Todesstrasse ist gestorben

Fr, 26. Okt. 2018

Früher gab es weitaus mehr Verkehrsunfälle – im Freiamt ist die Zahl der Verkehrstoten stagnierend

Sie hat ihren Namen aus gutem Grund: die Todesstrasse. Zwischen Lenzburg und Muri verunfallten viele Automobilisten in den vergangenen Jahrzehnten tödlich. Heute ist das anders und die Todesstrasse ha…

Früher gab es weitaus mehr Verkehrsunfälle – im Freiamt ist die Zahl der Verkehrstoten stagnierend

Sie hat ihren Namen aus gutem Grund: die Todesstrasse. Zwischen Lenzburg und Muri verunfallten viele Automobilisten in den vergangenen Jahrzehnten tödlich. Heute ist das anders und die Todesstrasse hat ihre Bezeichnung nicht mehr verdient.

Stefan Sprenger

Besoffen und mit überhöhter Geschwindigkeit von Wohlen nach Muri rasen: Was früher fast schon als Kavaliersdelikt galt, ist heutzutage ein Schwerverbrechen. Früher – zwischen den 70er- und den 90er-Jahren – gab es auf der sogenannten Todesstrecke regelmässig Verkehrstote. Der Grund: «Waghalsige Überholmanöver und massive Geschwindigkeitsüberschreitung», sagt Michael Schibler, Dienstchef Verkehr und Umwelt bei der Kantonspolizei Aargau.

507 000 Fahrzeuge im Aargau

Dies hat sich geändert. «Dieses Phänomen existiert seit Jahren nicht mehr. Aktuell sind auf dieser Strecke in erster Linie Auffahrkollisionen im dichten Verkehr zu registrieren», sagt Schibler weiter. Auch auf den «berüchtigten» Strecken im Reusstal ist die Zahl der Verkehrsunfälle und Verkehrstoten stark zurückgegangen. Auf der Umfahrungsstrecke in Bremgarten gab es nach der Eröffnung einige schwere Unfälle. Auch zwischen Bremgarten und Rottenschwil krachte es früher öfter als in jüngerer Zeit.

Schaut man auf den ganzen Kanton Aargau, erkennt man eine klare Tendenz. 1970 gab es über 150 Verkehrstote. 1990 waren es 73 Tote. Im vergangenen Jahr waren es noch 17. Angesichts der ständig steigenden Anzahl der Verkehrsteilnehmer (2017 gab es 507 000 Fahrzeuge im Kanton Aargau) eine sehr positive Tendenz. Die Probleme heute sind nicht mehr Raser, sondern Ablenkungen. Beispielsweise durch Smartphones. Der «Klassiker» bei den Unfällen sind die Auffahrkollisionen. So eine gab es in der letzten Woche zwischen Anglikon und Dottikon, wo fünf Autos ineinanderprallten. Die Anwohner in Dottikon fordern, dass auf dieser Strecke etwas dagegen getan wird.

In dieser Ausgabe liefert Michael Schibler weitere spannende Zahlen zum Verkehr im Aargau, speziell im Freiamt. Er spricht über die Gefahren in der heutigen Zeit – und er erklärt, wieso das vermehrte Verkehrsaufkommen nicht nur negative Seiten hat. Zudem äussern sich Anwohner und die Gemeinde Dottikon zu dem Unfall der vergangenen Woche.

Michael Schibler von der Kapo sagt: «Im Freiamt lebt man sicher auf den Strassen.» Und liefert die Beweise gleich mit.

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