Warten hat sich gelohnt
28.08.2018 MutschellenWiden: Lauter zufriedene Gesichter am Dorffest
Vor 13 Jahren fand in Widen letztmals ein Dorffest statt. Das Warten auf eine Neuauflage hat sich für die Besucherinnen und Besucher, für die Beizlibetreiber und das OK gelohnt: Das Fest war urgemütlich ...
Widen: Lauter zufriedene Gesichter am Dorffest
Vor 13 Jahren fand in Widen letztmals ein Dorffest statt. Das Warten auf eine Neuauflage hat sich für die Besucherinnen und Besucher, für die Beizlibetreiber und das OK gelohnt: Das Fest war urgemütlich und friedlich, der Zuspruch sehr gross. Immer wieder durften die OK-Mitglieder ein Lob entgegennehmen.
Der Einsatz der Vereine und Organisationen, die für Speis und Trank sowie für Unterhaltung und Abwechslung sorgten, war immens. Dass einigen früher als gedacht der Vorrat ausging, dürfte sie bei diesem Anlass gefreut haben. Für Nachschub war ja gesorgt. Auf sehr Beachtung stiess auch die Präsentation der Ortsbürger zum Thema «Das alte Widen».
Nach diesem gelungenen Fest steht eines fest: Bis zum nächsten sollen nicht mehr 13 Jahre vergehen. --eob
Fräulein Fischer und die Feuerwehr
Widen: Die Präsentation der Ortsbürger anlässlich des Dorffests fand grossen Zuspruch
Einblicke in das alte Widen mit Wort, Bild und Film: Proppenvoll war das Foyer des Gemeindehauses bei der mit viel Liebe zusammengestellten Präsentation der Ortsbürger.
Erika Obrist
Interessiert sich überhaupt jemand für die Vergangenheit des Dorfs? Sind die Leute bereit, das Festareal beim Schulhaus zu verlassen und während einer Stunde ins alte Widen einzutauchen? Die bangen Fragen der Ortsbürger, die Dokumente, Fotos und Filme aus längst vergangenen Zeiten zu einer Präsentation zusammengestellt haben, waren rasch beantwortet: Das Foyer des Gemeindehauses war am Freitag und Samstag fast zu klein, um allen Besucherinnen und Besuchern Platz zu bieten.
«Ich bin zwar kein Ortsbürger, aber ein Ureinwohner», sagte Urs Leuenberger eingangs. Der ehemalige Vizeammann und Grossrat lieferte den Ton zu den Bildern und Filmen, die auf den beiden Bildschirmen zu sehen waren. Von seinem Vater wisse er viel über die alten Zeiten, sagte Leuenberger. Einen Teil dieses Wissens gab er den Interessierten weiter. Anhand von alten Karten war zu sehen, dass einst auf dem Hasenberg fast mehr Häuser standen als unten im Dorf. Leuenberger erzählte von den Anfängen der BDB. «Die Bahn und die Strasse über den Mutschellen haben die Entwicklung vorangetrieben.» Der Bauboom setzte in Widen jedoch in den 70er- und 80er-Jahren ein.
Brandstifter nie ermittelt
Als trauriges Kapitel der Dorfgeschichte bezeichnete Leuenberger die Brandserie in den Jahren 1952 bis 1954. Es habe Verdächtige gegeben, auch Verhaftungen, doch der oder die Täter konnten nicht eruiert werden.
«Die Vereine haben das Dorf belebt. Bei Festen waren alle auf den Beinen», so Leuenberger zum Filmausschnitt über die Fahnenweihe der Schützen Anfang der 60er-Jahre. Natürlich gab es auch Darbietungen der Schule. Immer dabei: die Lehrerin, das Fräulein Fischer. Generationen von Kindern hat das Fräulein Fischer das Lesen und Schreiben beigebracht. Selbstverständlich war sie auch zu sehen im Filmausschnitt über den Bau und die Einweihung des Schulhauses 2 im Jahr 1973.
«Das ist doch…»
Das Jahr 1973 ist vor allem den Landwirten und der Feuerwehr als ein besonderes in Erinnerung. Wegen der Trockenheit. Von Bremgarten bis auf den Hasenberg wurden Schläuche verlegt und Wasser aus der Ebene auf den Berg hochgepumpt, um die Felder zu bewässern. Drei Wochen lang.
Je näher zur Gegenwart man kam, desto bekannter wurden die Leute auf den Bildern des Bildschirms. «Das ist doch…», hörte man mehr und mehr aus den Reihen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Der Blick in die Vergangenheit endete mit Bildern vom neuen Gemeindehaus, in dem die Präsentation stattfand.
Priska Balsiger und Philipp Stutz von der Ortsbürgerkommission war die Freude über den Besucheransturm ins Gesicht geschrieben. Für die Ortsbürgerkommission ist die Arbeit mit der Präsentation noch nicht abgeschlossen: Viele Besucherinnen und Besucher möchten die Präsentation als bleibendes Andenken in digitaler Form. Die Kommission wird wohl zusätzliche Sticks anschaffen müssen.
Übrigens: Ausgewählte Kartenausschnitte und Bilder hängen noch einige Zeit im Gemeindehaus und können angeschaut werden.
Die Sehnsucht gestillt
Urgemütliches und friedliches Dorffest in Widen
Alle Erwartungen erfüllt oder übertroffen: Das OK zog am Ende des dreitägigen Dorffests eine positive Bilanz. «Wir haben nur positive Rückmeldungen erhalten», freute sich OK-Mitglied Jolanda Caviezel.
Erika Obrist
13 Jahre lang mussten die Widerinnen und Wider auf ein Dorffest warten. Wohl mit ein Grund, dass sich das Festareal gleich nach der Eröffnung am Freitag mit Besucherinnen und Besuchern füllte. «Sogar am Samstag nach dem kurzen Wolkenbruch sind die Leute gekommen, um hier zu essen und die gute Musik zu geniessen», zeigte Beat Suter auf, Co-Präsident des Organisationskomitees. Am Sonntag, als die Sonne wieder lachte, waren Beizli, Hauptzelt und Schulgelände proppenvoll. Offenbar hatte die Bevölkerung das Fest richtiggehend herbeigesehnt.
Viele kamen zu Fuss
Es wurde ihr bezüglich Unterhaltung und Darbietungen auch viel geboten. Bei den Auftritten der drei Bands war kein Platz mehr frei im Hauptzelt. «Ebenfalls bei den Darbietungen der Schule», wusste Jolanda Caviezel. Nicht nur auf der Bühne wurde getanzt, sondern auch davor. Von Kindern und Erwachsenen.
Urgemütlich und friedlich sei das Fest verlaufen, betonten beide. Die Künste der Samariter waren nur bei Wespenstichen gefragt. Dass in der einen oder anderen Beiz der Vorrat schon frühzeitig ausging, war ein Indiz, dass das Angebot bei den Gästen sehr gut ankam und dass der Publikumsaufmarsch gross war. Eine Zahl wollten Suter und Caviezel nicht nennen. «Schön zu sehen war, dass neben den Einheimischen auch viele Leute aus den Nachbardörfern gekommen sind.» Die meisten seien wohl mit dem öffentlichen Verkehr oder zu Fuss gekommen, die Parkplätze auf der «Zirkuswiese» neben der reformierten Kirche Mutschellen jedenfalls waren meist spärlich belegt. «Auch die Quartierstrassen waren nicht zugestellt mit Fahrzeugen», lobte Suter die Festbesucher.
Ein ganz kleines Problem musste das OK am Sonntagabend lösen. Eigentlich war der Festschluss auf 17 Uhr festgelegt. Doch die Festfreude hielt um diese Zeit noch an. «Rauswerfen werden wir niemand», versicherten Suter und Caviezel. «Aber um 22 Uhr müssen die Beizli leer sein.» Weil gestern am Morgen bereits der Abbau des Zeltdorfs begann.
APROPOS
Das grosse Sarasanizelt der Jubla hätte zu einer Attraktion werden können am Dorffest. Hätte. Den heftigen Windböen während des Gewitters am Donnerstagabend hielt das Zelt jedoch nicht stand. Was tun? Die Fasnächtler der Wagengruppe Chuestallfäger haben ein Zelt in ihrem Fundus. Also her damit und aufgestellt. Leider ist es fast verschwunden unter den Bäumen auf dem Pausenplatz hinter der Turnhalle 1.
Die Jubla hatte gleich doppeltes Pech. Ausgerechnet am Samstagnachmittag regnete es leicht. Zu der Zeit, als sie die – ebenso die Pfadi – vielen Spiele mit den Kindern durchführen wollte. Doch Gross und Klein war es zu nass und zu kalt: Nur wenige verliessen das schützende Dach der Beizenzelte. Immerhin: Die Pfadi wollte nicht klagen. Ihr Spielparcours mit dem Mohrenkopfschiessen am Schluss war gut besucht. So gut, dass es am Sonntag keine Belohnung mehr gab am Ende des Parcours. «Die Süssigkeiten sind uns ausgegangen», sagte ein Leiter.
Die grosse Mehrheit der Beizenbetreiber zeigte sich sehr zufrieden mit dem Besucherzuspruch. Die ersten Beizli suchten bereits vier Stunden nach Festbeginn am Freitag nach Nachschub. Viele hatten ihre Vorräte am zweiten Abend nahezu aufgebraucht. Gut, dass man beim lokalen Gewerbe eingekauft hatte. Dieses war auch am Abend und am Sonntag bereit, Ess- und Trinkbares auf den Platz zu bringen. Auch der «Stromer» leistete am Samstagnachmittag einen Sondereinsatz, um genug «Pfuus» auf den Platz zu bringen.
Nur wenig Umsatz haben am Sonntag die Gäste aus der Partnergemeinde Says gemacht. Von der Sayser Alp Zanutsch hatten sie feinen Käse mit ins Unterland gebracht. Den grössten Teil davon mussten sie wieder mit ins Bündnerland nehmen.
Auffallend, wie sauber das Festgelände trotz der vielen Besucherinnen und Besucher war. «Wir haben Abfall aufgelesen am Morgen», hiess es vom OK. Auch drei Kinder von OK-Mitgliedern haben entlang der Bremgarterstrasse «gfötzelet». Erfreulich: Viel gefunden haben weder die Kinder noch die OK-Mitglieder.
Kinder nahmen auch am Jassturnier der FDP teil. Und eines von ihnen wusste sehr gut umzugehen mit Trumpf und Obenabe. Gewonnen hat das Turnier der zwölfjährige Raffael Schenkel aus Widen. Der dritte Platz ging an den Gehbehinderten Peter Wiederkehr, ebenfalls aus Widen. --eob














