Ein erstes Highlight
07.09.2018 HandballHandball: Freiämter Derby Mutschellen – Wohlen
Am Samstag (18 Uhr) kommt es in der Burkertsmatt in Widen zum Duell zwischen dem Aufsteiger Mutschellen und dem etablierten Erstligisten Handball Wohlen. Ein Duell mit ...
Handball: Freiämter Derby Mutschellen – Wohlen
Am Samstag (18 Uhr) kommt es in der Burkertsmatt in Widen zum Duell zwischen dem Aufsteiger Mutschellen und dem etablierten Erstligisten Handball Wohlen. Ein Duell mit Brisanz.
Mutschellen gewinnt sein Startspiel in der 1. Liga gegen Einsiedeln. Das Team von Trainer Stefan Konkol erzielt dabei 37 Tore. Ganz anders Handball Wohlen. Nur 18 Tore werden geworfen. Das Team von Trainer Daniel Lehmann verliert gegen Olten zum Saisonauftakt. Nun treffen sich die beiden Freiämter Teams zum erste Derby der Saison. Die Mutscheller sehen sich nicht als Favorit, auch wenn das Momentum eher auf ihrer Seite ist. Die Wohler Handballer wollen im Hexenkessel bestehen. Allen voran der Zufiker Dennis Horn, der für Wohlen spielt, aber bei Mutschellen seine Handballkarriere begonnen hat. --spr
«Hörnli» will Gehacktes
Handball, 1. Liga: Mutschellen – Wohlen (Samstag, 18 Uhr, Burkertsmatt Widen)
Dennis Horn, von allen «Hörnli» genannt, ist beim HC Mutschellen gross geworden. Nun übernimmt er bei Handball Wohlen mehr Verantwortung und will mit seinem Team im Hexenkessel Burkertsmatt bestehen.
Stefan Sprenger
«Ich weiss nicht, wer besser ist», antwortet Dennis Horn auf die Frage, wer das Derby zwischen Wohlen und Mutschellen gewinnt. Der 21-Jährige sagt: «Mutschellen ist frisch und euphorisch und hat in der Burkertsmatt eine grandiose Stimmung. Wir sind erfahrener und haben in dieser Saison wieder mehr Leidenschaft. Auf und neben dem Platz sind wir eine Einheit.»
Beim HC Mutschellen begonnen, jetzt ein Wohler geworden
Dennis Horn hat Verbindungen zu beiden Vereinen. Im Alter von sieben Jahren begann er beim HC Mutschellen mit dem Handballspielen. Bis zu seinem 15. Lebensjahr spielte er auf dem «Berg». Weil es damals beim HC Mutschellen kein Juniorenteam mehr gab auf der U17-Stufe, wechselte er nach Wohlen. Der Zufiker spielt nun schon seine vierte Saison im Herren «Eis». Zu Mutschellen sagt er: «Ich hatte viel Spass da und habe viel gelernt. Mutschellen ist mir sympathisch.» Dann folgt das Aber: «Ich bin mittlerweile ein Wohler und fühle mich hier im Verein zu Hause.» Die Stimmung bei den Wohler Handballern sei «immer geil». Und wenn er und sein bester Kumpel Flavio Galliker mit Sprüchen loslegen, dann gibt es kein Halten mehr.
Dennis Horn will nicht nur neben dem Platz eine gute Zeit, er will handballerisch vorwärtskommen.
Klein und trotzdem stark
Der 1,74 m grosse und 72 kg schwere Single-Mann hat eigentlich nicht die Gardemasse für seine Position auf dem Rückraum Mitte. Und trotzdem erhält er immer mehr Vertrauen von Trainer Daniel Lehmann. Dieser sagt: «Er zeigt, dass man es mit entsprechendem Engagement, trotz für handballerische Verhältnisse kleiner Körpergrösse, ins Fanionteam 1 schaffen und in Zukunft eine Leaderrolle übernehmen kann.» Und in diese Rolle soll Dennis Horn reinwachsen und immer mehr den Part vom Routinier Andreas Stierli, dem jetzigen Spielmacher, übernehmen.
Lehmann sieht die Entwicklung von Horn «sehr positiv». Er gebe immer Vollgas und habe die richtige Einstellung. Er sei ein «Spieler, wie man ihn sich als Trainer wünscht», so Lehmann. Und: «Er ist schnell und geht dorthin, wo es weh tut», sagt der Trainer. Aber: «Manchmal ist er von seinem Tempo selber überfordert und verliert die Übersicht oder findet sich in Situationen, wo er keine Optionen mehr hat, den Ball weiterzuspielen», erklärt der Trainer. Dies nage dann zwischenzeitlich an seinem Selbstvertrauen. Dennis Horn, der in Wohlen die Kanti besucht hat, sagt: «Ich darf immer mehr spielen und Verantwortung übernehmen. Ich bin sehr motiviert und möchte zum festen Wert werden in Wohlen.» Dies sei er schon, sagt Trainer Lehmann. «Dennis gehört zu Wohlen wie das Salz in der Suppe. Er ist jetzt schon eine Integrationsfigur im Verein. Mit seiner Einstellung und seinem Trainingsfleiss ist er für die Junioren sicher ein Vorbild.»
«Mutschellen ist kampfstark»
Der Zufiker, der zu Beginn dieser Woche eine Grippe einfing, freut sich nun auf das Derby im Hexenkessel Burkertsmatt. Er werde alles dafür tun, um vollständig fit zu sein. «Das will ich nicht verpassen», sagt er. «Hörnli», wie er von allen genannt wird, will – höchst übertrieben gesagt – aus den Mutschellern «Gehacktes» machen. «Mal schauen, ob das klappt. Das wird sicher nicht einfach, die Mutscheller sind enorm kampfstark», so Horn.
Apropos Kampf: Wenn er nicht Handball spielt, dann ist er in voller Kampfmontur in der Krankenabteilung des Bundes in Birmenstorf «stationiert». Er ist Infanterie-Durchdiener und arbeitet in der Administration – abends darf er ins Training. Dies dauert noch bis April 2019. Dann will er studieren. «Wirtschaft oder Medizin», wie er sagt. Und Horn möchte auf Reisen gehen. Doch zuerst soll ihn seine handballerische Reise am Samstagabend zuerst zum Sieg und dann zum Freudentaumel in der Burkertsmatt führen.
Wohlen ist der «absolute Topfavorit»
Handball: Die beiden Trainer Daniel Lehmann (Wohlen) und Stefan Konkol (Mutschellen) zum Derby
Mutschellen holte im ersten Spiel einen Sieg gegen Einsiedeln. Die Wohler tauchten gegen Olten. Nun duelliert sich Aufsteiger Mutschellen gegen den etablierten Erstligisten Wohlen in der Burkertsmatt in Widen (Samstag, 18 Uhr).
«Es wäre Hammer, wenn 500 Fans kommen»
Eines ist sicher: Die Burkertsmatt wird zum Freiämter Handballtempel. Stefan Konkol, Trainer des Heimteams, sagt: «Es wäre der Hammer, wenn 500 Fans anwesend wären mit zwei Fanblocks, die tolle Stimmung machen. Ich gehe davon aus, dass auf der Tribüne ordentlich was los sein wird.» Sein Team wird nicht in Bestbesetzung auflaufen können. Wer verletzt oder angeschlagen fehlt, will er aus taktischen Gründen nicht verraten. Konkol sagt aber: «Aufpassen müssen wir speziell dort, wo Wohlen stark ist: Was sie sehr gut beherrschen, ist das Umschaltspiel mit erster und zweiter Welle sowie den spielerischen druckvollen Angriff. Die Qualität der Verteidigung spricht für sich und ihre Abwehr wird schwierig zu knacken sein.» Für Konkol ist Wohlen der «absolute Topfavorit» in diesem Spiel. Die Mutscheller geben sich als Aussenseiter. «Es muss vieles für uns laufen, damit gegen Wohlen etwas drinliegt.»
Die Wohler sind gewarnt. Trainer Daniel Lehmann weiss, dass man auf einen starken Gegner mit viel Selbstvertrauen treffen wird – und das alles in der Burketsmatt, wo viele frenetische Fans dabei sind. Auch der Wohler Trainer weiss, was ihn in der Halle erwartet: «Ich denke, dass es sehr laut werden wird und uns ein entsprechend starker Wind entgegenbläst. Das wird uns sicher motivieren und zu Topleistungen anspornen. Es gibt ja nichts Schöneres, als in der Höhle des Löwen zu gewinnen.» Die Frage sei eher, wie die Schiedsrichter mit dieser Stimmung umgehen werden.
«Entscheidung erst am Ende»
Auch Lehmann will keine taktischen Mittel verraten. «Ich gehe davon aus, dass Mutschellen diesen Bericht auch lesen wird, also werde ich mich nicht konkret äussern. Aber wir wissen, was wir können und wir wissen, wo die Mutscheller stark sind.» Sein Team wird motiviert sein und versuchen, die Fehler der Startpleite gegen Olten zu verhindern. Lehmann prophezeit ein knappes Spiel. «Es wird umkämpft sein, und die Entscheidung wird erst am Ende fallen.» --spr



