Hell und modern
13.08.2019 MutschellenNeues Schulhaus bezogen
Die Umgebungsarbeiten sind noch im vollen Gang, doch in den Räumen des vierten Primarschulhauses Tilia in Berikon wird seit gestern unterrichtet. Aussen ist der Neubau so grau wie die benachbarten Schulhäuser, innen sind die Räume hell und ...
Neues Schulhaus bezogen
Die Umgebungsarbeiten sind noch im vollen Gang, doch in den Räumen des vierten Primarschulhauses Tilia in Berikon wird seit gestern unterrichtet. Aussen ist der Neubau so grau wie die benachbarten Schulhäuser, innen sind die Räume hell und modern eingerichtet. «Es ist megaschön hier», sagte Lehrerin Karin Furger letzten Freitag, als sie ihr Klassenzimmer neu einrichtete. «Und modern eingerichtet», doppelte sie nach. Auch ihre Schüler freuten sich aufs neue Schulhaus.
Schulleiter Ewald Keller ist froh, dass endlich genügend Schulraum vorhanden ist – nach 15 Jahren des Redens über die Notwendigkeit. --eob
«Schön, dass ihr da seid»
Gestern wurde das neue Schulhaus Tilia in Betrieb genommen
Am letzten Freitag wurde noch gearbeitet im neuen Schulhaus. Seit gestern werden sieben Abteilungen darin unterrichtet. Ein Herzstück ist das Erdgeschoss, in dem die Betreuung samt Mittagstisch Platz findet. Eingeweiht wird das Schulhaus am 14. September.
Erika Obrist
Gespannte Erwartung vor dem Berikerhus gestern Morgen. Eltern mit ihren Erstklässlern an der Hand grüssen Bekannte. Langsam gruppieren sie sich bei den Malstäben, die mit 1a und 1b angeschrieben sind. Schulleiter Ewald Keller bittet die Eltern, sich auf die Galerie im Berikerhus zu begeben. Jetzt heisst es, die Hand des Kindes loslassen. Wem fällt das wohl schwerer: den Kleinen oder den Grossen?
Als alle Eltern drinnen sind, begeben sich die ABC-Schützen klassenweise durch das Spalier, das die Sechstklässler bilden, ins Berikerhus. Danach folgen alle weiteren Klassen. Drinnen set zen sich alle Kinder – es sind an die 350 – im Kreis auf den Boden. Die Erstklässler in der Mitte. Die rund hundert Kindergärtler haben eine eigene Begrüssungszeremonie in ihren jeweiligen Kindergärten.
Erste Entdeckung: die grosse Pause
«Schön, dass ihr da seid», begrüsst Schulleiter Ewald Keller Kinder, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer. Mit dem Singen von Liedern wird das Schuljahr eröffnet. Danach begeben sich Kinder sowie Lehrerinnen und Lehrer in die Klassenzimmer. Die zweiten bis sechsten Klassen haben diese bereits vor der Eröffnung im Berikerhus bezogen. Die Erstklässler betreten mit ihren Lehrerinnen vollkommenes Neuland. Vor allem aber lernten sie etwas ganz Wichtiges gleich nach dem feierlichen Auftakt kennen: die grosse Pause.
Am letzten Freitag bot sich auf dem Areal ein ganz anderes Bild. Ein Maler besserte auf der Treppe im neuen Schulhaus Tilia schadhafte Stellen aus, welche die Stützen hinterlassen hatten. Neben dem Eingang zu den Klassenzimmern wurden Halterungen angebracht. Hier finden die Kinder nun die Nummer des Schulzimmers, die Bezeichnung der Klasse, den Namen der Lehrerin oder des Lehrers und den Stundenplan. Drinnen in den Zimmern waren die Lehrerinnen und Lehrer mit den letzten Vorbereitungen für den Schulstart beschäftigt.
Instruktion am Mittwochnachmittag
Im Zimmer der 6. Primar von Stefan Bosshard und Angela Nyffeler im vierten Geschoss lagen die Schulbücher auf den Schülertischen. «Ich habe Erfahrung im Umziehen», lachte Stefan Bosshard. Vor einem Jahr hat er in Berikon angefangen zu unterrichten; vorher war er in Baden tätig. Nun ist er vom Schulhaus Ahorn ins Schulhaus Tilia umgezogen. «Ich freue mich auf die Gruppenräume», sagt er. Jeweils zwischen zwei Schulzimmern hat es einen solchen. Bosshard hat in Baden schon mit einer interaktiven Wandtafel gearbeitet. «Die vielen neuen Möglichkeiten hier kenne ich aber nicht.» Deshalb ist er gespannt auf den Mittwochnachmittag: Dann gibt es eine Einführung in die Handhabung dieses Hilfsmittels.
Angela Nyffeler unterrichtet Französisch, Bildnerisches Gestalten und hauptsächlich Deutsch als Zweitsprache (DAZ). Im neuen Schulhaus ist ein Fremdsprachenzimmer entstanden, in dem sie unterrichten wird. Vor allem freut es sie, dass sie nun über einen Raum fürs DAZ verfügt.
Auch die Kinder sind voller Vorfreude
«Es ist mega schön hier», strahlt Karin Furger, die ebenfalls eine 6. Primar unterrichtet. «Die Zimmer sind modern eingerichtet.» Die Oberflächen der weissen Einbauschränke sind magnetisch, die weiss gestrichenen Wände ebenfalls. Besonders gespannt ist sie aufs Unterrichten mit der interaktiven Wandtafel. «Dadurch brauche ich weniger Papier.» Etwas, worauf sie grossen Wert legt. Beim Einrichten des Zimmers habe sie darauf geachtet, dass es «amächelig» ist, fährt sie weiter. «Die Klasse freut sich ebenfalls aufs neue Schulhaus», weiss sie.
In diesem hat es im Sockelgeschoss ein Malatelier, Arbeitsplätze für die Lehrerinnen und Lehrer sowie einen Raum für den Hausdienst. Auch die ganze Technik ist hier untergebracht. Das Erdgeschoss steht der Betreuung inklusive Mittagstisch zur Verfügung. Es hat Geschirr und Besteck für 120 Personen.
Die beiden Obergeschosse verfügen über je vier Klassenzimmer mit einem Gruppenraum dazwischen. Auf den Fluren hat es reichlich Platz für Lernkojen. Das neue Schulhaus ist mit einem Lift ausgestattet. Da es ans bestehende Schulhaus Linde angebaut und mit diesem verbunden ist, wird auch die Linde behindertengerecht erschlossen.
«Der Hausdienst hat einen unglaublichen Einsatz geleistet», wissen Ewald Keller und Bernadette Fuchs von der Schulleitung. Er hat in den Sommerferien alle Schachteln transportiert, welche die Lehrer mit Material gefüllt haben. Es sei nicht selbstverständlich, weiss das Ewald Keller zu schätzen.
Dass nun genügend Raum vorhanden ist fürs Unterrichten, weiss Keller ebenfalls zu schätzen. «Als ich vor 15 Jahren als Schulleiter in Berikon angefangen habe, hat man schon davon gesprochen, dass die Schule mehr Platz braucht. Jetzt haben wir ihn endlich.»
Ganz fertig ist das neue Gebäude nicht. Vor allem an der Umgebung wird noch wacker gearbeitet. Bis zur Einweihungsfeier am 14. September sollten aber auch die Bagger und Absperrgitter verschwunden sein.




