Der schnelle Topskorer
09.10.2020 SportDer FC Mutschellen ist im Hoch. Und Thierry Huber gehört im Team des 2.-Liga-Leaders zu den Überfliegern. Der pfeilschnelle Aussenläufer ist mit fünf Toren der Topskorer der Mannschaft. «Wir sind nur als ganzes Team stark», betont der 25-Jährige, der aufgrund ...
Der FC Mutschellen ist im Hoch. Und Thierry Huber gehört im Team des 2.-Liga-Leaders zu den Überfliegern. Der pfeilschnelle Aussenläufer ist mit fünf Toren der Topskorer der Mannschaft. «Wir sind nur als ganzes Team stark», betont der 25-Jährige, der aufgrund seiner Spielart oft mit dem Holländer Arjen Robben «verglichen» wird. --spr
Der Burkertsmatt-Flitzer
Fussball, 2. Liga: FC Mutschellen – FC Lenzburg (Sa, 18.15 Uhr, Burkertsmatt)
Thierry Huber gilt als der Arjen Robben des Freiamts. Der schnelle Offensivspieler ist der Topskorer der Mutscheller, die in dieser Saison noch ungeschlagen an der Tabellenspitze stehen. Hubers Ziel? «Aufstieg».
Zeit für eine Freundin hat er nicht wirklich. Thierry Hubers Leben ist vom Sport geprägt, es ist sein Lebenselixier. Neben dem Fussball hat er im letzten Sommer angefangen mit Surfen auf der Limmat, dazu geht er oft Biken. Auch im Beruf ist Sport und Bewegung allgegenwärtig. Der 25-Jährige beendet in zwei Jahren die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Momentan arbeitet er in der Suva-Klinik in Bellikon. Dort betreut er grösstenteils Menschen, die sich von schweren Unfällen erholen. «Es gibt viele Schicksale, das nimmt einen auch mit. Es ist aber schön, wenn ich ihnen wenigstens ein bisschen helfen kann», so Huber. Sein berufliches Ziel: Sportphysiotherapeut.
Seine grösste Leidenschaft ist der Fussball. Sein Vater Christian Huber kickte in der 1. Liga für die Blue Stars Zürich. Klar, dass Sohn Thierry ebenfalls kickt. Im Jahr 2000 tritt er dem FC Rudolfstetten bei. In der Juniorenzeit geht er zu YF Juventus und zu den Blue Stars. Huber ist sehr talentiert. Mit 17 Jahren kehrt er zurück zum FC Mutschellen. Nach einem Jahr bei den A-Junioren wird der Wider ins «Eis» geholt. Der Trainer hiess Reto Salm. Auch wenn er in jüngeren Jahren vom Profifussball träumt, so bleibt der schnelle Offensivspieler auf der Burkertsmatt.
Colacino: «Er hat eine wunderbare Lockerheit»
Auf Salm folgt Piu, auf Piu folgt der heutige Trainer Sergio Colacino. Und dieser schwärmt von Thierry Huber. «Er ist enorm schnell und unglaublich stark im Eins gegen Eins. Obwohl er ein typischer Flügelspieler ist, arbeitet er viel in der Defensive. Seine Ausdauer ist aussergewöhnlich. Was mir ebenfalls gefällt: Wenn Thierry etwas macht, dann ist er enorm fokussiert, sei es beim Fussball oder im Job. Trotzdem geht er mit einer wunderbaren Lockerheit durchs Leben. Das ist für ihn und seine Mitmenschen Gold wert», so Colacino.
Und auch Huber scheint (fussballerische) Liebesgefühle für den Trainer zu haben. «Er schafft es, die Stimmung im Team hoch zu halten. Er ist taktisch enorm schlau und ist einfach ein starker Trainer. Seit Colacino Trainer ist, habe ich viel mehr Selbstvertrauen», meint Huber. Er sei aber auch ein Spieler, der ein wenig «gepflegt» und umgarnt werden muss. Und wenn dies geschieht und er sich wohlfühlt, dann müssen sich die Gegner warm anziehen. Fünf Tore hat er in dieser Saison schon erzielt. Das hat auch mit Roger Pfyl zu tun, dem Rückkehrer vom FC St. Gallen U21. «Er spielt sensationelle Pässe in die Tiefe», meint Huber. Gepaart mit seiner Geschwindigkeit ist das eine starke Waffe. Oft wird er als «Arjen Robben des Freiamts» bezeichnet. Er muss lachen. «Ja, von der Spielart kommt das in etwa hin», meint er.
Huber: «Teamspirit immer gut»
Am Samstag folgt das Heimspiel gegen Lenzburg. Vor der Saison wurde das Team noch als Aufstiegskandidat gehandelt. In den ersten acht Spielen konnte Lenzburg aber nur einmal gewinnen. «Sie sind besser, als es die Tabelle vermuten lässt. Wir dürfen nicht überheblich werden», meint Huber. Trotzdem: Im Duell Erster gegen Vorletzter wird auf der Burkertsmatt ein Sieg erwartet.
Neun Spiele, sechs Siege, drei Unentschieden. Ungeschlagen steht Mutschellen an der Tabellenspitze. Sie haben die beste Abwehr und die zweitbeste Offensive. Woher kommt dieser Erfolg? «Wir haben ein breites und qualitativ starkes Kader. Wir haben 18 Leute im Team, die alle auf zirka demselben starken Niveau spielen. So können wir oftmals Spiele noch in der Schlussphase drehen.» Ebenfalls Erfolgsquotienten sind der harmonische Vorstand, viele Spieler, die schon mehrere Jahre dem Verein treu sind, die tollen Fans und natürlich der Zusammenhalt innerhalb des Teams. «Ich bin schon sieben Jahre beim FC Mutschellen. Der Teamspirit war immer gut. Aber in dieser Saison ist er noch ein wenig besser», so Huber. Ausserdem gebe es in dieser Saison keinen Spieler, der Unruhe stiftet.
Offiziell will der FC Mutschellen vorne mitspielen. Huber sagt: «Ich würde auch gerne aufsteigen.» Mit den grandiosen Offensivkräften Luca Merendino, Kevin Kempter und Timon Groth, mit den Flügelläufern Luca Giampà und Thierry Huber, mit dem genialen Kreativkopf Roger Pfyl, mit den beinharten Innenverteidigern Stefan Furrer und Timon Meindl, mit dem Überraschungsmann Dylan Perruchoud und mit Fabian Riesen, dem besten Goalie der 2. Liga, da sollte man doch auch von höheren Zielen träumen? «Vielleicht», meint Huber. «Mit diesem Team ist vieles möglich.» --spr


