Luft raus, Sieg drin
09.06.2026 Sport, Fussball2. Liga: FC Lenzburg – FC Muri 0:2 (0:2)
Die Spannung ist raus. Der FC Baden II feiert den vorzeitigen Aufstieg. Das Verfolgerduell zwischen Lenzburg und Muri wurde so zur Pflichtübung, die die Zuschauer nicht von den Sitzen zu reissen vermochte. Mit einem ...
2. Liga: FC Lenzburg – FC Muri 0:2 (0:2)
Die Spannung ist raus. Der FC Baden II feiert den vorzeitigen Aufstieg. Das Verfolgerduell zwischen Lenzburg und Muri wurde so zur Pflichtübung, die die Zuschauer nicht von den Sitzen zu reissen vermochte. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause entscheiden die Freiämter die Partie.
Patrick Fischer
Entspannt sitzt Baden-Coach Sasa Stankovic (ein Freiämter) am Spielfeldrand und schaut sich das Verfolgerduell zwischen Lenzburg und Muri an. Er nimmt Gratulationen an für den Aufstieg seines Teams. Der FC Baden II schaffte am Freitagabend nach dem 2:0-Erfolg über Suhr den Sprung in die 2. Liga interregional. Lange war es ein spannender Vierkampf um die Fussball-Krone im Aargau, doch am Ende setzen sich die Limmatstädter gegen Lenzburg, Suhr und Muri klar durch und holen sich dank einer starken Rückrunde verdient den Meistertitel.
Beide Teams kämpften mit Personalproblemen
Auf dem Platz merkt man dies. Denn die Luft ist grösstenteils draussen, die Spannung weg. Lenzburg-Trainer Sämi Drakopoulos hadert mit den Personalnöten in der Rückrunde: «Wir hatten gegen Muri erneut zwölf abwesende Spieler und nur noch drei nominelle Verteidiger – und es hat sich jetzt ein weiterer verletzt. Hinten fehlt uns aktuell eindeutig die Qualität, und der Gegner war ja auch nicht irgendwer.»
Ähnliche Personalprobleme hatte in den vergangenen Wochen auch der FC Muri zu beklagen. Viele Absenzen zwangen Trainer Alain Schultz zu ständigen Umstellungen, und auch die Bank der Klosterdörfler war zeitweise nur noch spärlich mit Junioren und Senioren besetzt. Gegen Lenzburg hatte der Muri-Coach wieder mehr personelle Optionen. Schultz sagt: «Kompliment an meine Mannschaft, die den Sieg mehr wollte und einen engagierten Auftritt auf den Platz gelegt hat. Wir haben nicht genau gewusst, was uns erwartet und mit wie viel Gegenwehr wir rechnen müssen.»
Doppelschlag kurz vor der Pause
Auf der Wilmatten geht es dann nicht sehr intensiv zur Sache. Eine gelbe Karte jedenfalls brauchte der Schiedsrichter in diesen 90 Minuten nicht zu zücken. Vor allem die Murianer Offensivkünstler Miguel Ferreira und Gentrim Uka sprühten vor Spielfreude und liessen ihre technischen Fähigkeiten immer wieder aufblitzen. Doch viel Torgefahr entstand daraus nicht, weil meist der letzte Pass nicht ankommt. Hinten steht die Schultz-Elf sehr stabil und lässt kaum etwas zu. Und wenn es doch mal brenzlig wird, ist Torhüter Alejandro Scheifele zur Stelle. Und so rechneten eigentlich schon alle mit einem 0:0 zur Pause, als Gentrim Uka in der 43. Minute einen Freistoss aus gut 20 Metern an der schlecht positionierten Mauer vorbei zur 1:0-Führung ins Tor schlenzt. Mit dem Kopf wohl bereits in der Kabine, lassen die Lenzburger nach dem Anspiel jegliche Aggressivität vermissen und ermöglichen den Gästen so nochmals einen Angriff. Edison Imeri kann sich auf der linken Seite gegen zwei Verteidiger durchsetzen, und seine präzise Hereingabe verwertet Fidan Tafa in klassischer Mittelstürmer-Manier eiskalt zur 2:0-Pausenführung für Muri.
Derby zum Schluss
Dabei bleibt es bis zum Schluss, weil die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten nicht mehr zulegen können und die Freiämter sich darauf beschränken, den Vorsprung zu verwalten. «In der zweiten Halbzeit war sicher nicht mehr viel Energie drin. Wir wollten einfach die Hausaufgaben erfüllen und unsere letzten Spiele gewinnen, damit wir den angestrebten zweiten Tabellenplatz erreichen», beurteilt Belmin Mrkonja die Leistung. Und er freut sich nun auf das abschliessende Spiel gegen Mutschellen am Samstag (18 Uhr): «Da haben wir noch eine Rechnung offen», sagt er zum anstehenden Freiämter Derby. Anfang April scheiterte der FC Muri im Cup-Halbfinal auf der Burketsmatt. Zum Saisonabschluss ist nun Revanche angesagt.

