Weshalb ich am 14. Juni Ja stimmen werde: 1. Die Zubetonierung der Schweiz im rasanten Tempo stört mich. 2. Die viel zu schnelle Alterung der Bevölkerung: ein 40-jähriger Einwanderer zählt nach 25 Jahren schon zu den AHV-Bezügern, ein hier geborenes Kind erst nach 65 ...
Weshalb ich am 14. Juni Ja stimmen werde: 1. Die Zubetonierung der Schweiz im rasanten Tempo stört mich. 2. Die viel zu schnelle Alterung der Bevölkerung: ein 40-jähriger Einwanderer zählt nach 25 Jahren schon zu den AHV-Bezügern, ein hier geborenes Kind erst nach 65 Jahren. 30% der AHV-Bezüger sind unsichtbar, weil sie im Ausland leben. Leider sagt die Statistik nicht, wie viele davon Schweizer sind.
Wenn die Bevölkerung im gleichen Umfang weiterwächst, haben wir bald eine umgekehrte Bevölkerungspyramide, eine Pyramide, die auf der Spitze steht. Wir haben jetzt schon dank der Zuwanderung eine Tanne mit weit ausladenden Ästen. Kein europäisches Land hat so viele Zuzüger wie die Schweiz. Es ist kurzfristiges Denken, dass die Einwanderung jetzt der AHV hilft, langfristig ist das eine wahre Katastrophe bei der AHV-Finanzierung.
3. Die Arbeitslosenzahlen sind höher als vor der Einführung der Personenfreizügigkeit. Das muss sich ändern. 4. Der Bundesrat war nun 20 Jahre lang untätig und rief die erlaubte Schutzklausel nie an. Mit der Annahme am 14. Juni muss er endlich handeln. Es gibt genügend erlaubte Ansätze, die der Schweiz nicht schaden. Nach der Annahme am 14. Juni wird es für viele unbequem: Es könnte für Arbeitgeber lästig sein, sich um hier Wohnende für die Stelle zu kümmern, statt den nächstbesten Einwanderer einzustellen. Es könnte kosten, die Flüchtlinge mit S-Status so zu unterstützen, dass sie Arbeit finden. Es könnte den National- und den Ständerat zur Arbeit zwingen, neue Gesetze zu erlassen und den Bundesrat, diese endlich zu akzeptieren und durchzusetzen. Nur mit viel Mut zu Änderungen können unsere Enkel und Urenkel in einer lebenswerten Schweiz wohnen bleiben.
Margrit Gasser, Rudolfstetten