FC Wohlen ist stark gefährdet

Fr, 10. Nov. 2017

Der FC Wohlen ist in finanzieller Schieflage und braucht dringend eine Bilanzsanierung. Erneut. Wenn dies bis zum 31. Dezember nicht gelingt, wird man nicht mehr zur Rückrunde antreten. «Das ist das Horrorszenario und das will niemand», sagt FC-Wohlen-Ehrenpräsident René Meier.

FC Wohlen: «Situation ist dramatisch»

Fussball: Die FC Wohlen AG braucht dringend eine Bilanzsanierung, sonst droht der Konkurs

Am Donnerstagabend fand die GV der FC Wohlen AG statt. Und es war eine GV mit Zündstoff. Beschlossen wurde beispielsweise der Austritt von VR-Vizepräsident Monquez Alyousef und seiner Frau Denise Dobbin Alyousef. «Die örtliche Distanz» sei gemäss FCW-Ehrenpräsident René Meier mitunter ein Grund dafür gewesen. Die Akte Monquez Alyousef, des Geldgebers aus Saudi-Arabien, ist also geschlossen. Für den FC Wohlen brachte sein Engagement mehrere Hunderttausend Franken ein. Ein Investor, der einem Fussballverein etwas Gutes tut. Auch etwas Besonderes.

Noch selten war es so dramatisch

Denn mit diesem Geld von Alyousef konnte man im Vorjahr Schlimmeres verhindern. In diesem Jahr ist der FC Wohlen in sehr arger finanzieller Schieflage. Dazu sagt Meier: «Wenn die Bereinigung der Finanzen nicht gelingt, dann ist die Wahrscheinlichkeit da, dass der FC Wohlen die Rückrunde nicht bestreiten wird. Die Situation ist dramatisch». Mit anderen Worten: Bis zum 31. Dezember  muss die Sanierung vollzogen sein und die Liquidität gewähreleistet. Sonst droht der Konkurs. «Die Lichter sind auf Rot», sagt René Meier weiter. Die AG weist zwar nur ein Defizit von rund 53 000 Franken aus. Allerdings nur, weil man einen ausserordentlichen Ertrag von 792 000 Franken hat (davon ist ein Teil von Monquez Alyousef und vom Erlös des Aktienverkaufs). Der eigentliche Betriebsverlust der FC Wohlen AG beträgt 784 000 Franken. Ein Mitgrund für die finanzielle Schieflage sind die rückläufigen Zahlen im Bereich Sponsoring, Zuschauer und Gönner. Von Gönnern und Sponsoren hat der FC Wohlen rund eine Viertelmillion Franken weniger eingenommen. So hat man trotz einer sehr günstigen Mannschaft grosse Geldsorgen. «Wir haben gespart», sagt Meier. Trotzdem sind die Finanzen nicht im Gleichgewicht. Das muss man nun beheben. Dann – und nur dann – wird es weitergehen mit Challenge-League-Fussball auf der Niedermatten. Meier sagt: «Es ist ähnlich wie im Vorjahr. Aber ich glaube daran, dass es klappt. Aber es wird wieder ein extremer Kraftakt.» Was aber nächste Saison ist, wird sich zu einem späteren Zeitpunkt zeigen.

Die Sinnfrage wird beim FC Wohlen in den letzten Saisons immer wieder gestellt. Noch selten war es aber so dramatisch. Denn es gibt noch andere Baustellen: die sportlichen Probleme (zuletzt eine 1:2-Pleite gegen Rapperswil) und auch die neue Fluchtlichtanlage. Dort wird man in der nächsten Woche eine definitive Offerte auswählen und die weiteren Schritte einleiten. Auch dies wurde an der gestrigen GV der Aktiengesellschaft besprochen.

«Wir geben alles»

Ein Lichtblick sind die TV-Gelder. Dort kriegt der FC Wohlen voraussichtlich zwischen 500 000 und 600 000 Franken. Einen Teil im Winter und den anderen Ende der Saison. Dies wird helfen – der finanzielle Brandherd wird dadurch aber nicht gelöscht. Der Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft mit VR-Präsident Lucien Tschachtli, Dr. Hanspeter Weisshaupt und Philipp Zumstein sind nun gefragt. Und natürlich auch Ehrenpräsident Meier. Dieser zeigt sich kämpferisch: «Wir geben alles, um die Finanzen zu bereinigen.»

 

Von Stefan Sprenger

 

 

 

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