Landes eine der glücklichsten auf der Welt. Das ist unter anderem auch deshalb so, weil hier konstant daran gearbeitet wird, das Land zu verbessern.» Ihr Wunsch für die Zukunft sei, dass sich alle Menschen in ihren Ambitionen so unterstützt fühlen können wie sie im Praktikumsmonat. Sie habe in dieser Zeit viele neue Facetten der Schweiz kennengelernt und dabei festgestellt: «Bremgarten spiegelt die Schweiz sehr gut und ich bin stolz, hier meine Heimat zu haben.»
Bremgarten im Radio-Spot
Rund 600 Besucher kamen zur Bundesfeier auf den Casino-Vorplatz
Stadtammann Raymond Tellenbach begrüsste die Festgemeinde. Yasmine Frizlen hielt die 1.-August-Rede. Bremgarten Tourismus organisierte die Feier und für die Festwirtschaft war der Tischtennisclub Bremgarten verantwortlich.
Bernadette Oswald
Zur Einstimmung liess das Alphorntrio mit Sandra Chiecchi, Stefan Grüninger und Martin Schertenleib seine Klänge vom Balkon des Casinos herab erklingen. Die Musikgesellschaft Hermetschwil-Staffeln unter der Leitung von Thomas Kohler umrahmte die Festansprachen und begleitete auch das feierliche Singen vom Schweizerpsalm. «Wir wünschen euch allen einen tollen 728. Geburtstag unserer Eidgenossenschaft und 171. Geburtstag von unserem Bundesstaat», sagte Stephan Troxler, Präsident von Bremgarten Tourismus, bei seiner Begrüssung.
Ein Wasserfall aus Licht
«Es ist keine Eigenheit der Schweiz, den Geburtstag des Landes zu feiern. Aber es ist definitiv eine Eigenheit, wie die Schweizer ihren Nationalfeiertag begehen, insbesondere auch Bremgarten», stellte er fest. Die Leute vom Radio Seefunk in Konstanz hätten das so speziell gefunden, dass sie an diesem Morgen einen Radio-Spot zur Bremgarter Feier sendeten. Das Publikum bekam die Werbung aus Deutschland zu hören, in der auch Stephan Troxler via Telefon ein paar Worte sagte.
Die 21-jährige Studentin Yasmine Frizlen gab in ihrer Festrede Einblick in ihr Praktikum bei Adecco als «CEO für einen Monat» und sprach auch über die Schweiz. «Die Schweiz sowie Bremgarten sind eine Kombination von Altem und Neuem, Ländlichem und Urbanem, Traditionellem und Progressivem, verbunden mit starkem Gemeinschaftsgefühl und Verantwortungsbewusstsein.»
200 Kilo Pommes frites
Für die Festwirtschaft war erstmals der Tischtennisclub Bremgarten verantwortlich. «Rund 50 unserer 100 Mitglieder sind heute im Einsatz», gab Präsident Markus Korner Auskunft. «Alle sind voll motiviert.» Diese Festwirtschaft zu betreiben, sei einmal etwas anderes und bereichere das Vereinsleben. «Wir rechnen mit dem Verkauf von 350 Steaks, 400 Bratwürsten und 200 Kilo Pommes frites.» Sie hätten schon Komplimente bekommen für das feine Essen. Das sei eine schöne Bestätigung. «Allerdings würden wir ein anderes Mal zwei Grills mehr mitnehmen, damit die Leute nicht so lange anstehen müssen», zog er Bilanz.
Eine goldene Überraschung
Der Kinder-Lampion-Umzug und das Feuerwerk waren einmal mehr feste Bestandteile der Feierlichkeiten. Aus verschiedenen Gründen wurde das Feuerwerk erstmals nicht mehr von der Reuss, sondern vom Isenlaufsteg gezündet. Die besondere Überraschung war in diesem Jahr ein «Goldregen», der wie ein Licht-Wasserfall von der Eisenbahnbrücke in die Reuss herabfiel.



