In und neben Ring überzeugt
30.10.2018 KampfsportKickboxen: Die Fightnight von Kickboxing Wohlen war ein voller Erfolg
Das Team von Kickboxing Wohlen um Rocco Cipriano hat ganze Arbeit geleistet. Sowohl im Ring als auch daneben.
Alexander Wagner
Zu Beginn der Fightnight bestritt mit ...
Kickboxen: Die Fightnight von Kickboxing Wohlen war ein voller Erfolg
Das Team von Kickboxing Wohlen um Rocco Cipriano hat ganze Arbeit geleistet. Sowohl im Ring als auch daneben.
Alexander Wagner
Zu Beginn der Fightnight bestritt mit Sibylle Fischer die erste Einheimische den Auftaktkampf. In der ersten Runde hatte die zierliche 25-Jährige noch etwas Mühe. «Es war schwierig, den Rhythmus zu finden und die Gegnerin einzuschätzen, ich habe noch nie gegen sie gekämpft», analysierte sie. Doch ihr erfahrener Trainer hatte bereits nach zwei Minuten genug gesehen, die Gegnerin gescannt und sich die entsprechende Taktik zurechtgelegt. «Er kann lesen, was es braucht», sagt Fischer, die bereits seit sieben Jahren bei Rocco Cipriano trainiert. So griff sie zuerst an, was ihrer Kontrahentin gar nicht passte. Doch die Freiämterin gewann den Kampf souverän. Die Primarlehrerin genoss es, vor eigenem Publikum zu kämpfen. «Das ist wunderbar, die ganze Halle ruft deinen Namen, das spornt nochmals richtig an», erklärte sie sichtlich erleichtert und glücklich, um ihre Kollegen später ebenso anzufeuern und zu unterstützen.
Frauenpower aus Wohlen
Auch im zweiten Kampf mit Wohler Beteiligung war Frauenpower gefragt. Mit der dreifachen Schweizer Meisterin Christine Felber trat eine äusserst erfolgreiche und routinierte Kämpferin in den Ring. Doch sie war sehr nervös. Die letzten Jahre hat sie sehr intensiv trainiert und dafür sogar ihr Arbeitspensum reduziert. «Wenn ich was mache, dann mache ich es richtig», lautet ihr Motto. Doch im Moment hat für die angehende Polizistin anderes Priorität. «Ich hatte dieses Jahr weniger Zeit und deshalb war ich auch sehr nervös», gibt die 31-Jährige zu. «Man hat schliesslich einen Ruf zu verlieren», erklärt sie augenzwinkernd. «Und zu Hause zu verlieren wäre fast schon peinlich.» Doch so weit kam es nie. Auch nicht annähernd. Sie gewann den Kampf souverän und dominierte das Geschehen.
Premiere für Roy Cipriano
Der Name Cipriano verpflichtet in . Als Rocco Cipriano seine Triumphe feierte, war Roy als kleiner Knirps auf seinem Arm. An der Fightnight stieg er zum ersten Mal selber in den Ring. Auf der Matte hat er schon grosse Erfolge gefeiert und er darf sich bereits Weltmeister nennen. «Es war mein erster Kampf im Ring, sonst war ich immer auf den Matten im Einsatz. Dadurch gibt es keine Unterbrüche», erklärt der 16-jährige Hochbauzeichnerlehrling. Der Kampf der beiden Nachwuchstalente war deutlich anders als die vorangegangenen Duelle. Sie leisteten mehr Laufarbeit und waren deutlich agiler. Cipriano junior gewann nach drei intensiven Runden seinen Kampf souverän. Was nicht verwunderlich ist bei der Familie Cipriano. Mit drei Jahren wollte er bereits mit dem Kickboxen beginnen, doch sein Vater hat ihn gebremst. Mit acht gab es dann kein Halten mehr und er begann mit den ersten Gehversuchen auf der Matte. «Es war eine tolle Erfahrung. Einfach mega, zu Hause vor den eigenen Leuten kämpfen zu können», bilanziert Roy Cipriano. «Das motiviert zusätzlich – auch wenn man bereits am Anschlag ist – noch mehr zu machen», freute er sich über seine gelungene Premiere.
Fast rundum zufriedene Gesichter
Roman Gugerli war der einzige Wohler Kämpfer, der seinen Fight nicht gewinnen konnte. Er kassierte einen unglücklichen Schlag und blutete leicht aus der Nase, was ihn fortan behinderte und weswegen er den Tritt nicht mehr ganz fand. Trotzdem fällt die sportliche Bilanz sehr positiv aus. «Die Kämpfer haben es gut gemacht. Sie haben zugehört und gut umgesetzt, was wir ihnen gesagt haben», analysiert Trainer Cipriano. «Wir haben uns starke Gegner für unsere Kämpfer geholt. Dadurch waren die Duelle intensiv und technisch hochstehend», freut er sich.
Auch neben dem Ring konnte sein Team um OK-Präsidentin Serena Melillo überzeugen. «Wir wurden fast schon überrascht vom Ansturm. Über 80 Prozent der Tickets gingen im Vorverkauf weg. Das hat unsere Erwartungen klar übertroffen», freut sich die frühere Kämpferin, die sich momentan mehr um ihre beiden kleinen Kinder kümmert, jedoch zusammen mit Andrea Faggiano und Monika Rast vom OK-Team viel Zeit und Herzblut in die Fightnight gesteckt hat. Mit dem kleinen Hintergedanken, dass ihre Kinder vielleicht auch mal Junioren beim Kickboxing Wohlen werden und irgendwann selber im Ring stehen. «Es lief alles reibungslos», freut sie sich und windet auch dem Organisator Rocco Cipriano ein Kränzchen. «Er ist so selbstlos und gibt immer alles. Da wollen wir ihn unterstützen.»





