Gärten für die Zukunft
09.10.2018 BremgartenBremgarten: Gemeinschaftsgärten an der Luzernerstrasse und hinter der Badi
Alle für alles beim Arbeiten, alles für alle beim Ernten ist die Devise im «Freistilgarten» und im «Zuekunftsgarte», die seit dem Frühling ...
Bremgarten: Gemeinschaftsgärten an der Luzernerstrasse und hinter der Badi
Alle für alles beim Arbeiten, alles für alle beim Ernten ist die Devise im «Freistilgarten» und im «Zuekunftsgarte», die seit dem Frühling entstanden sind. Am 1. August war Vereinsgründung mit aktuell 26 Mitgliedern. Zuwachs ist erwünscht.
Bernadette Oswald
Während dem letzten Winter hatte eine Vierergruppe die Idee für die nachhaltigen Gemeinschaftsgärten. Nicht nur reden, sondern Eigenverantwortung übernehmen für etwas, das in die Zukunft weist, war der Grundgedanke. Mit zwei Perspektiven: Formen des Zusammenseins zu finden und nachhaltige Nahrung zu produzieren. «Erwachsene und Kinder sollen gemeinsam in unseren Gärten das Gedeihen naturnah miterleben können. Beim ganzen Prozess vom Säen bis zum Ernten», gibt die Gruppe an ihrem «Gartenworktag» Auskunft.
Positive Bilanz nach erster Saison
Die Initianten machten sich Anfang Frühling auf die Suche nach Parzellen und bekamen in der gleichen Woche zwei Zusagen. «Danach hat sich alles gefügt», erzählt Mitinitiant Norbert Joller. Via Mundpropaganda oder per Anschlag hätten sie alles Nötige wie Gartengeräte bis zum Saatgut geschenkt bekommen. «Wir erfahren sehr viel Wohlwollen und das macht viel Mut», freuen sich die Gärtner. Sie ziehen für die erste Saison eine sehr positive Bilanz. Was entstanden sei, übertreffe die kühnsten Träume.
Vom grossen Engagement der Macher zeugen der «Freistilgarten» an der Luzernerstrasse und der «Zuekunftsgarte» mit Permakultur rund um den Kiesparkplatz hinter der Badi. Permakultur werde so angelegt, dass der Garten natürliche Abläufe nachahmen könne, erklärt Jan Hürlimann, der dafür zuständig ist. Was zur Folge hat, dass zum Beispiel alles Gepflanzte trotz Hitzesommer ohne zusätzliches Bewässern gewachsen ist. Wachsen will auch die Gartengruppe. Für nächstes Jahr haben sie bereits mehr Land in Aussicht. Aber alles steht oder fällt mit den Menschen, die dazukommen. «Das Ganze lebt nur durch das Miteinander.»
Miteinander Nahrung produzieren
Besuch im «Freistilgarten» und im «Zuekunftsgarte»
Die erste Saison der zwei naturnahen Gemeinschaftsgärten ist gelungen. Diese sind seit dem letzten Frühling mit zwei Leitgedanken entstanden: Formen des Zusammenseins zu finden und nachhaltige Nahrung zu produzieren. Vereinsgründung war am 1. August.
Bernadette Oswald
Ein «Gartenworktag» ist angesagt und nach und nach versammeln sich einige der aktuell 26 Mitglieder im «Freistilgarten» neben Imbach-Getränke. Mit dabei sind auch ein paar Besucher, die jederzeit willkommen sind. Bevor es ans Gärtnern geht, wird bei Kaffee und Gipfeli zusammengesessen und ein Feuer angezündet. «Heute wird der Herbst vorbereitet», erklärt Norbert Joller, Mitinitiant des Projekts. Verblühte Sachen werden herausgeschnitten, Werkzeug und Schöpfli geräumt, die Zeltblache wird vom Schattenplatz heruntergenommen und gereinigt oder der Rasen gemäht. Dazu zirkuliert die Frage: «Was möchtest du machen?» Denn alle Beteiligten machen das, was sie gerade für richtig halten.
Etwas tun, nicht nur davon reden
«Das hat bis jetzt funktioniert. Es stimmte in den Proportionen», gab die Runde Auskunft. Die Initiative zum nachhaltigen Gemeinschaftsgarten kam von einer Vierergruppe. Etwas «Enkeltaugliches» sollte entstehen mit der Devise: Alle für alles beim Arbeiten und alles für alle beim Ernten. Erwachsene und Kinder sollen gemeinsam den ganzen Zyklus vom Säen, Wachsen und Ernten naturnah miterleben können.
Nachdem die Initianten innert einer Woche die Zusage für die zwei Parzellen bekommen hatten, ergab sich alles Weitere. «Wir haben viel Wohlwollen von allen Seiten erlebt», freuen sich die Macher. Alles, was in den Gärten sei, hätten sie geschenkt bekommen, von den Gartengeräten über Tische und Stühle bis zu Samen und Setzlingen. «Wir funktionieren ohne Geld, ausser für die Jahrespacht für den ‹Freistilgarten› an der Luzernerstrasse.» Der Pachtvertrag ist auf drei Jahre beschränkt, das Projekt also ein temporäres. Die Wiese für den «Zuekunftsgarte» rund um den Kiesparkplatz hinter der Badi hat die Ortsbürgergemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Trotz Hitzesommer kein Bewässern
«Diesen Sommer konnten hier schon recht viele Menschen Nahrung finden», stellen die Gärtner fest. Von Amaranth, Bohnen, Kohl, Tomaten, Salat bis zu Fenchel, Gurken, Melonen und Kürbis war die Auswahl gross. «Igel hat es auch noch», spasst jemand dazwischen. So geht es diesen Morgen mit viel Lachen hin und her. Etwa auch als Norbert Joller auf die Frage nach dem Gärtnerwissen ein Schild holt mit der Aufschrift: «All things grow with love».
Dass neben der Liebe auch viel Fachwissen zum Wachsen beiträgt, zeigt Jan Hürlimann, der für das Feld hinter der Badi zuständig ist. Der Landschaftsgärtner hat im oberen Teil einen Permakulturgarten angelegt. Das heisst, der «Zuekunftsgarte» ist bewusst so gestaltet, dass er die Muster der Natur imitieren kann. Als Beispiel nennt Jan Hürlimann die Hügelbeete, die mit Holzstämmen, Ästen und Laub gefüllt und mit einer dicken Erdschicht abgedeckt sind. So werde die Feuchtigkeit im Boden gehalten. «Trotz des Hitzesommers mussten wir nie Wasser geben und es ist doch alles gekommen, was wir gesetzt haben.» Die Anlage gedeiht in Mischkultur, und die Samen werden gesammelt. «Es dauert zwei bis vier Jahre, bis ein Garten im eigenen System funktioniert», erklärt der Fachmann. Es sei sehr viel Arbeit dahinter, die aber gerne gemacht werde, auch dank dem Zusammenhalt im Verein. An diesem Tag ist das Besorgen von Häcksel angesagt, um den unteren Teil des Feldes für das nächste Jahr vorzubereiten. Damit auch dort Permakultur entstehen kann.
Mehr Land in Sicht
Was bis jetzt entstanden ist, habe die kühnsten Träume übertroffen, ist sich die Gruppe einig. Zu erleben, wie schnell mit verschiedenen Leuten etwas auf die Beine gestellt werden kann, sei beeindruckend und motivierend. «Wir wollen noch wachsen und haben für nächstes Jahr bereits mehr Land in Aussicht.» Aber das stehe oder falle mit den Menschen, die dazukommen. Alle Interessierten können in den Gärten jederzeit hereinschauen.
Bald Erntedankfest
Am nächsten Samstag, 13. Oktober, ab 14 Uhr (Verschiebedatum bei schlechtem Wetter 20. Oktober), ist GV und Erntedankfest im «Freistilgarten» an der Luzernerstrasse, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Weitere Informationen sind in der Facebook-Gruppe «naturnahe Gemeinschaftsgärten» oder via «naturnahe.gemeinschaftsgaerten@ gmx.ch oder an den Anschlagbrettern in beiden Gärten zu erhalten.



