Fussball: Burki vor dem Derby

Mi, 06. Sep. 2017

Sandro Burki war jahrelang Captain des FC Aarau. Vor wenigen Wochen beendete er seine Karriere überraschend – und wurde Sportchef des FC Aarau. Der 31-Jährige sagt vor dem Aargauer Derby am Freitag: «Das Team soll sich zerreissen – und gewinnen.»

«Ein Sieg muss endlich her»

Fussball, FC-Aarau-Sportchef Sandro Burki vor dem Duell gegen den FC Wohlen (Freitag, 20 Uhr, Brügglifeld)

Frage: Sandro Burki, vom Fussballrasen an den Bürotisch. Weil man Ex-Sportchef Raimonde Ponte entlassen hat, wurden Sie vor wenigen Wochen ziemlich plötzlich der neue Sportchef beim FC Aarau. Wie haben Sie das verkraftet?
Antwort Sandro Burki: Eigentlich gut. Es ging sehr schnell. Ich hatte kein Abschiedsspiel und konnte mich nur bedingt auf das plötzliche Karriereende vorbereiten. Aber ich wusste ja, dass es meine letzte Saison sein wird. Jetzt ist das Karriereende eben etwas früher eingetroffen als geplant. Man gewöhnt sich schnell an andere Lebensumstände.

Was haben Sie die ersten Wochen im Amt gemacht?
Ich habe viel mit den Spielern geredet und versucht, die Gesamtsituation zu verbessern. Ich habe versucht, mich in den neuen Job einzuarbeiten. Fakt ist, wir haben noch kein Spiel gewonnen und sind Letzter in der Tabelle. Dazu haben wir viele verletzte Spieler. Das gibt schon Arbeit.

Was konnten Sie an der Transferfront bewirken?
Das war nicht einfach, denn das Team war eigentlich komplett. Weil wir einige verletzte Spieler haben, musste etwas gehen. Das Kader ist gross, aber nicht sehr ausgewogen. Es ging nun darum zu planen, anzupassen und zu verbessern. Mit Gilles Yapi und Ivan Audino konnten wir letzte Woche zwei Spieler verpflichten, die den FC Aarau bestens kennen.

Sind das wirkliche Verstärkungen oder mehr Verzweiflungstransfers?
Sie können und werden dem Team helfen, sonst hätte ich sie nicht zum FC Aarau geholt.

Am Freitag steigt das erste Aargauer Derby der Saison. Was erwarten Sie von der Mannschaft?
Ich hoffe auf einen Sieg und drei Punkte. Die Spieler müssen alles geben und sich zerreissen. Der erste Saisonsieg im Aargauer Derby wäre schön. Und es ist höchste Zeit, dass der FC Aarau endlich einen Sieg holt.

Sechs Spiele, zwei Punkte. Wackelt der Stuhl von Aarau-Trainer Marinko Jurendic, falls das Team auch gegen Wohlen verliert?
(Lacht) Das ist kein Thema. Der Trainer steht nicht zur Diskussion. Auch nicht bei einer Niederlage gegen Wohlen.

Der FC Aarau wollte vorne mitspielen. Momentan ist man Schlusslicht der Challenge League. Was sind die Ambitionen jetzt?
Ich will momentan von Zielen nichts wissen. Wir sind Letzter. Und wir sind im Umbruch. Wir konzentrieren uns nun auf das Derby gegen Wohlen und schauen Spiel für Spiel. Schritt für Schritt. Wir sind momentan weit weg vom «vorne Mitspielen».

Was sind die längerfristigen Ziele des FC Aarau?
Ich habe Pläne und Träume. Und das ist natürlich die Super League. Aber erst mal wollen wir unten raus und weiterarbeiten. Danach werden wir versuchen, uns weiter zu verbessern und unser Kader so zu formieren, dass wir wieder voll angreifen können.

Sie standen bei vielen Aargauer Derbys auf dem Feld. Wie fühlen Sie sich jetzt, wenn Sie als Sportchef von aussen zuschauen müssen?
Das ist für mich nicht einfach. Ich wäre ja eigentlich fit und könnte spielen. Ich hoffe, die Mannschaft schafft gegen Wohlen den Umschwung, oder zumindest den ersten Schritt in bessere Zeiten. Und ich schaue eben von der Tribüne aus zu und versuche als Sportchef, den FC Aarau zu unterstützen.

Also ist kein Comeback von Sandro Burki gegen den FC Wohlen zu erwarten?
(Lacht) Nein, sicher nicht.

Übrigens: Sie sind Investor beim «Marco Polo» beim Kirchenplatz und so auch oft hier in Wohlen unterwegs. Wie läuft das Restaurant?
Sehr gut. Wir sind zufrieden. Und unsere Gäste auch. Das «Marco Polo» kommt bei den Gästen nach wie vor sehr gut an und das freut uns sehr.

Mit FC-Wohlen-Captain Alain Schultz haben Sie eine jahrelange Freundschaft. Was wünschen Sie ihm?
Ich wünsche ihm nur das Beste. Ausser am Freitag, da soll er einen schlechten Match zeigen (lacht).

Den FC Wohlen kennen Sie auch schon seit Jahren und blicken etwas hinter die Kulissen. Wie schätzen Sie den Verein ein?
Der FC Wohlen macht seit Jahren das Beste aus den kleinen finanziellen Möglichkeiten. Sie haben jedes Jahr zu kämpfen, schaffen es aber immer wieder. Das ist beeindruckend. Die Challenge League wird immer ausgeglichener und Details entscheiden. Ich hoffe, dass der FC Wohlen auch weiterhin Teil dieser Liga bleibt und wir noch viele Derbys feiern können.  Momentan ist Wohlen und auch Aarau in einem Tief. Ich hoffe, das ändert sich bald. Denn zwei starke Aargauer Vereine würden dem Fussball in unserem Kanton sehr guttun. Wie erwähnt: Ich wünsche dem FC Wohlen für die Zukunft nur das Beste. Ausser an diesem Freitag im Brügglifeld.

Ihr Tipp für das Aargauer Derby?
Nicht schön spielen. Wir wollen einfach gewinnen, egal wie. Einen Favoriten gibt es nicht.

 

Von Stefan Sprenger

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