Wohlen: «Local» ist anders

Fr, 06. Okt. 2017

Jahrelang stand die Liegenschaft an der Zentralstrasse 54 leer. Nun ging es schnell: Das «Local» eröffnete am vergangenen Samstag. Das Konzept: nachhaltig, bio, regional und anders als andere. «Wir hoffen, dass wir ein Treffpunkt für die Wohler werden», sagt Geschäftsführer Peter Studler.

Seit zwei Jahren ist die Baubewilligung erteilt. Und eigentlich wollte das «Local» schon seit längerer Zeit einziehen. Doch die Eigentümerverhältnisse seien etwas schwierig, wie «Local»-Geschäftsführer Peter Studler erklärt. Mittlerweile gehört die ehemalige Liegenschaft, wo die «AZAG»-Autogarage zu Hause war, einem Fonds. Einzig die Tankstelle wurde von der «AZAG» behalten. Das Glasgebäude ist die neue Heimat des «Local». Und der hintere Teil der ehemaligen Autogarage wird wohl einer Überbauung weichen.

Auch eine Bäckerei

Vor wenigen Monaten bekam das «Local» grünes Licht. Der Aufbau startete. Am vergangenen Samstag öffneten erstmals die Türen. «Das Feedback der Kunden ist bislang sehr gut», sagt Studler. Das Konzept ist dasselbe wie im «Local» in Lenzburg. Regional. Bio. Nachhaltig. «Wir überlegen uns bei allem, ob es regional ist und nachhaltig», so der 47-Jährige. Darauf wurde sogar bei der Einrichtung des neuen «Local» geachtet.
Das «Local» hat viele Facetten. Es ist ein Café. «Wir hoffen, dass wir ein Treffpunkt werden für die Wohler», sagt Studler. Es ist eine Bäckerei. Denn alles hat seinen Ursprung bei der Bäckerei Studler in Seengen. In Wohlen hat man einen Holzofen. Alles wird frisch zubereitet. Es ist ein Laden, wo man diverse Produkte kaufen kann.

Kein Fleisch im Sortiment

Fleisch sucht man vergeblich. «Wir produzieren alles selber. Wir verzichten auf Fleisch, weil  die Fleischproduktion nicht nachhaltig ist. Und wir wollen aufzeigen, dass man ohne Fleisch sehr gut und gesund essen kann.» Selbst die Gelatine auf den Torten – die normalerweise Fleisch enthält – ist vegetarisch.
Den meisten Kunden falle es nicht mal auf, dass es nur vegetarische oder vegane Produkte gebe. Der Verkaufsschlager sei der Vegi-Burger. «Wir wollen die Menschen ansprechen, die weniger Fleisch essen möchten. Und wir wollen Menschen ansprechen, die gerne regionale Produkte mögen, die nachhaltig hergestellt werden», so Studler. Er weiss aber selbst: Alle könne man nicht ansprechen. «Das macht auch nichts.»

Es ist eben etwas teurer

In der heutigen Zeit wollen die Menschen schnell verpflegt werden. Und die Schnellverpflegung ist meist fleischlastig. Hotdog, Hamburger, Bratwurst. «Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht», so Studler.
Eine ältere Kundin, die an diesem Montagnachmittag zu Gast ist, scheint begeistert zu sein. «Alles ist sehr fein und frisch. Es hat so viele tolle Sachen, ich weiss gar nicht, was ich nehmen soll.» Das «Local» scheint anzukommen.
Doch: Es ist etwas teurer als die Konkurrenz auf diesem Gebiet. «Ja», sagt Peter Studler. Warum? Regionales und Bioprodukte, das habe seinen Preis. Beispielsweise kostet die Biomilch das Doppelte wie im Laden. Die Kundschaft scheint dies aber zu schätzen. Als Peter Studler gefragt wird, wer denn Konkurrenz für das «Local» hier in Wohlen ist, antwortet er: «Unser System gibt es sonst nicht. Und wir wollen niemanden konkurrenzieren, sondern das Angebot ergänzen hier in Wohlen.»

15 Vollzeitstellen in Wohlen

Für Peter Studler und seine Lebensgefährtin Silvia Skupin, die in Meisterschwanden wohnen, ist der Start geglückt. Man hat im «Local» in Wohlen 200 Sitzplätze (dafür 25 Parkplätze) und 365 Tage im Jahr offen. Die Terrasse im Aussenbereich soll im Sommer ein weiterer Höhepunkt werden. Es sollen rund 15 Vollzeitstellen geschaffen werden. Und es soll auch noch ein offizieller Eröffnungsakt erfolgen. «Sobald alles läuft», sagt Studler.
Vor dem Gespräch mit dem Journalisten schwitzt Studler in der Küche. Auch das ist irgendwie anders. Genau wie das ganze «Local». Anders, frisch, sympathisch – und es regt zum Nachdenken an. Wer das «Local» betritt, der soll sich auch Gedanken machen und – im wahrsten Sinne des Sprichwortes – über den Tellerrand denken. «Wir machen uns viele Gedanken – und möchten auch die Kundschaft zum Denken anregen.» Wieder fallen die drei Schlagwörter: Regional. Bio. Nachhaltig. «Unsere Welt für eine bessere Welt» sei einst das Motto von Studler und Skupin gewesen.

Stefan Sprenger

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses

Trending

1

Ringen: Freiamt empfängt Willisau

Tabellenführer Willisau ist am Samstag, 20 Uhr, in der Murianer Bachmattenhalle zu Gast. Die RS Freiamt verlor das erste Duell dieser Saison gegen die Willisauer mit 16:20. Seither gaben die Luzerner nur beim Unentschieden gegen Kriessern Punkte ab.