Verbundenheit bleibt
20.07.2018 MutschellenWiden: Präsidentin Elisabeth Sailer trat zurück
Vor zehn Jahren wurde der Verein zur Unterstützung des Kinderheims St. Martin de Porres auf dem Mutschellen gegründet. Die ehemalige Wider Grossrätin Elisabeth Sailer-Albrecht stand dem Verein ...
Widen: Präsidentin Elisabeth Sailer trat zurück
Vor zehn Jahren wurde der Verein zur Unterstützung des Kinderheims St. Martin de Porres auf dem Mutschellen gegründet. Die ehemalige Wider Grossrätin Elisabeth Sailer-Albrecht stand dem Verein vom ersten Tag an als Präsidentin vor. Nun ist sie zurückgetreten. «Mit dem Herzen bleibe ich dem Verein verbunden», versichert Elisabeth Sailer. Die nun frei werdende Zeit nutze sie, um Liegengebliebenes abzuarbeiten und für die Enkel da zu sein. «Es ist toll, sie aufwachsen zu sehen.» --eob
Tropfen sein auf heissem Stein
Widen: Führungswechsel beim Verein zur Unterstützung des Kinderheims St. Martin de Porres
Vor zehn Jahren wurde der Verein zur Unterstützung eines Kinderheims auf den Philippinen gegründet. Präsidiert wurde der Verein seither von Elisabeth Sailer-Albrecht. Nun hat sie die Führung an Bruno Brunner abgetreten.
Erika Obrist
«Mit dem Herzen bin ich weiterhin dabei», versichert Elisabeth Sailer aus Widen. Vor zehn Jahren war die ehemalige CVP-Grossrätin und im Jahr 1993/94 höchste Aargauerin Mitgründerin des Vereins zur Unterstützung des Kinderheims St. Martin de Porres auf den Philippinen. Sie hat damals das Präsidium des neuen Vereins übernommen und dieses an der letzten Generalversammlung nun an ihren Nachfolger Bruno Brunner abgetreten. «Es ist ein Glücksfall, dass Bruno Brunner bereit ist, das Präsidium zu übenehmen», so Elisabeth Sailer. Als langjähriges Vorstandsmitglied kenne Brunner den Verein bestens. «Er wird die begonnene Arbeit gut weiterführen.»
Zur Ehrenpräsidentin ernannt
Neu in den Vorstand gewählt wurde Angelika Fasel-Mathis, bisher Mitglied des Patronatskomitees. Das Komitee darf neu auf die Mitarbeit von Vreni Jungo-Fäh und Janine Schneider zählen.
Für ihre Verdienste um den Verein wurde Elisabeth Sailer von den Mitgliedern zur Ehrenpräsidentin ernannt. Mit Blumen, Geschenk, grossem Dank und Applaus wurde sie verabschiedet.
Zuvor hatte Elisabeth Sailer unter dem Motto «Wir wollen der Tropfen auf dem heissen Stein sein» von einem überaus erfolgreichen Jahr berichten können. «Wir durften so viele Spenden entgegennehmen wie nie zuvor.» Eine besonders hohe Spende ging vom Zufiker Basarteam ein. Auch die Gönnerinnen und Gönner zeigten sich grosszügig. Eine Wider Schulklasse hatte Kuchen verkauft und den Erlös dem Verein zukommen lassen, und die Mitglieder selber hatten Grittibänze verkauft. Ein Höhepunkt war die Feier des Patroziniums in Eggenwil und natürlich die Entgegennahme des Sozipreises 2017.
Zwei Schulzimmer eingerichtet
Jeder Spendenfranken kommt vollumfänglich dem Kinderheim St. Martin de Porres auf den Philippinen zugute. In diesem erhalten Buben und Mädchen, die auf der Strasse lebten, ein Daheim, Betreuung und Schulung. Das Schulhaus für die mittlerweile 65 Mädchen im Mädchenhaus «Casa Esther» steht vor der Vollendung. Jetzt stehen hier – dank der Unterstützung des Vereins vom Mutschellen – zwei Schulzimmer bereit. Die «Casa Esther» trägt den Namen von Vorstandsmitglied Esther Bänziger aus Eggenwil; sie besucht das Kinderheim regelmässig.
Ein weiteres Mal im Kinderheim war Vorstandsmitglied und Lehrerin Angela Freytag. Sie hat zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort Abklärungen getroffen über die Ausstattung der Schulzimmer im Mädchenhaus. Neben dem Kauf von Schulmaterial, Kopierer, Projektor und einer Waschmaschine reichten die Spendengelder fürs Anschaffen von 60 Stühlen mit integriertem Tischchen, Wandtafeln, zwei Lehrerpulten, Büchergestellen, Ventilatoren und mehreren kleinen Dingen, die in einer Schule benötigt werden.
Ausbildungsplätze für die älteren Mädchen und Buben
Ebenfalls finanziert der Unterstützungsverein Lehrerlöhne, den Lohn für Psychologin, Hauseltern und Koch sowie Stipendien. «Es ist für mich und die Mitglieder immer wieder schön zu hören, was mit dem Geld aus der Schweiz im Kinderheim in der Nähe der Hauptstadt Manila Gutes getan werden kann», sagt Elisabeth Sailer. Und jede Meldung über einen erfreulichen Ausbildungsabschluss eines Jugendlichen aus dem Heim löse grosse Freude aus.
Im Heim wird den Mädchen und Buben nicht nur Zuwendung, Kost und Logie, Sicherheit und Schulbildung zuteil. Die älteren Mädchen und Buben erhalten auch eine Berufsausbildung, insbesondere in der Sparte Tourismus. Und wer sehr gut ist in der Schule, der kann auf eine höhere Schule in Manila wechseln – auch dank der Stipendien des Unterstützungsvereins.
Das Heim aufgebaut hat die Stiftung John D. V. Salvador mit Sitz in London. Finanzverantwortlicher der Stiftung ist Hugo Bänziger, der Sohn von Vorstandsmitglied Esther Bänziger. Er ist die wichtigste Kontaktperson für den Verein, der eng mit der Stiftung zusammenarbeitet.
Immer mehr Kinder
Geleitet wird das Heim vom katholischen Father Boyet. Er leistet mit seinem Team hervorragende Arbeit. Mehrmals schon wurde das Kinderheim von staatlichen Stellen ausgezeichnet.
Eigentlich war vorgesehen gewesen, das Kinderheim nicht weiter auszubauen. «Doch die politische Situation auf den Philippinen, die extremen Umweltbedingungen und die enorme Armut führen zu sehr viel Leid, nicht zuletzt für die Kinder», hält Elisabeth Sailer in ihrem Jahresbericht fest. Statt in ihrer Familie zu leben, endeten viele Kinder auf der Strasse. «So kommt es, dass die Zahl der Buben und Mädchen in St. Martin de Porres jedes Jahr beträchtlich steigt.» Der Unterstützungsverein werde sich weiter darum bemühen, diesen Kinder ein Daheim bieten zu können. Die Spenden aus der Schweiz seien ein Tropfen auf den heissen Stein. «Ein goldener Tropfen für die Mädchen und Buben im Heim.»



