Rottenschwil: Der Biber ist los

Fr, 29. Jan. 2016

Im Rottenschwiler Werderhölzli ist der Biber los. Und er ist fleissig. Der Wasserstand in seinem gesamten Einzugsgebiet ist bereits um mehrere Zentimeter erhöht, wie Förster Christoph Schmid (Bild) weiss. Das Abreissen des Biberdammes und auch das Erbauen eines Reservats kommen aber nicht infrage. Mehr dazu im Netz oder in der Freitagsausgabe.

Der Biber im Werderhölzli ist fleissig. So fleissig, dass der Wasserstand in seinem ganzen Einzugsgebiet bereits um 70 Zentimeter erhöht ist. «Und auch im Waldbereich ist der Grundwasserspiegel gestiegen», weiss Förster Christoph Schmid. Das Problem: Die Bäume sterben dadurch zu einem Grossteil ab, weil ihre Wurzeln im Wasser liegen. So hatten die Waldbesitzer – die Rottenschwiler Ortsbürger – entschieden, den Biberdamm, der für das gestaute Wasser verantwortlich ist, abzureissen. Ein entsprechendes Gesuch wurde vom Kanton jedoch im letzten Sommer abgelehnt, weil keine Berechtigung da sei, in den Lebensraum des Bibers einzugreifen. Wie geht es jetzt weiter?

Zukunftsplanung ist schwierig

«Grundsätzlich ist das hier ein ideales Gebiet für den Biber», sagt Christoph Schmid. Er sieht während seiner Arbeit immer wieder Spuren des Tieres: angenagte Baumstämme, der Biberdamm, die Biberburg, Äste, die er sich als Nahrung bereithält. «Vor Kurzem habe ich aber sehr viele Eschen abholzen müssen. Sie waren einerseits krank und durch das viele Wasser einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt.» Für ihn sei nun das Problem, dass er die Zukunft des Waldstückes nur sehr schlecht planen könne. «Ich kann jetzt nicht einfach neue Bäume pflanzen und dann sterben sie in fünf Jahren wieder ab wegen des hohen Grundwasserspiegels.» Ein gepflanzter Baum sollte etwa 100 Jahre leben, erklärt der Förster. Deshalb gestaltet sich die Zukunftsplanung schwierig. Momentan sei weder das Abreissen des Dammes noch das Erstellen eines Biberreservates ein Thema. «Zum jetzigen Zeitpunkt heisst es abwarten und beobachten.» In seinem Kopf schwirrten aber schon Ideen umher. «Man könnte den Biberdamm den Leuten zugänglich machen. Mit Infotafeln oder sogar einem Biber-Trail.» Doch die Ortsbürger müssten das einerseits wollen und andererseits bereit sein zu finanzieren. «Und natürlich müsste alles dem Gesetz entsprechen», so Schmid. Er werde sich mit den Ortsbürgern zusammensetzen und über dieses Thema sprechen.

Der Biber soll kein negatives Tier werden

Dem Förster ist wichtig zu erwähnen, dass ein Mittelweg möglich sein muss. So, dass die Ortsbürger sowie jene, denen der Schutz der Biber wichtig ist, einigermassen zufrieden sind. «Momentan ist der Biber ein positives Tier. Die Leute mögen ihn. Es wäre schade, wenn der Biber plötzlich negativ würde und als Plage angesehen würde», hält er fest. Eins sei aber klar: Der Biber verändert den Wald. «Ich stelle fest, dass der Biber momentan eine Art Pflegeeingriff durchführt – wie ein Förster», schmunzelt Schmid. Der Biber schält die Rinde an den Hartholzbäumen, sodass diese früher oder später absterben. «Er kann nur Weichholz brauchen und hofft, dass dann solches an dieser Stelle nachwächst.» Der Biber sei ein sehr fleissiges Tier. «Er arbeitet sieben Tage die Woche.»

Dadurch bestehe aber auch die Gefahr, dass er die erst kürzlich gereinigten Drainagenleitungen bei der Naturschutzwiese neben dem Wald wieder zu stopfen versucht. «Dank diesen Leitungen ist das Landwirtschaftsland noch nicht vom gestauten Wasser betroffen.» Doch momentan wird beobachtet. «Und dann machen wir uns auf die Suche nach einem guten Mittelweg», so Schmid.

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