Next Stop London
31.07.2018 FahrwangenFahrwangen: 19. Schützi-Open-Air mit den Rocklegenden von «Smokie» – 2000 Menschen an zwei Festivaltagen vor Ort
Regelmässig treten am Festival Musikgrössen aus der ganzen Welt auf. Dieses Jahr überzeugte die Band «Smokie» die ...
Fahrwangen: 19. Schützi-Open-Air mit den Rocklegenden von «Smokie» – 2000 Menschen an zwei Festivaltagen vor Ort
Regelmässig treten am Festival Musikgrössen aus der ganzen Welt auf. Dieses Jahr überzeugte die Band «Smokie» die rund 2000 Besucher und bewies, dass Klassiker nie aus der Mode kommen. Highlight war auch der Wohler Elvis-Imitator «RenElvis». Dieser sorgte auch für Überraschungen.
Joël Gattlen
Mit tosendem Applaus ruft die Menschenmenge nach Konzertende die britische Pop-Rock-Legende «Smokie» auf die Bühne zurück. Diese gehörte in den 70ern zu den absoluten Weltstars. Rund 50 Jahre später beweist die Band in Fahrwangen eindrücklich, dass sie an musikalischem Talent und Passion nichts eingebüsst hat. Schlagzeuger Steve Pinnell betritt erneut die Bühne und verschlägt dem Publikum mit einem Drumsolo der Extraklasse den Atem. Kurz darauf erscheinen die restlichen vier Bandmitglieder und rufen in die Menge «We love you, Switzerland!». Nur um kurz darauf den Welthit «Living Next Door to Alice» anzustimmen. Das Publikum tobt und singt den Refrain lauthals mit. Klassiker kommen niemals aus der Mode.
Noch immer über 100 Auftritte pro Jahr rund um den Globus
«Es gibt einem schon Gänsehaut, wenn man diese Band hier live in Fahrwangen erleben darf. Ich habe als Teenie jede Single und jede Platte von ‹Smokie› gekauft. Ich war damals ein riesiger Fan und bin es noch heute», schwärmt Andreas alias «Res» Kunz, Koordinator des Schützi-Open-Airs, das auch als Open Air Fahrwangen bekannt ist.
Über 100 Auftritte pro Jahr absolvieren die Bandmitglieder von «Smokie» noch heute. Nach ihrem Auftritt in Fahrwangen ging es für die Band bereits morgens um fünf Uhr mit dem Flugzeug weiter von Zürich nach Amsterdam und von dort nach London. «Wir werden oft gefragt, ob so ein Leben nicht sehr stressig sei. Ja, ist es manchmal. Doch Stress hat man in den meisten Berufen. Im Spital, bei der Bank und auf dem Bau», betont Gründungsmitglied Terry Uttley.
Doch gleichzeitig biete dieses Leben auch viele Privilegien. «Wir bereisen die Welt und machen jeden Tag das, was wir am liebsten machen: Musik. Das ist unsere Leidenschaft. Dafür leben wir.»
«RenElvis» seit über zwei Jahrzehnten auf der Bühne
2018 tourt die Band insbesondere durch Skandinavien, Deutschland und die tschechische Republik. Auch 2019 geht «Smokie» erneut auf Tournee. «Dann werden wir insbesondere in Australien und Südafrika unterwegs sein», so Keyboarder Martin Bullard. Zehn Monate pro Jahr sind die Musiker unterwegs. Während zwei Monaten tanken sie bei sich zu Hause neue Kraft und schöpfen neue Inspiration. «Die Natur ist eine Inspirationsquelle. Ich liebe den Wald und ich liebe Tiere. Das ist mein persönlicher Ruhepol», verrät Bullard. «Auch das Freiamt und das Seetal bieten viel schöne Natur. Wir kannten die Region vorher nicht wirklich. Doch für einen kurzen Ausflug an den Hallwilersee hat es doch noch gereicht. Wirklich wunderschön», schwärmen die Bandmitglieder.
Die Wetterbedingungen waren ideal. Nicht zu heiss und nicht zu warm. «Was will man mehr», sagt Res Kunz. Das Festival organisiert Kunz jeweils zusammen mit seiner Ehefrau Doris, einem Organisationskomitee und insgesamt 100 Helfern. Das familienfreundliche Festival mit starkem Line-up überzeugt jedes Jahr aufs Neue und verfügt über enorm viele Stammgäste. Dieses Jahr machten acht Bands ihre Aufwartung.
Weiteres Highlight war der Rockclub 58 mit «RenElvis». Letzterer tritt auch oft als Solokünstler auf. René Wettstein ist seines Zeichens begnadeter Elvis-Imitator und gehört zu den Besten der Schweiz und sogar von ganz Europa. Der in Wohlen wohnhafte Musiker überzeugt mit seiner markanten Stimme und fulminanten Bühnenshow. «Stimmlich ist Wettstein wirklich beinahe nicht vom Original zu unterscheiden», lobt Fritz Portner, Künstlermanager und Mitgründer des Open Air St. Gallen. Portner ist langjähriger Freund von Res Kunz und betreut und koordiniert am Schützi-Open-Air jeweils die internationalen Headliner.
Auch sonst überzeugt «RenElvis» auf der ganzen Linie. So zum Beispiel mit einer ausgefeilten Bühnenshow ganz im Stile des Original King of Rock ’n’ Roll.
Seit 21 Jahren tritt Wettstein als Elvis-Imitator auf. «All dies hat sich eher per Zufall ergeben. Ich habe schon früher gerne gesungen, komme aber eher aus einer Sportlerfamilie. Als ich eines Tages einen Elvis-Song vor meinen Kollegen mitsang, waren diese begeistert und sagten mir, dass ich unbedingt aus meinem Talent etwas machen müsse», erinnert sich Wettstein. Auch optisch macht der Künstler eine gute Gattung. Seine Outfits sind originalgetreue Repliken von Elvis Presleys Bühnenbekleidung. Diese lässt er sogar beim gleichen Hersteller wie der King anfertigen. «Die meisten meiner Outfits kosten zwischen 1800 bis 4000 Franken», so «RenElvis». Qualität hat eben ihren Preis. Doch die Detailtreue kommt beim Publikum an. Zahlreiche Frauen am Schützi-Open-Air kreischten in den ersten Reihen wie anno dazumal bei den Auftritten des wahren King of Rock ’n’ Roll.





