Fussball: Minkwitz vor Saisonstart mit Muri

Mi, 09. Aug. 2017

Ronny Minkwitz war beim FC Wohlen nur noch Ergänzungsspieler und nicht mehr erwünscht. Der 23-Jährige ist nun seit zwei Monaten beim FC Muri. In sechs Testspielen erzielte er fünf Tore. «Läuft bei mir. Läuft bei uns», sagt der Deutsche lächelnd. Am Samstag startet er mit dem FC Muri in die Meisterschaft.

Ronny fühlt sich wohl

«Ein riesiges Talent kommt zum FC Wohlen» – so lautete die Schlagzeile im Sommer 2014. Ronny Minkwitz wechselte gerade aus der Juniorenabteilung des FC Fulham zum FC Wohlen. In Fulham war er Captain, wurde englischer Juniorenmeister und als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Eine grosse Zukunft wurde ihm vorausgesagt. Und in Wohlen schien er eine perfekte Anlaufstelle zu bekommen. «Ciriaco Sforza wurde Trainer, das war Grund genug, um nach Wohlen zu kommen», sagt Minkwitz.

Unter Gabriele schlecht behandelt
Doch Sforza setzte nur bedingt auf ihn. Zudem traten erstmals Verletzungen auf. Unter Trainer Rueda spielte er mehr. Und der sympathische Deutsche spielte sich in die Herzen der Wohler Fans. Er gefiel mit seiner Spielweise auf dem Feld, und mit seinem aufgeschlossenen Wesen überzeugte er abseits des Rasens. Doch weil er taktisch (noch) nicht der disziplinierteste Spieler war – sondern mehr ein fussballerischer Freigeist –, schaffte er es nur kurzweilig, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Und als dann Trainer Francesco Gabriele nach Wohlen kam, war Minkwitz nicht mehr gefragt. Gabriele ging mit dem jungen Deutschen unsäglich schlecht um. Er verbannte ihn in die zweite Mannschaft – ohne ihm einen gewichtigen Grund zu nennen. Nach drei Saisons und 48 Spielen für den FC Wohlen war für ihn Endstation in der Niedermatten.

Eintritt in Arbeitswelt und Fernstudium
«Was passiert ist, kann ich jetzt nicht mehr ändern. Es gilt für mich nun, nach vorne zu schauen», sagt Minkwitz. Als sein Vertrag diesen Sommer ablief, war für ihn klar, dass er erst mal in der Region bleiben will. «Ich habe hier Freunde gefunden, und es gefällt mir sehr im Freiamt.» Minkwitz kam mit dem FC Muri in Kontakt. Und Muri wollte ihn unbedingt haben. Nun hat sich der Mittelfeldspieler umgewöhnt – vom Profifussballer zum Amateur-Kicker, der arbeiten muss. Denn er arbeitet seit einem Monat in Sins – in der Firma Spaeter AG, wo auch Muri-Trainer Miodrag Dedic seine Brötchen verdient. Minkwitz ist dort momentan in der «Haustechnik»-Abteilung tätig. Die Arbeitswelt war für den jungen Mann etwas Neues. Jeden Tag um 6 Uhr aufstehen und arbeiten bis abends – und danach noch viermal pro Woche ins Training oder ans Testspiel. «Es ist anstrengend», sagt Minkwitz. Für ihn soll das eine vorübergehende Beschäftigung sein. Was die Zukunft bringt? «Mal schauen», sagt er. Neben Arbeit und Sport macht Minkwitz momentan auch ein Fernstudium zum Sportfachwirt. «Das will ich so schnell wie möglich abschliessen.» In Muri hat er sich bestens eingelebt. In sechs Testspielen traf er fünfmal. Er fühlt sich wohl im Klosterdorf. «Wir haben eine gute Truppe mit lauter lustiger Typen», sagt Minkwitz, der nach wie vor in Wohlen lebt. Am kommenden Samstag (18 Uhr) startet der FC Muri, der vergangene Saison aus der 1. Liga abgestiegen ist, in die neue Saison. Ziel: im vorderen Teil der Tabelle der 2. Liga interregional sein. Das Ziel «Aufstieg» will man in Muri noch nicht öffentlich in den Mund nehmen. Aber es ist klar, dass die Klosterdörfler früher oder später wieder in die 1. Liga wollen. Nun will man am Samstag auswärts in Schöftland positiv in die neue Spielzeit starten. Mit einem neuen Team. Und mit einem Ronny Minkwitz, der endlich wieder spielen darf. «Ich glaube, mit dieser Truppe und diesem Trainer können wir eine geile Saison reissen. Mal schauen», sagt Minkwitz. Liebäugelt Ronny Minkwitz damit, irgendwann wieder als Profi-Fussballer zu leben? Immerhin ist er ja erst 23 Jahre jung. «Der Gedanke ist in meinem Hinterkopf. Aber ich schaue jetzt, was die Zukunft bringt. Wichtig ist, dass ich mich wieder sehr wohl fühle und wieder spielen kann.»

Stefan Sprenger

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