Hervorragende Premieren
13.08.2019 Region BremgartenDie Jugendzirkusse Arabas und Biber starteten
Ein Wochenende, zwei Jugendzirkusse und zwei Premieren – in Zufikon und Arni eröffneten die beiden Vereine die neue Saison. Diese dauert bis zum zweiten September-Wochenende. Und beide entführen ihr Publikum in fremde ...
Die Jugendzirkusse Arabas und Biber starteten
Ein Wochenende, zwei Jugendzirkusse und zwei Premieren – in Zufikon und Arni eröffneten die beiden Vereine die neue Saison. Diese dauert bis zum zweiten September-Wochenende. Und beide entführen ihr Publikum in fremde Welten. Verliert Zufikon im Programm «Fantasialand» gänzlich den Bezug zu aktuellen Ereignissen, reisen die Arner durch die Zeit an wichtige Ereignisse. Die jeweilige Geschichte bietet den Rahmen für tolle artistische Darbietungen. Viele Kinder und Jugendliche zieht es in die luftige Höhe, wo sie sich an Seilen, Tüchern und anderen Vorrichtungen bewegen. Der Applaus war an beiden Orten riesig. --rwi
Arabas sucht den Friedensstein
Zufikon: Der Jugendzirkus startet mit einer feinsinnigen farbigen Inszenierung in seine 24. Saison
Die Premierengäste waren hin und weg. Die Arabas-Familie bietet mit ihrer Geschichte um den verschwundenen Friedensstein ein faszinierendes Erlebnis.
Hans Rechsteiner
Der Jugendzirkus «Arabas Cirque Jeunesse» ist ein Erlebnis, ein Gesamtkunstwerk, ein Jugendtraum und ein Sommermärchen. Dieser Traum wurde im Januar 1996 in Form eines Vereins mit Sitz in Bremgarten von einigen zirkusbegeisterten Kindern und deren Eltern aus der Taufe gehoben. Bescheiden im Hintergrund steht Zirkusdirektor Martin Indlekofer. Kindern und Jugendlichen soll in ihrer Freizeit die Beschäftigung mit der Zirkuswelt in vielfältiger Weise und in einem professionellen Umfeld ermöglicht werden. So werden den Jugendlichen im kulturellen, sozialen und körperlichen Bereich Erfahrungen ermöglicht, die über das Alltägliche hinausgehen.
Doch der Zirkustraum ist ohne das aktive Mitmachen der Eltern der Zirkuskinder und der vielen Freunde des Arabas nicht zu verwirklichen. Diesmal dauert er bis Sonntag 8. September. Standort des Zirkusdörflis ist die Wiese vor dem Restaurant Emaus in Zufikon.
«Hurra, ich bin Zirkus»
Der Arabas ist ein Ganzjahresprogramm. Alle Kinder und Jugendliche, die Freude am Zirkus haben, können mitmachen. Und sie tun es mit sichtbarem Engagement, Intensität und Spielfreude. Sie müssen einzig bereit sein, regelmässig zu trainieren. Artistische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Im Herbst schon beginnen die Grundtrainings, gemeinsam geübt werden Beweglichkeit, Akrobatik und Geschicklichkeit. Eine Trainingswoche in den Frühlingsferien, zwei Probewochenenden und das Zirkustrainingslager in der letzten Sommerferienwoche ergänzen das wöchentliche Training. Die Aufführungen in den Augustwochen sind dann die Krönung der Anstrengungen, offensichtlich ist der Weg das Ziel. Die Kids geniessen ihren Auftritt sehr, sie sind einfach nur herrlich und selbstbewusst und lustig, artistisch begabt und körperlich unglaublich beweglich.
Und sie erzählen eine hintergründig stimmige, leise Geschichte. Der Friedensstein ist verschwunden, es ist eine Katastrophe, Chaos pur, die ewige Kälte zieht ins Land, es steht im Buch der geschriebenen Geheimnisse. Das ist der rote Faden durchs farbige Programm. Die Kids turnen, wirbeln, spielen, tanzen, zaubern, schauspielern, schäkern in unzähligen farbigen Nummern durchs Programm.
Vieles findet in luftigen Höhen am Schwungseil, an Masten, auf dem Vertikalseil, am Trapez statt – atemberaubend schnell und in den farbigsten wunderschönen Kostümen, wie diejenigen der Meerjungfrauen; es wird jongliert, mit Feuer gespielt, Diabolo geworfen und blitzschnell ausgetauscht, Einrad, Hochrad, Kunstrad kommen zum Einsatz, Rolla Rolla, Rönrad und Kugelball bespielt. Clowns dürfen auch nicht fehlen. Das hat Tempo. Professionell.
Selbstverständlich geht die vielfältig und abwechslungsreich erzählte spannende Geschichte gut aus, es soll ja so sein. Die dunkle Fee muss die blaue Perle freigeben, das Edelsteinpulver hat seine Wirkung getan, die eisige Welt wird vertrieben, der Friedensstein ist wieder da. Es war ein einziges Vergnügen.
Jahrhundertprogramm geglückt
Arni: Der Jugend Circus Biber ging auf «Zeitreise»
16 Ereignisse der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft besuchte der Jugend Circus Biber bei seiner Premiere. Für Gehörlose wurde exklusiv die Geschichte in Gebärdensprache übersetzt.
Roger Wetli
Die erste Spannung bei den jungen Artistinnen und Artisten ist gelöst. Das neue Programm funktioniert hervorragend. Die Zuschauer an der Premiere waren begeistert. Darunter auch die zahlreichen Gehörlosen. Für diese wurde das Gesprochene synchron in Gebärdensprache übersetzt. Das geschah derart geschickt, dass man sich als Hörender explizit achten musste, um es wahrzunehmen.
Nicht nur grosse Ereignisse
Das Biberteam hat die 16 Nummern geschickt in das Thema «Zeitreise» gepackt und eine spannende Geschichte darumgesponnen. Ein TV-Reporterteam hat Kenntnis erhalten, dass eine Professorin möglicherweise auf Zeitreise geht. Sie besuchen sie und ihr Team. Schnell stellen sie fest, dass diese Reise mittels Kühlschrank und einer geheimen wissenschaftlichen Formel funktioniert. In der Folge begleitet das Fernsehteam die Professorin. Dabei gehen immer wieder Teammitglieder verloren oder es wird die falsche Jahreszahl eingestellt.
Der Jugend Circus beweist bei seinen Reisen grossen Humor. So werden nicht nur Orte und Ereignisse von weltweiter Bedeutung wie die Mondlandung oder die Schlacht bei Troja besucht, sondern auch die Aerobic-Welle in den 80er-Jahren in Europa oder die Erfindung der Gummibärchen 1922.
Den grossen Vorbildern nacheifern
Die Zuschauer wurden Zeugen, wie die Eidgenossen beim Rütli-Schwur 1291 über die «Slackline» tanzten oder in den Goldenen 20er-Jahren junge Frauen mit Perücken Einrad fuhren. Die Erstausgabe des Spiderman Comics wurde mit einer atemberaubenden Kletter-Nummer an Tüchern gefeiert. Dabei eiferten die Artisten ihren Vorbildern in den grossen Zirkusmanegen nach und bewiesen, was bereits im jungen Alter alles möglich ist.
Die Clowns und die Kinder mit Kostümen wie zu Zeiten von Louis XIV in Frankreich zeigten ihr komödiantisches Talent. Letztere verbanden das Ganze gar mit ein wenig Zauberei. Immer wieder spannend war, wie die alters- und geschlechter-durchmischten Gruppen sich gegenseitig unterstützten. Reine Egotrips waren nicht zu sehen. Dazu kam eine Biberband, die sich von den grossen Vorbildern ebenfalls nicht zu verstecken brauchte.
Grossen spontanen Applaus gab es für das Manegenteam, welches die teilweise grossen Geräte innert Rekordzeit auf- und abbaute. Zum Schluss des Programms heizten die «Gaukler im Mittelalter» mit einer grandiosen Feuer-Jonglage den Zuschauern nochmals richtig ein.
Das Publikum war begeistert und feierte die kleinen Artistinnen und Artisten nach aller Regel kräftig ab. Das wird ihnen Mut und Motivation für die nächsten neun Vorstellungen geben, die sie bis am Samstag, 7. September, im Zirkuszelt beim Schulhaus Arni darbieten.






