Über sich hinausgewachsen
16.11.2018 Region BremgartenFi-Gö: Turbulent geht es zu im «Zimmer 12a»
Acht Jahre lang war Fischbach-Göslikon ohne Theateraufführung. Mit dem Lustspiel «Zimmer 12a» wurde die Tradition wieder aufgenommen. Der Neuanfang ist sehr gut gelungen, in der ...
Fi-Gö: Turbulent geht es zu im «Zimmer 12a»
Acht Jahre lang war Fischbach-Göslikon ohne Theateraufführung. Mit dem Lustspiel «Zimmer 12a» wurde die Tradition wieder aufgenommen. Der Neuanfang ist sehr gut gelungen, in der ausverkauften Mehrzweckhalle blieb vorgestern fast kein Auge trocken. «Es ist unglaublich, alle Akteure sind über sich hinausgewachsen», strahlte Regisseur Rolf Brunold, nachdem der letzte Vorhang gefallen war. Er überhäufte die langjährigen und die neuen Darsteller mit Lob. --eob
Da bleibt kein Auge trocken
Höchst vergnügliche Premiere des Stücks «Zimmer 12a»
Es wurde sehr viel gelacht vorgestern bei der Premiere des Stücks «Zimmer 12a». Das Publikum geizte nicht mit Szenenapplaus. Und Regisseur Rolf Brunold strahlte mit den Akteuren auf der Bühne um die Wette.
Erika Obrist
«Unglaublich. Alle sind über sich hinausgewachsen», freute sich Regisseur Rolf Brunold, nachdem vorgestern der letzte Vorhang gefallen war. «Die jungen Leute, die erstmals auf der Bühne standen, haben ihre Rollen ebenso gut umgesetzt wie die langjährigen Figöler Theaterleute.» Und das bei einem höchst anspruchsvollen Stück mit einer imaginären Wand und vielen Türen.
Nach einer achtjährigen schöpferischen Pause standen die Frauen und Männer der Turnfamilie erstmals wieder auf der Bühne. Und es schien, als hätte das Publikum diesen Moment förmlich herbeigesehnt. Die Mehrzweckhalle war vorgestern ausverkauft. Für die Vorstellungen von heute Freitag und morgen Samstag hat es nur noch vereinzelte freie Plätze. Deshalb werden laut Rolf Brunold noch 36 zusätzliche Plätze oben auf der Galerie bereitgestellt.
Zu viele Schmieds
Mit dem Zweiakter «Zimmer 12a» wurde ein höchst vergnügliches Lustspiel aufgeführt. Es spielt im Hotel Fischbacherhof, in dem wegen des anstehenden Musikfestivals freie Zimmer Mangelware sind. Neben Musikern hat sich auch das frisch verheiratete Paar Emilie und Jan Schmied angemeldet (Gillian Schafroth und Cédric Beaud). Auch der Arzt Georg Gabathuler (Marcel Forrer) möchte ein angenehmes Wochenende mit seiner Praxisassistentin Michèle Hübscher (Joëlle Hagenbuch) im Hotel verbringen – als angebliches Ehepaar Schmied. Die Rezeptionistin Claire du Pont (Fabienne Rymann) weist den Hotelmanager Jonny Müller (Guido Siegenthaler) auf die doppelten Schmieds hin, doch der etwas geckenhafte Besserwisser hört nicht zu. Und schon landen beide Schmied-Paare in Zimmer 12a. Als dann auch noch Gabathulers Ehefrau Eva (Melitta Gauch) überraschend im «Fischbacherhof» auftaucht mit ihrer Harfe, ist das Durcheinander komplett. Beinahe zumindest. Denn da ist noch das Ehepaar Leia und Luke Jäger (Heidi Gisi und Stefan Kretz), für das auch noch ein Zimmer gefunden werden muss. Es kommt, wie es kommen muss: Ein heilloses Durcheinander entsteht. Portier Albert Zumstein (Roland Bühlmann) schleppt Koffer und Instrumente von einem Zimmer ins andere und wieder zurück. Der überaus schüchterne junge Ehemann Jan Schmied landet mit fast jedem im Bett, ob Frau oder Mann, der auf der Etage einquartiert ist – nur nicht mit seiner Frau.
Junges Glück scheint zu zerbrechen
Es herrscht ein Kommen und Gehen im Zimmer 12a fast wie in einem Bienenstock. Der Arzt Gabathuler verstrickt sich in seinem Lügengebäude, das junge Glück von Emilie und Jan Schmied scheint schon am ersten Tag der Flitterwochen zu zerbrechen. Alle verlieren in diesem Tohuwabohu, das der Manager angerichtet hat, die Übersicht. Wie die Geschichte ausgeht, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Am Schluss tritt noch ein Akteur auf die Bühne, der nicht im Programmheft aufgeführt, aber allen Freunden des Theaters in Fischbach-Göslikon bestens bekannt ist.
Viele Pointen und Anspielungen
Das Lustspiel «Zimmer 12a» ist gespickt mit Pointen und zweideutigen Anspielungen. Alles andere als leicht zu spielen, da die Akteure hinter den Türen einander oft nicht sehen, sondern hören müssen, wenn ihr Einsatz gefragt ist. Alle Akteure wussten zu überzeugen. Die Aufführung ist wirklich sehenswert.
Das Lustspiel «Zimmer 12a» wird heute Freitag und morgen Samstag, jeweils um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle nochmals aufgeführt. Weitere Informationen unter www.tv.figoe.ch.



